Operation bei Glaskörperveränderungen

Was sind Glaskörperveränderungen?

Das Auge hat die Form einer Hohlkugel. An der nach außen gerichteten Seite besitzt die Wand des Auges ein klares Fenster, die Hornhaut, die von den Lidern geschützt wird. Die Kugel wird durchspannt von der Regenbogenhaut (Iris), die das Auge in einen kleinen vorderen Abschnitt und einen etwa 5 x größeren hinteren Abschnitt unterteilt. In der Mitte der Iris befindet sich eine Öffnung, die Pupille. Der Bereich vor der Iris heißt vordere Augenkammer, der Bereich hinter der Iris ist der Glaskörperraum. Dieser ist angefüllt mit einer farblosen, durchsichtigen, gallertartigen Masse, dem Glaskörper. Hinter der Pupille liegt auf der Vorderfläche des Glaskörpers die Linse, die seitlich mit feinen Fasern an einer muskulösen Vorwölbung der Augeninnenwand (Strahlenkörper) aufgehängt ist. Der Glaskörperraum ist rundum von der Netzhaut ausgekleidet.

Das Auge ist vergleichbar mit einer Kamera, wobei die Hornhaut und die Linse dem Objektiv und die Netzhaut dem Film entsprechen. Das durch Hornhaut und Linse einfallende Licht wird auf der Netzhaut gebündelt und läßt dort ein Bild entstehen, das über den Sehnerv ans Gehirn weitergeleitet wird.

Der normale Glaskörper ist klar und durchsichtig. Er liegt der Netzhaut spannungsfrei an. Ist er getrübt (z.B. durch Blut oder Entzündungsmaterial), enthält er von außen eingedrungene Fremdkörper oder zieht er mit narbigen Verdichtungen an der Netzhaut und löst diese sogar von ihrer Unterlage ab, so muß er chirurgisch entfernt und durch eine Spezialflüssigkeit ersetzt werden.

Welche Gefahren bestehen ohne Behandlung?

Wenn mit einem Aufsaugen der Eintrübung nicht gerechnet werden kann, sich ein Fremdkörper im Glaskörper befindet oder narbige Verspannungen die Netzhaut verziehen bzw. von ihrer Unterlage abheben, so ist eine Operation erforderlich. Ohne die Operation ist mit einer Verbesserung des Sehvermögens nicht zu rechnen. Je nach Grunderkrankung könnte im Laufe der nächsten Monate das Restsehvermögen ganz verloren gehen.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Zur besseren Sicht erfolgt die Operation unter einem Operationsmikroskop. Das Auge wird wenige Millimeter hinter dem Hornhautrand an mehreren Stellen mit kleinen Schnitten eröffnet. Durch diese werden feinste Operations- und Beleuchtungsinstrumente in den Glaskörper eingeführt und mit diesen der gesamte Glaskörper mitsamt den vorhandenen Trübungen, Verdichtungen oder Fremdkörpern aus dem Auge entfernt. Das verlorengehende Volumen wird gleichzeitig durch eine Spezialflüssigkeit ersetzt (siehe Abbildung unten). In manchen Fällen muß die Linse entfernt oder zur Behandlung bzw. Verhütung einer Netzhautablösung eine Eindellungsoperation durchgeführt werden. Läßt sich vorhersehen, daß solche Erweiterungen der Operation notwendig werden könnten, so wird Sie der Arzt/die Ärztin über diese zusätzlichen Eingriffe, ihre Folgen und die möglichen Komplikationen gesondert aufklären. Bei weitreichenden Glaskörper- oder Netzhautveränderungen kann es erforderlich werden, zur Stabilisierung Luft, spezielles Gas oder Silikon-Oel in den Glaskörperraum einzugeben. Zur Verbesserung der Wirkung dieser Substanzen kann es nach der Operation für einige Tage erforderlich sein, eine bestimmte Körper- oder Kopfhaltung einzunehmen. Sollte dies erforderlich sein, so werden Sie hierüber nach der Operation ausführlich informiert. Bei Operationsende wird das Auge mit feinen Fäden vernäht, die sich von selbst auflösen oder einige Zeit nach der Operation entfernt werden.

Wie wird das Auge für den Eingriff betäubt?

Die Vitrektomie wird in Vollnarkose durchgeführt oder das Auge wird durch Einspritzungen in seine Nachbarschaft schmerzunempfindlich gemacht. Bei der örtlichen Betäubung des Auges durch Injektion kann es zu Krampfanfällen und vorübergehendem Bewußtseinsverlust, zu Blutungen in Lider und Augenhöhle sowie zu dauerhafter Erblindung des betroffenen Auges kommen. Derartige Komplikationen sind jedoch so selten, daß dafür keine Zahlen angegeben werden können.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Wie Ursachen der Glaskörperveränderung, so sind auch die Erfolgsaussichten sehr unterschiedlich. Bei einfachen Einblutungen läßt sich bei einem Großteil der Patienten eine erhebliche Sehverbesserung erzielen. Es läßt sich aber nicht ausschließen, daß es nach einer erfolgreichen Operation infolge der Grundkrankheit erneut zu einer Einblutung kommt.

Besteht eine Netzhautveränderung oder Netzhautablösung, so sind die Erfolgsaussichten erheblich ungünstiger. Auch dann empfiehlt sich aber die Operation, weil ihre Risiken verhältnismäßig gering sind und ohne Operation nicht mit einer Besserung des Zustandes zu rechnen ist.