Klinische Neuropsychologie / kognitive Remediation

Es ist bekannt, dass viele psychische Erkrankungen auch mit kognitiven Funktionsstörungen einhergehen. Bei Störungen wie z.B. Psychosen, Depressionen und ADHS konnte gezeigt werden, dass eine ausführliche Diagnostik und anschließende individuelle Behandlung dieser Funktionsstörungen zu einer Verbesserung der Erkrankung beitragen kann.

Die Kognitive Remediation lässt sich in einen diagnostischen Bereich und 3 anschließende therapeutische Ebenen einteilen:

(1.) Neuropsychologische Diagnostik
Zunächst wird eine ausführliche neuropsychologische Diagnostik durchgeführt. Hierbei werden unterschiedliche kognitive Funktionsbereiche, wie z.B. die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis, die Sprachfunktionen oder das Planungsvermögen untersucht. Ziel ist es, individuelle Funktionsprofile zu erstellen, um ein für jeden einzelnen Patienten angepasstes Therapieprogramm zusammenzustellen.

(2.) Restitutive Therapie:
Hier werden gezielte Übungen in unterschiedlichen kognitiven Funktionsbereichen z.B. durch kognitives Training am PC oder mit Hilfe von Aufgaben mit Papier und Bleistift durchgeführt um z.B. die Aufmerksamkeitsfunktionen (Konzentrationsfähigkeit) zu steigern. Ziel dieser Maßnahme ist es, eine neuronale Reorganisation, also eine Wiederherstellung der beeinträchtigten Funktion durch intensives Üben zu erreichen.

(3.) Kompensatorische Therapie:
Bei dieser Therapie geht es darum Strategien zu vermitteln, so dass sich kognitive Funktionen verbessern indem andere Fähigkeiten oder Hilfsmittel genutzt werden können oder die Umwelt den Bedürfnissen besser angepasst wird (z.B. Erlernen und Einsatz neuer kognitiver Strategien, Einsatz von Organisationshilfen im Alltag oder Pausenmanagement).

(4.) Integrative Therapie:
Durch übergreifende Denkansätze wird hier der Einsatz der in 2 und 3 gelernten Erkenntnisse in die alltägliche Situation übertragen z.B. Programme zum Verhaltensmanagement. Auch Elemente aus der Verhaltenstherapie können hier stützend zum Einsatz kommen. Ziel ist es, die psychosoziale Anpassung und Krankheitsbewältigung oder- akzeptanz zur sozialen, schulischen oder beruflichen Reintegration.
Die Bereiche der kognitiven Remedation werden als Einzel- und Gruppentherapeutische Sitzungen angeboten.  Zusätzlich kann auch mit Hausaufgaben gearbeitet werden, um das Erlernte zu festigen.