Hodentumor

Mit einem Anteil von nur ca. 1,6 % aller bösartigen Tumorerkrankungen, gehört der Hodentumor zu den seltenen Tumoren. Glücklicherweise ist in den meisten Fällen eine Heilung für die Patienten möglich. Der Hodentumor betrifft meist junge Männer zwischen 20 und 45 Jahren. In diesem Altersabschnitt ist der Hodentumor der häufigste bösartige Tumor.

Hodentumoren werden häufig durch die Patienten als meist schmerzlose Verhärtung oder Vergrößerung des Hodens getastet. Seltener werden Hodentumoren bei der Abklärung einer Schwellung der Brust (Gynäkomastie) oder eines unerfüllten Kinderwunsches diagnostiziert. Betroffene sollten bei entsprechenden Symptomen unverzüglich einen Urologen aufsuchen. Mit Hilfe einer einfachen Ultraschalldiagnostik kann ein Hodentumor meist sicher diagnostiziert werden.

Bei hochgradigem Verdacht auf einen bösartigen Hodentumor planen wir gemeinsam mit dem Patienten - in der Regel innerhalb weniger Tage - eine Operation (inguinale Orchiektomie). Hier wird der Hoden samt Samenstrang über einen kleinen Hautschnitt in der Leiste entfernt. In bestimmten Fällen wird zusätzlich eine Gewebeprobe des gesunden Hodens zum Ausschluss von Tumorvorläuferzellen entnommen. Auf Wunsch kann eine Hodenprothese in den Hodensack eingelegt werden. Einige Hodentumoren bilden Tumormarker, die mittels Blutprobe detektiert werden können. Im Falle eines unklaren Befundes wird operativ eine Probe aus dem Hoden entnommen. Mit einer sogenannten pathologischen Schnellschnittuntersuchung kann noch während des Eingriffs festgestellt werden, ob ein bösartiger oder gutartiger Tumor vorliegt. Auf Basis dieses Schnellschnittbefundes wird im selben Eingriff über den Hodenerhalt entschieden.

Bei noch nicht abgeschlossener Familienplanung wird in Kooperation mit der Reproduktionsmedizin des Universitätsklinikums Bonn vor der Operation eine sog. Kryokonservierung von Spermien (Einfrieren einer Samenprobe für die assistierte Befruchtung) durchgeführt.

Nach der Operation und Bestätigung der Diagnose eines bösartigen Hodentumors erfolgt eine Ausbreitungsdiagnostik - in der Regel eine CT Thorax und MRT- oder CT-Abdomen - zum Ausschluss von Metastasen. Die weitere Therapie richtet sich nach dem pathologischen Untersuchungsbefund und den Ergebnissen der Ausbreitungsdiagnostik. Häufig ist keine weitere Therapie notwendig und der Patient wird beim niedergelassenen Urologen regelmäßig nachgesorgt. In anderen Fällen kann eine Chemotherapie oder Strahlentherapie indiziert sein. Im Falle eines Tumorrestes (Residualtumor) nach abgeschlossener Chemotherapie ist in seltenen Fällen eine retroperitoneale Lymphadenektomie, also eine operative Entfernung der Lymphknoten des hinteren Bauchraumes, notwendig.

Jede Therapieentscheidung wird in unserem interdisziplinären Tumorboard diskutiert. Hier wird gemeinsam mit Experten der Radiologie, Onkologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Pathologie das optimale Behandlungskonzept festgelegt. In besonders schwierigen Fällen wird eine Zweitmeinung über das nationale Hodentumorzweitmeinungszentrum (www.hodentumor.zweitmeinung-online.de) eingeholt. Auch PD Dr. Hauser ist Experte dieser Plattform und spricht Zweitmeinungen auf Anfragen anderer Kliniken aus.

Da die Diagnose einer Tumorerkrankung - insbesondere im jungen Alter - eine psychische Belastung darstellt, werden unsere Patienten durch unsere Kollegen der Psychosomatik psychoonkologisch betreut.

Bei Fragen zur Diagnostik und Therapie des Hodentumors in unserer Klinik können Sie sich gerne jederzeit an unsere Ansprechpartner wenden:

PD. Dr. Stefan Hauser

Email: stefan.hauser@ukbonn.de

Telefon: +49 (0)228 - 287 14184

 

Jörg Ellinger

Prof. Dr. Jörg Ellinger

Email: joerg.ellinger@ukbonn.de

Telefon: +49 (0)228 - 287 14249 

 

Dr. Johannes Stein

Email: johannes.stein@ukbonn.de

Telefon: +49 (0)228 - 287 15109