Laser-/Vereisungsbehandlung bei Venenastverschluß oder Zentralvenenthrombose

Welche Folgen hat ein Venenverschluß?

Durch einen Venenverschluß im Auge kommt es zu einer mangelhaften Durchblutung der Netzhaut. Dies verursacht Netzhautveränderungen, die zu einer Verschlechterung des Sehvermögens mit wiederholten Blutungen, Gefäßneubildungen und möglicherweise zu einem Grünen Star (Erhöhung des Augeninnendruckes) führen können.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die durch einen Venenverschluß erkrankten Netzhautbereiche können durch eine Laser-/Vereisungsbehandlung zur Vernarbung gebracht und damit ausgeschaltet werden. Hierzu kommen folgende Möglichkeiten in Betracht:

  • Bestrahlung mit Intensivlicht (Laserbehandlung) "von innen"
  • Behandlung mittels Kälte (Vereisung) "von außen"
Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Zur Laserbehandlung betäubt die Ärztin/der Arzt die Oberfläche des Auges durch Tropfen, selten durch eine Spritze, so daß schmerzlos eine spezielle Kontaktlinse auf die Hornhaut aufgesetzt werden kann. Durch diese hindurch wird mit zahlreichen Einzel-"Schüssen" ein genau gezielter Laserstrahl auf die Netzhaut geleitet, wo er punktuell zur Verschorfung des getroffenen Gebietes führt (Grafik links). Da die Netzhaut schmerzunempfindlich ist, ist die Behandlung meist schmerzfrei. Nur wenn einer der unsichtbar unter der Netzhaut verlaufenden kleinen Nerven getroffen wird, kann momentan eine leichte Mißempfindung auftreten.

Die Behandlung wird im Sitzen mit aufgestütztem Kinn an einer sogenannten Laser-Spaltlampe durchgeführt. Je nach vorhandenem Instrumentarium kann die Behandlung auch im Liegen über einen sogenannten Laser-Augenspiegel durch geführt werden. In diesem Falle wird keine Kontaktlinse auf Ihr Auge aufgesetzt. Zur Vereisung wird das Auge durch eine Spritze in die Nachbarschaft des Auges, selten durch Tropfen, betäubt. Sodann wird bei geöffneten Lidern an verschiedenen Stellen auf die Bindehaut eine Kältesonde aufgesetzt, die einem vorne leicht gebogenen Kugelschreiber gleicht (Grafik rechts).Durch Betätigen eines Fußschalters läßt sich die Sondenspitze auf -85°C abkühlen. Die Kälte durchdringt Bindehaut und Augenwand ohne diese zu schädigen und führt zu einer Verschorfung der darunterliegenden Netzhaut.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Die Netzhautveränderungen bei Venenverschluß nehmen einen sehr unterschiedlichen Verlauf. In einigen Fällen kann das Fortschreiten der Erkrankung trotz der Laser-/Vereisungsbehandlung nicht gestoppt werden. Bei konsequenter Durchführung der angeratenen Behandlung kann in der Mehrzahl der Fälle jedoch das Auftreten von Komplikationen (z. B. Glaskörper-blutungen, Grüner Star) verhindert werden. Sollte eine Glaskörperblutung vorhanden sein, so kann eine spätere chirurgische Entfernung des Blutes notwendig sein. Eine Verbesserung des Sehvermögens hängt hauptsächlich davon ab, ob die Durchblutung der Stelle des schärfsten Sehens beeinträchtigt ist.