Arbeitsgruppenleiter

Dr. rer. nat. Marcel Renn, MBA

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Forschungsthemen

Die Aktivierung von Rezeptoren des angeborenen Immunsystems stellt eine effektive Option für die Therapie von Krebserkrankungen dar, indem lokal anti-tumorale Cytokine, wie z.B. Interferone, induziert werden und über spezifische Chemokine Effektor T- und NK-Zellen in den Tumor rekrutiert werden können. Insbesondere der RNA Rezeptor RIG-I ist ein attraktives Ziel, da er im Gegensatz zu den anderen Rezeptoren auf beinahe allen kernhaltigen Körperzellen exprimiert wird und seine Aktivierung spezifisch in Tumorzellen den programmierten Zelltod auslösen kann (Besch et al., 2009). Wir beschäftigen uns seit Langem mit den anti-tumoralen Möglichkeiten von RIG-I (Poeck et al., 2008) und haben innerhalb der Ausgründung Rigontec GmbH einen RIG-I Liganden von der universitären Forschung bis zu klinischen Studien im Menschen entwickelt.

Checkpoint Inhibitoren (CPIs) stellen einen der größten Fortschritte der Onkologie in den letzten Jahren dar. Sie wirken, indem Bremsen des Immunsystems, sog. Immune Checkpoints gelöst werden. Dabei wirken sie besonders in sog. „heißen“ Tumoren, d.h. solchen, in denen bereits eine Immunreaktion gegen den Tumor stattfindet, die aber nicht ausreicht um ihn zu zerstören. Dagegen sprechen „kalte Tumore“ ohne eine Immunreaktion schlecht an. Die Aktivierung des angeborenen Immunsystems kann „kalte“ Tumore „heiß“ machen und so die Ansprechraten von CPIs steigern (Bald et al., 2014). Wir erforschen solche Kombinationstherapien die sowohl klassische CPIs als neue Wirkstoffe enthalten.

Tumore entwickeln eine Reihe von Mechanismen, um sich vor der Zerstörung durch das Immunsystem zu schützen. Eine besonders unerwartete Reaktion, die wir gefunden haben, war, dass Melanomzellen dedifferenzieren, wenn sie Entzündungsmolekülen ausgesetzt sind und sich so dem Zugriff von tumorspezifischen T-Zellen entziehen können (Landsberg et al., 2012). Wir wollen solche Resistenzmechanismen besser verstehen und untersuchen wie Tumore einer Aktivierung des angeborenen Immunsystems entkommen. Dies liefert die Grundlage um Therapieresistenzen zu verhindern.
 

Referenzen

Bald, T., Landsberg, J., Lopez-Ramos, D., Renn, M., Glodde, N., Jansen, P., Gaffal, E., Steitz, J., Tolba, R., Kalinke, U., et al. (2014). Immune cell-poor melanomas benefit from PD-1 blockade after targeted type I IFN activation. Cancer discovery 4, 674-687.
Besch, R., Poeck, H., Hohenauer, T., Senft, D., Hacker, G., Berking, C., Hornung, V., Endres, S., Ruzicka, T., Rothenfusser, S., et al. (2009). Proapoptotic signaling induced by RIG-I and MDA-5 results in type I interferon-independent apoptosis in human melanoma cells. The Journal of clinical investigation 119, 2399-2411.
Landsberg, J. *, Kohlmeyer, J. *, Renn, M*., Bald, T., Rogava, M., Cron, M., Fatho, M., Lennerz, V., Wolfel, T., Holzel, M., et al. (2012). Melanomas resist T-cell therapy through inflammation-induced reversible dedifferentiation. Nature 490, 412-416.
*contributed equally
Poeck, H. *, Besch, R. *, Maihoefer, C. *, Renn, M. *, Tormo, D., Morskaya, S.S., Kirschnek, S., Gaffal, E., Landsberg, J., Hellmuth, J., et al. (2008). 5'-Triphosphate-siRNA: turning gene silencing and Rig-I activation against melanoma. NatMed 14, 1256-1263.
*contributed equally

 

Mitarbeiterin

Connie Tan, Doktorandin

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Publikationen