Station Freud

Die Station Freud ist unsere geschützte Station mit suchtmedizinischem Schwerpunkt zur Durchführung qualifizierter Entgiftungsbehandlungen. Das Angebot richtet sich im Besonderen an Menschen, die unter einem Missbrauch oder einer Abhängigkeit von Opiaten wie Heroin und/oder von anderen illegalen Suchtstoffen wie Methamphetamin, Amphetamin, Kokain sowie Cannabis und/oder von Medikamenten wie Benzodiazepinen oder Pregabalin leiden.

Ziel der Behandlung ist es, den körperlichen und psychischen Zustand der Betroffenen während der Behandlung zu verbessern und Entzugsbeschwerden durch eine individuell angepasste symptomatische Behandlung zu lindern. Darüber hinaus wird versucht, mit den Patient*innen ein über die stationäre Entgiftungsbehandlung hinausgehendes Weiterbehandlungskonzept zu entwickeln. Wenn Patient*innen an einer Opiatabhängigkeit leiden, kann eine substitutionsgestützte Behandlung mit zum Beispiel Levomethadon oder Buprenorphin indiziert sein, die dann im ambulanten Rahmen fortgeführt werden kann.

Zu den eingesetzten Therapieverfahren gehören neben der symptombezogenen Begleitmedikation und ärztlichen und pflegerischen Betreuung auch eine verhaltenstherapeutisch orientierte Motivationsgruppe und eine intensive Mitbetreuung durch unseren Sozialdienst. Ein weiterer Bestandteil der Behandlung sind Co-Therapien wie die Bewegungstherapie, Ergotherapie, körperbezogene Therapien oder aber Entspannungsverfahren.

Ein weiterer Schwerpunkt der Station ist die Behandlung von Menschen mit einer sogenannten „Doppeldiagnose“. Abhängigkeitserkrankungen gehen häufig zeitgleich mit weiteren psychischen Störungen wie Psychosen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Störungen der Impulskontrolle oder  einer Aufmerksamkeitsdefizits-/Hyperaktivitätsstörung einher. Hier bietet das Team der Station alle Möglichkeiten der modernen, wissenschaftlich basierten psychiatrisch-interdisziplinären Diagnostik und Therapie.

Da suchtkranke Menschen häufig unter körperlichen Beschwerden, Erkrankungen oder Begleiterscheinungen leiden, arbeiten wir eng mit anderen Fachdisziplinen des Universitätsklinikums Bonn zusammen, um auch hier Behandlungen zu optimieren bzw. einzuleiten.

Zur rückfallprophylaktischen Behandlung kann in einigen Fällen die Einstellung auf einen Opioid-Antagonisten wie Naltrexon nach einer erfolgreichen Opiatentgiftungsbehandlung oder in bestimmten Fällen auf Disulfiram bei einer Alkoholabhängigkeit erfolgen.

Für Menschen mit schwerster Opiat-Abhängigkeit leitet die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie gemeinsam und in enger Zusammenarbeit mit der Bundesstadt Bonn und den Hilfswerken Diakonie und Caritas ein ambulantes Zentrum zur Diamorphin-gestützten Substitutionsbehandlung, mit dem eine enge Kooperation besteht. Auch hier werden die betroffenen Patient*innen eingängig beraten (https://www.suchthilfe-bonn.de/einrichtungen/diamorphinambulanz.html).

Die Anmeldung für eine suchtspezifische Behandlung auf unserer Station erfolgt telefonisch unter der Telefonnummer 0228-287-15682. Zur Aufnahme auf die Warteliste ist ein aktueller Versicherungsnachweis, den Sie sich von Ihrer Krankenkasse zuschicken lassen können, erforderlich. Eine Anmeldung kann unter der Telefonnummer auch durch Angehörige, Betreuer*innen oder Vorbehandler*innen für Sie erfolgen.