Photodynamische Therapie (PDT) von Blutgefäßwucherungen unter der Makula

Was ist die Ursache der Blutgefäßwucherung?

Blutgefäßwucherungen unter der Netzhaut können ohne ersichtlichen Grund auftreten. Begünstigende Faktoren sind Alter, Kurzsichtigkeit, Bindegewebserkrankungen, Prellung des Augapfels und bestimmte Infektionen.

Welche Gefahren bestehen ohne Behandlung?

Ohne Behandlung werden mit großer Wahrscheinlichkeit die Blutgefäßwucherungen fortschreiten, durch weiteres Wachsen, Bluten und Vernarben immer größere Teile der zentralen Netzhaut zerstören und dadurch das Erkennen von Buchstaben, Personen und Gegenständen immer stärker beeinträchtigen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Es ist häufig möglich, die krankhaften Blutgefäße mit dem Licht eines thermischen Lasers zu verschorfen, was zu ihrem dauerhaften Verschluß führen kann. Durch die entstehende Hitze wird jedoch auch die auf den Wucherungen liegende Netzhaut geschädigt. Ist das Zentrum der Makula betroffen, so läßt sich dieses Verfahren nicht anwenden, da durch die Hitze des Laserlichtes auch die auf den Wucherungen liegenden Sinneszellen der Netzhaut zerstört werden, was im Zentrum der Makula zu einer unmittelbaren weiteren Verschlechterung des Sehvermögens führen würde.

Bei der photodynamischen Therapie wird dem Patienten ein spezieller, lichtempfindlicher Wirkstoff verabreicht. Die Substanz verteilt sich auf dem Blutweg im ganzen Körper, auch in der Netzhaut des Auges. Durch spezifische Bindung an bestimmte Lipoproteine (LDL) reichert sich der Farbstoff vor allem in den krankhaft veränderten Blutgefäßen an. Die Netzhaut wird dann mehrere Sekunden lang durch die Pupille mit einem nichtthermischen Rotlicht-Laser bestrahlt. Durch dieses Laserlicht wird der Wirkstoff aktiviert. Die Aktivierung hat zur Folge, daß gezielt die krankhaft veränderten Blutgefäße verschlossen werden, während die gesunden Gefäße sowie die darüberliegenden Netzhautschichten unbeeinträchtig bleiben.

Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Zunächst wird der Wirkstoff durch eine 10-minütige Infusion verabreicht. Zur Laserbehandlung betäubt die Ärztin/der Arzt die Oberfläche des Auges durch Tropfen, so daß schmerzlos eine spezielle Kontaktlinse auf die Hornhaut aufgesetzt werden kann. Durch diese hindurch wird der Wirkstoff im Auge durch eine 1 ½ minütige Beleuchtung der Netzhaut mit einem speziellen Laser aktiviert. Während der Behandlung sitzt man mit aufgestütztem Kinn an einer sogenannten Laserspaltlampe.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Die photodynamische Therapie ist nicht in der Lage, bereits geschädigte Netzhautzellen zu heilen, aber sie kann häufig einer fortschreitenden Sehverschlechterung vorbeugen, in dem sie eine weitere Ausbreitung des Krankheitsherdes verhindert. Auch nach zunächst erfolgreicher Therapie neigen die abnormen Blutgefäße dazu, sich wieder zu eröffnen und weiter zu wuchern. In diesem Fall sind Wiederholungsbehandlungen nötig.

Worauf ist nach der Behandlung zu achten?

Da das Auge durch Tropfen betäubt worden ist, sollte man mindestens 30 Minuten lang nicht daran reiben, weil Sie es sonst, ohne es zu merken, oberflächlich verletzen könnten, was starke Schmerzen nach sich ziehen würde.

Während der ersten 48 Stunden nach der Infusion ist der Körper erhöht lichtempfindlich. Während dieser Zeit sollte man ungeschützte Haut und Augen nicht direktem Sonnenlicht oder hellem künstlichen Licht ( z. B. Solarium, Zahnarztlampe) aussetzen. Im Freien sollte man daher während dieser 48 Stunden tagsüber entsprechende Kleidung, einen Hut und eine dunkle Sonnenbrille tragen. UV-Sonnenschutzmittel bieten keinen Schutz. Normale Innenbeleuchtung stellt keine Gefahr dar, sondern beschleunigt den Abbau des Farbstoffes. Augenärztliche Untersuchungen sollten wegen der Intensität des benutzten Lichtes frühestens nach Ablauf einer ganzen Woche stattfinden. Zu beachten ist auch die vorübergehende Einschränkung der Straßenverkehrstauglichkeit. Solange die Pupille erweitert ist und solange die dunkle Brille getragen wird, d.h. mindestens 48 Stunden nach dem Eingriff, darf man kein Kraftfahrzeug oder Zweirad steuern und nicht an gefährlichen Maschinen arbeiten.

Da auch nach erfolgreicher Behandlung die gewucherten Blutgefäße dazu neigen, sich wieder zu öffnen, müssen in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden.