Hornhauttransplantation (Keratoplastik)

Was sind Hornhautveränderungen?

Die Hornhaut, die als klares Fenster das Auge nach vorne begrenzt, muß ganz gleichmäßig gekrümmt und völlig klar sein, damit die einfallenden Lichtstrahlen nicht gebremst oder abgelenkt werden. Durch krankhafte Alterungsvorgänge, Entzündungen, Verletzungen und anlagebedingte Verformungen werden diese Eigenschaften nachteilig beeinflußt. Hierdurch kommt es zu einer Abnahme der Sehschärfe. Bisweilen können auch Schmerzen auftreten. Eine Verbesserung ist nur durch die Übertragung einer Spenderhornhaut zu erreichen.

Welche Gefahren bestehen ohne Behandlung?

Ohne Verpflanzung einer Spenderhornhaut ist mit einem Anstieg des Sehvermögens nicht zu rechnen. Bei den meisten Patienten wird sich die Sehkraft weiter verschlechtern, es können Schmerzen auftreten oder bereits bestehende Schmerzen können sich ver-schlimmern. Bisweilen kann die Hornhaut sich so weit verdünnen, daß sie schließlich aufplatzt, so daß sich Augeninhalt nach außen entleert und Bakterien ins Augeninnere eindringen können.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Zur besseren Sicht erfolgt die Operation unter einem Mikroskop. Mit einem kreisrunden Schneidegerät (Trepan) wird ein etwa 6 - 8 mm großer Bereich der Hornhaut umschnitten. Je nachdem ob nur die äußeren Anteile der Hornhaut oder aber die Hornhaut in ihrer gesamten Dicke ersetzt werden soll, wird dieser Einschnitt unterschiedlich tief durchgeführt. Nach Entfernen des umschnittenen Gewebes wird in genau passender Größe eine menschliche Spenderhornhaut, die zuvor sorgfältig auf übertragbare Erkrankungen, wie Hepatitis und Aids, untersucht wurde, eingenäht. Die Naht erfolgt mit haardünnen Fäden, die in der Regel etwa 1 Jahr belassen werden. Bisweilen ist es nötig, die Verweildauer des Fadens zu verlängern oder zu verkürzen.

Wie wird das Auge für den Eingriff betäubt?

Die Hornhautverpflanzung wird in Vollnarkose durchgeführt oder das Auge wird durch Einspritzungen in seine Nachbarschaft schmerzunempfindlich gemacht. Über die Risiken einer Vollnarkose wird Sie die Anästhesistin/der Anästhesist gesondert aufklären. Bei der örtlichen Betäubung des Auges durch Injektion kann es zu Krampfanfällen und zu vorübergehendem Bewußtseinsverlust, zu Blutungen in Lider und Augenhöhle sowie zur dauerhaften Erblindung des betroffenen Auges kommen. Derartige Komplikationen sind jedoch so selten, daß dafür keine Zahlen angegeben werden können.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Von der überwiegenden Zahl der Augen wird die fremde Hornhaut gut angenommen, es kommt zu einer Abnahme der vor der Operation bestehenden Beschwerden und zu einer Steigerung des Sehvermögens. Es kann jedoch noch nach Jahren zu einer Eintrübung der Hornhaut durch eine Abstoßungsreaktion, durch Undichtigkeiten der hinteren Hornhautgrenzschicht oder durch ein Übergreifen der alten Grunderkrankung auf die neue Hornhaut kommen. Eine erneute Hornhautübertragung ist meist möglich.

Da die neue Hornhaut durch die Fäden, mit denen sie befestigt wurde, verzogen wird, ist mit der Erreichung der endgültigen Sehschärfe erst zu rechnen, wenn die Fäden entfernt bzw. durchtrennt werden, was erst nach vielen Monaten geschieht.