Operation an den Augenlidern

Welche Aufgaben haben die Augenlider?

Die Augenlider haben für die Augen eine wichtige Funktion. Sie schützen sie gegenüber Umwelteinflüssen und Verletzungen und sorgen gemeinsam mit den Tränendrüsen für eine gleichmäßige Befeuchtung der Augenoberfläche. Sie müssen sich normal öffnen, um das Sehen nicht zu behindern. Zur Erhaltung oder Wiederherstellung dieser Eigenschaften bedürfen deutliche Lidveränderungen der operativen Behandlung.

Welche Lidveränderungen gibt es?

Man unterscheidet:

  • Lidfehlstellung
  • Lidhauterschlaffung
  • Lidtumor

Die häufigsten Lidfehlstellungen sind die Auswärtskehrung der Lidränder, die Einwärtskehrung der Lidränder, das Herabhängen des Oberlids, die Erweiterung der Lidspalte und die Verengung der Lidspalte. Sie können unterschiedliche Ursachen haben. Die Lidhauterschlaffung ist eine normale Folge altersbedingter Veränderungen an den elastischen Fasern der Haut. Tumore der Lider sind die Folge von Entzündungen (z. B. das Hagelkorn), von Ablagerungen (z. B. Fettablagerungen) oder von Gewebsneubildungen und Gewebsentartungen (z. B. das Basalzellenkarzinom).

Was geschieht ohne Behandlung?

Ohne Behandlung kann der bestehende Zustand nicht behoben werden. Bei Fehlstellungen der Lider führt dies zu einer anhaltenden Behinderung der Lidfunktion. Bei Gewebsneubildungen und Gewebsentartungen kommt es zu einem weiteren Wachstum der Veränderung mit Übergreifen auf die Umgebung.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Bei der Lidfehlstellung werden über eine Schnittführung, die parallel zu den Lidrändern bzw. den Hautfalten verläuft, Korrekturen am Unterhautgewebe, an den Lidmuskeln und/oder am Lidknorpel mit Gewebeverschiebungen vorgenommen und in Zusammenwirken mit speziellen Nähten die gewünschten Wirkungen erzielt. Unter Umständen kann auch Haut von einer anderen Körperstelle übertragen werden.
Bei der Lidhauterschlaffung genügt in der Regel die Entnahme der überschüssigen Haut. Gelegentlich muß das darunterliegende Fettgewebe entfernt werden. Bei Lidtumoren kommen unterschiedliche Verfahren zur Anwendung:

  • Das Hagelkorn wird nach Einschneiden der inneren oder äußeren Lidhaut mit einem scharfen Löffel ausgekratzt. Oft ist keine Naht erforderlich.
  • Fettablagerungen liegen sehr oberflächlich. Sie werden entweder mit Laserstrahlen unter der Haut "weggeschmolzen" oder herausgeschnitten und die Wundränder vernäht.
  • Gewebsneubildungen und Gewebsentartungen lassen sich bisweilen durch Vereisung mit einer Kältesonde behandebehandeln. Ist dies nicht möglich, so müssen sie herausgeschnitten und die Wundränder vernäht werden.
  • Größere Defekte werden durch Verpflanzung von Haut von anderen Körperstellen oder durch Verschiebung von Haut aus der Nachbarschaft gedeckt. Hierzu sind zusätzliche Einschnitte erforderlich, die anschließend vernäht werden.
Wie werden die Lider für die Operation betäubt?

Der Eingriff wird in der Regel in örtlicher Betäubung durchgeführt. Hierzu wird das Operationsgebiet durch ein oder mehrere Einspritzungen eines Betäubungsmittels unempfindlich gemacht. In Einzelfällen kann der Eingriff auch unter Vollnarkose durchgeführt werden.