ESPRIT (BMBF)

Psychotische Störungen sind durch hohe gesundheitliche und soziale Belastungen der Betroffenen und ihrer Angehörigen gekennzeichnet. Sie gehen zumeist mit sozialen und beruflichen Funktionseinbußen der Erkrankten einher. Hiermit ist eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität verbunden. Gleichzeitig entstehen hohe finanzielle Aufwände für das Gesundheitssystem. Trotz aller Behandlungsfortschritte in den letzten Jahrzehnten hat sich diese Situation nicht erheblich verbessert. Präventive Maßnahmen werden daher gegenwärtig als vielversprechendste Ansätze für Therapiemaßnahmen angesehen. Durch ein kooperatives Forschungsprojekt der Universitäten Köln und Bonn sollen jetzt zwei neue, präventive Behandlungsansätze klinisch erprobt werden.

Das Ziel der Studie ist es, die Übergangsrate von Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko in eine diagnostizierte Psychose zu reduzieren. Die Universität Köln koordiniert das Modul zur "Integrierten Präventiven Psychologischen Intervention" (IPPI). Hierbei handelt es sich um einen psychotherapeutischen Behandlungsansatz. Ein zweiter Ansatz verfolgt als Ziel, eine Psychose mithilfe eines gut verträglichen antioxidativen Wirkstoffes zu verhindern. Dieser – auch in geringerer Dosis rezeptfrei erhältliche – Wirkstoff soll seine neuroprotektive Wirkung gemeinsam mit einer Psychotherapie entfalten, weswegen die beiden Therapien in einer 6-monatigen Interventionsphase gemeinsam erprobt werden.

Eine weitere Studie ermöglicht bereits an Schizophrenie erkrankten Patienten, eine Teilnahme an einer von zwei vollwertigen Psychotherapien über den Verlauf eines halben Jahres, wobei hier die Wiederherstellung der sozialen Funktionsfähigkeit und kognitiver Fähigkeiten im Vordergrund stehen.
Im Forschungsverbund ESPRIT (Enhancing Schizophrenia Prevention and Recovery through Innovative Treatments) sollen neue Präventions- und Behandlungsansätze bei Schizophrenie erforscht werden. Schizophrenie ist eine Erkrankung des Gehirns; sie wird durch strukturelle und biochemische Veränderungen im Gehirn hervorgerufen und beeinflusst die Wahrnehmung der Realität. Sie tritt zumeist in akuten Schüben auf, sogenannten schizophrenen Episoden. Statistisch durchlebt jeder hundertste Mensch mindestens einmal im Leben eine schizophrene Episode.


Projektbeteiligte Forscher am Uniklinikum Bonn:
Prof. Dr. Dr. René Hurlemann
Dr. Thomas Kinfe
Dr. Hanna Högenauer
M.Sc. Psych. Sven Wasserthal

Möglichkeiten zur Studienteilnahme:
Sollten Sie an einer Schizophrenie leiden oder an Symptomen, die auf das Vorliegen einer Psychose hindeuten könnten, empfehlen wir Ihnen, einen Termin für eine erste Diagnostik mit Herrn Sven Wasserthal (sven.wasserthal@ukbonn.de / 0228 / 287 19740) zu vereinbaren. Alternativ können Sie weitere Informationen auf unserer Website http://www.psychose-frueherkennung.de/ finden.