Nierentransplantation

In Bonn wurde die erste Nierentransplantation durch den späteren Bonner Lehrstuhlinhaber für Urologie, Winfried Vahlensieck, am 22. Januar 1965 durchgeführt, seit dem wurden mehr als 800 Nieren transplantiert. Ab 1973 wurde auf Veranlassung des Landes NRW und der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn die Nierentransplantation schwerpunktmäßig in der Urologie angesiedelt. 1990 erhielt Prof. Vahlensieck für die Bemühungen um die Nierentransplantation die Maximilian-Nitze-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Urologie.

Die Nierentransplantation wird bei schwerer nicht rückbildungsfähiger Einschränkung der Nierenfunktion durchgeführt. Ob eine Nierentransplantation für einen Patienten in Frage kommt wird im Rahmen des Transplantationsgesprächs des Transplantationszentrum geklärt, die Anmeldung zu diesem Gespräch erfolgt über das Transplantationsbüro des Zentrums.

Die Vergabe der Spenderorgane von verstorbenen Organspendern wird durch Eurotransplant vermittelt. Für jedes Organ wird nach einem festgelegten Algorithmus eine Empfängerliste aus den bei Eurotransplant gemeldeten Patienten generiert. In diesem Algorithmus werden die Übereinstimmung der Gewebegruppen (HLA-Match) von Spender und Empfänger, die Wartezeit seit der ersten Dialyse, die Entfernung zwischen Spenderregion und Empfängerzentrum sowie die Bilanz der an Eurotransplant beteiligten Nationen berücksichtigt.

Während Organe von hirntoten Spendern nur an Patienten vergeben werden, die bereits an der Dialyse sind, können Lebendspenden auch bei Patienten durchgeführt werden, bei denen die Dialysepflichtigkeit unmittelbar bevorsteht (sogenannte präemptive Transplantation). Eine wichtige Voraussetzungen für die Lebendspende ist vor allem, das der Spender nicht gefährdet wird. Zudem müssen verschiedene weitere Bedingungen des Transplantationsgesetztes erfüllt sein. Ob die Voraussetzungen für eine Lebenspende erfüllt sind wird im Rahmen des interdisziplinären Transplantationsgesprächs überprüft. Die Lebendspende erfolgt in der Regel minimalinvasiv über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie). Gegenüber einer Schnittoperation können sich die Lebendspender im Anschluss schneller erholen und früher in den Alltag zurückkehren.

Die Nierentransplantation wird in enger interdisziplinärer Kooperation mit der Abteilung für Nephrologie der Medizinischen Klinik und Poliklinik 1, der Abteilung für Nephrologie des Zentrums für Kinderheilkunde und der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie durchgeführt. Neben der alleinigen Nierentransplantation wird für Patienten mit Typ I Diabetes, die an einer dialysepflichtigen Niereninsuffizienz leiden, in Kooperation mit der Chirurgischen Klinik, die kombinierte Pankreas-Nieren Transplantation angeboten.

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