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Dentalhistorische Sammlung der Universität Bonn

Symbolischer Schlüssel zur Sammlung Korkhaus von 1960

 


Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Universitätsklinikum Bonn
Welschnonnenstr. 17
53111 Bonn

Ansprechpartner:
Priv.-Doz. Dr. Ernst-Heinrich Helfgen und Frau Petra Bastian
Tel.: +49.(0).228 - 287 22471
Fax: +49.(0).228 - 287 22385
E-Mail: petra.bastian(at)ukb.uni-bonn.de


Geschichte der Sammlung

Die Sammlung wurde initial nach dem 2. Weltkrieg bis in die 1960er Jahre aufgebaut. Nach der Einweihung des neuen Klinikums an der Welschnonnenstraße am 18.11.1960 waren die meisten Stücke bis in die 1970er Jahre in einem eigenen Raum ausgestellt.

Wegen einer umfangreichen Expansion einzelner Abteilungen des Hauses konnten die Exponate bis Anfang der 90er Jahre nur in Vitrinen im Durchgangsbereich des Hörsaalgebäudes betrachtet werden. Durch weitreichende Umbaumaßnahmen der gesamten Klinik mussten die Stücke danach für etwa 15 Jahre in einem Nebengebäude eingelagert werden.

Seit 2007 präsentiert sich die um einige Stücke erweiterte Sammlung in neuem Gewand wieder in einem eigenen Raum unter dem großen Hörsaal der Zahnklinik.

 

Umbenennung der Sammlung im Jahre 2021

Der größte Teil der Sammlung wurde von Gustav Korkhaus, der von 1948 bis 1966 Direktor der Bonner Zahnklinik war, zusammengetragen. Dennoch hat sich der Vorstand des Zentrums für Zahn-Mund- und Kieferheilkunde des Universitätsklinikums Bonn in der Zentrumssitzung am 02.02.2021 dafür entschieden, die bisherige „Gustav-Korkhaus-Sammlung“ in „Dentalhistorische Sammlung der Universität Bonn“ umzubenennen.

Die Gründe liegen in der vorwiegend opportunistisch geprägten Einstellung von Korkhaus gegenüber der NS-Diktatur im „Dritten Reich“. In einer umfangreichen Studie1 konnten Prof. Dominik Groß und Mitarbeiter aus Aachen in den letzten Jahren eine Fülle von Details hinsichtlich der politischen Einstellung der deutschen Zahnärzteschaft gegenüber dem NS-Regime herausarbeiten. So liegt auch ein entsprechendes Dossier2 zu Korkhaus vor, das seine Mitgliedschaft in der NSDAP und in weiteren NS-Verbänden belegt. In der Dezemberausgabe der „Zahnärztlichen Mitteilungen“ wurde von Groß und Krischel 3 kritisch hinterfragt, ob es zukünftig noch vertretbar ist, dass Forschungspreise oder Museen nach Persönlichkeiten benannt sind, die sich parteipolitisch dem Nationalsozialismus anschlossen.

In diesem Kontext wird mit der Umbenennung der Sammlung ein deutliches Zeichen verbunden mit einer eindeutigen Distanzierung vom politischen Bekenntnis des Sammlungsgründers gesetzt. Die wissenschaftliche und fachliche Bedeutung von Gustav Korkhaus soll damit jedoch nicht relativiert werden.

1. Groß, D., Westermeier, J., Schmidt, M., Halling, T., Krischel, M. (Hrsg.): Zahnärzte und Zahnheilkunde im „Dritten Reich“ – Eine Bestandsaufnahme, Medizin und Nationalsozialismus 6. LIT Verlag, Berlin 2018.

2. Groß, D.: Persönliches Dossier Gustav Korkhaus.

3. Groß, D., Krischel, M.: Täter und Verfolgte im „Dritten Reich“ – Abschlussbericht. ZM 110, Nr.23-24, 1.12.2020 (2316)

 

Sammlungsschwerpunkte
Neben einigen zahnärztlichen Behandlungseinheiten, die die Entwicklung der optimalen Patientenlagerung für die jeweilige Behandlung widerspiegeln, ist eine Fülle von zahnärztlichen Instrumenten der vergangenen 150 Jahre ausgestellt.

 

 

 

 

Alter Zahnärztlicher Behandlungsstuhl um 1900
Adjutor Siemens aus dem Jahr 1951
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Das Repertoire reicht von Spritzensystemen für die Lokalanästhesie über Extraktionszangen für die Zahnentfernung bis zu chirurgischen Hebeln zur Wurzelhebung. Eine Besonderheit stellen die früher häufiger eingesetzten „Pelikane“ dar. Eine größere Anzahl verschiedener Artikulatoren, die seit etwa 100 Jahren für die korrekte Einstellung der Kiefermodelle zur Anfertigung von Zahnersatz verwendet werden, kann ebenfalls besichtigt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung soll anhand einer Vielzahl exotischer Tierschädel sowie einiger humaner Exponate die unterschiedliche Größe des Kausystems und der Zähne im Vergleich zum Gesamtschädel darstellen.

Führungen
Da die Ausstellung aus personellen Gründen nicht ständig für die Öffentlichkeit zugänglich sein kann, werden ausschließlich nach Vereinbarung Führungen für Gruppen von 8 bis 12 Personen angeboten. Dauer: ca. 30 Min.