Laser-/Vereisungsbehandlung bei Netzhautdefekten

Durch degenerative Veränderungen in der Netzhaut oder durch bindegewebige Fasern des Glaskörpers, die an der Netzhaut ziehen, können in der Netzhaut Löcher auftreten oder sie kann einreißen. Bisweilen werden dabei kleine Blutgefäße beschädigt, so daß es in den Glaskörper blutet. Die Netzhaut ist nicht schmerzempfindlich. Sie kann nur Licht- oder Farbwahrnehmungen erzeugen. Die beschriebenen Veränderungen verursachen daher keinerlei Schmerzen. Bisweilen werden von den Patienten aber deutliche Lichtblitze wahrgenommen. Kommt es zu Blutungen, so erscheinen diese wie ein Rußregen. Bei stärkeren Blutungen kann das Sehvermögen erheblich beeinträchtigt werden.

Welche Gefahren bestehen ohne Behandlung?

Werden die beschriebenen Netzhautdefekte nicht behandelt, so kann durch sie hindurch Flüssigkeit vom Glaskörperraum aus hinter die Netzhaut gelangen und diese von ihrer Unterlage abheben. Man spricht dann von einer Netzhautablösung, die zwar vielfach erfolgreich operiert werden kann, aber eine schwerwiegende Bedrohung für das Sehvermögen darstellt.

Nicht jeder Defekt in der Netzhaut bedarf der Behandlung. Sie werden jedoch erforderlich, wenn andere Risikofaktoren hinzutreten, z.B.: mehrere Defekte, Kurzsichtigkeit, frühere Netzhautablösungen am gleichen oder anderen Auge, Netzhautablösung bei Blutsverwandten, Zustand nach Staroperationen, bevorstehende Staroperation, Symptome wie Blitze oder Rußregen. Bei Netzhautrissen, die sich durch Blitze und/oder Rußregen äußern, tritt unbehandelt bei 40 von hundert Patienten eine Netzhautablösung ein.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Durch eine Verschorfungsbehandlung im Bereich der Defektränder wird die Netzhaut mit der Unterlage verklebt. Die Defektränder werden hierdurch abgedichtet und die Netzhaut verwächst durch Narbenbildung mit ihrer Unterlage. Der Vorgang ist vergleichbar mit dem Schweißen. Hieraus erklärt sich auch, daß ein Defektverschluß durch Verschorfungsbehandlung nur solange möglich ist, wie die Netzhaut sich noch nicht von ihrer Unterlage getrennt hat. Ist es bereits zu einer Netzhautablösung gekommen, so muß die Netzhaut vor der Versiegelung des auslösendes Defektes zunächst chirurgisch wieder angelegt werden.

Zum Verschluß des Netzhautdefektes durch Verschorfungsbehandlung kommen folgende Möglichkeiten in Betracht: o Bestrahlung mit Intensivlicht (Lichtkoagulation) "von innen" (Abb.1) o Behandlung mittels Kälte (Kryokoagulation) "von außen" (Abb.2) Die Behandlung muß unter Umständen mehrmals durchgeführt und evtl. nach einiger Zeit wiederholt werden.

Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Zur Lichtkoagulation wird die Oberfläche des Auges durch Tropfen, selten durch eine Spritze betäubt, so daß schmerzlos eine spezielle Kontaktlinse auf die Hornhaut aufgesetzt werden kann. Durch diese hindurch wird mit zahlreichen Einzel-"Schüssen" ein genau gezielter Laserstrahl auf die Netzhaut geleitet, wo er punktuell zur Verschorfung des getroffenen Gebietes führt (Abb. 1). Da die Netzhaut schmerzunempfindlich ist, ist die Behandlung meist schmerzfrei. Nur wenn einer der unsichtbar unter der Netzhaut verlaufenden kleinen Nerven getroffen wird, kann momentan eine leichte Mißempfindung auftreten. Die Behandlung wird mit aufgestütztem Kinn an einer sogenannten Laser-Spaltlampe durchgeführt.

Je nach vorhandenem Instrumentarium kann die Behandlung auch im Liegen über einen sogenannten Laser-Augenspiegel erfolgen. In diesem Falle wird keine Kontaktlinse auf Ihr Auge aufgesetzt. Zur Kältekoagulation wird das Auge durch eine Spritze in die Nachbarschaft des Auges betäubt. Sodann wird bei geöffneten Lidern an verschiedenen Stellen auf die Bindehaut eine Kältesonde aufgesetzt, die einem vorne leicht gebogenen Kugelschreiber gleicht (Abb. 2). Durch Betätigen eines Fußschalters läßt sich die Sondenspitze auf -85E abkühlen. Die Kälte durchdringt die Bindehaut und Augenwand ohne diese zu schädigen und führt zu einer Verschorfung der darunterliegenden Netzhaut.