Forschungsgruppe Molekulare und Klinische Psychotraumatologie

Leitung

Dr. Ulrike Schmidt


Hintergrund

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine mit hohem Leidensdruck einhergehende und häufig zu sozialem Rückzug und Arbeitsunfähigkeit führende psychische Erkrankung, die nach traumatischen Erlebnissen wie (sexueller) Gewalt, schweren Unfällen, Naturkatastrophen oder emotionaler Vernachlässigung in der Kindheit auftreten kann. Die Hauptsymptome der PTBS sind Nachhallererinnerungen (Flashbacks) bis hin zu Dissoziation, Vermeidung Trauma-assoziierter Erinnerungsreize, nervöse Übererregbarkeit und ein Gefühl der Gefühllosigkeit. Expositions-basierte Psychotherapieverfahren zeigen eine gute Wirksamkeit gegen dieses Syndrom, die entsprechenden Behandlungsplätze sind jedoch knapp und die Behandlungsdauer lang. Antidepressiva vom SSRI-Typ sind in der PTBS-Behandlung ebenfalls wirksam, allerdings nicht bei allen Betroffenen und zudem führen sie in vielen Fällen nicht zu einer Vollremission der Beschwerden. Somit ist eine Optimierung der Behandlungsmöglichkeiten für die PTBS dringend erforderlich. Die Identifikation molekularer Zielstrukturen für neuartige Medikamente (sogenannte drug targets) ist daher eines der Hauptziele der PTBS-Forschung, ein weiteres die Identifikation von Biomarkern, die bei der Auswahl des individuell geeignetsten Therapieverfahrens, der differentialdiagnostischen Einordnung und der Prävention dieser schweren Erkrankung helfen könnten. Im Vergleich zu diesen beiden Themen, die Ulrike Schmidt bis Ende 2017 mit ihrer ehemaligen Forschungsgruppe am MPI für Psychiatrie in München bearbeitet hat, wird an den molekularen Grundlagen der emotionalen Instabilität und der Dissoziation geforscht.


Übergeordnete Ziele

Aus diesem Grund hat sich unsere Forschungsgruppe zum Ziel gesetzt, im Kontext des, auf die Erforschung der ADHS und verwandter Erkrankungen ausgerichteten, Gesamtforschungskonzepts unserer Klinik, die bislang nur bruchstückhaft bekannten molekularen und psychologischen Mechanismen der emotionalen Instabilität und der Dissoziation aufzuklären.


Mitarbeiter

Dr. Helena Rosen

Moaz Al Istwani