Übende Verfahren

Biofeedback

Hintergrund

Psychiatrische Erkrankungen und körperliche Begleiterkrankungen gehen häufig mit Veränderungen physiologischer Körperfunktionen einher, so z. B. depressive Erkrankungen mit einer Stressregulationsstörung, Schmerzsyndrome mit muskulären Verspannungen und die Migraine mit einer Vasodilatation der meningealen Gefäße. Biofeedback stellt eine Methode dar, mit der ein Patient lernen kann, eine veränderte Körperfunktion willentlich selbst zu beeinflussen und eine Entspannung einzuleiten.

 

Methode

Mit dem Biofeedback-Gerät werden physiologische Parameter durch Sensoren auf dem Computerbildschirm sichtbar gemacht und mit einem visuellen oder akustischen Feedbacksignal gekoppelt. Typische Parameter stellen die Hautleitfähigkeit, die Atemfrequenz, die Temperatur, die Muskelanspannung, die Hirnwellen, die Pulsvolumenkurve und die Herzfrequenz dar. Typische Feedbacksignale stellen Animationen in Form einer aufgehenden Sonne, einer sich öffnenden Rose, eines Ballons oder eines Blutgefäßes dar.

 

Behandlungsschritte

Die Behandlungsschritte umfassen im Einzelnen eine Diagnostikeinheit mit Informationsgabe über die Ursache des gestörten Parameters sowie die Möglichkeit der willentlichen Beeinflussung. In einer zweiten Beobachtungs- und Experimentiereinheit lernt der Patient Wege, das ausgewählte Signal willentlich zu verändern und wird über die Notwendigkeit informiert, den Erfolg auf dem Bildschirm zu sehen. In der anschließenden Trainingsphase von 8 - 10 Übungseinheiten werden erreichbare Ziele mit stufenweiser Erhöhung der Selbstwirksamkeitserwartung im Beisein des Therapeuten trainiert. Der Sitzungsablauf einer Übungseinheit ist durch den Wechsel zwischen Training und geführter Entspannung im Verhältnis 3:1 gekennzeichnet. Nach der Trainingsphase erfolgt eine Transferphase auf Alltagsbedingungen und Stresssituationen

 

Zusammenfassung und Behandlung in unserer Klinik

Zusammenfassend vereinigt Biofeedback psychophysiologische und verhaltenstherapeutische Grundlagen unter lerntheoretischen Aspekten. Biofeedback stellt eine leicht zu lernende, nebenwirkungsfreie und wirksame Behandlungsmethode dar, durch die Veränderungen physiologischer Körperfunktionen bei psychiatrisch erkrankten Patienten durch den Patienten selbst normalisiert werden können.

Einsatz in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn: Biofeedback steht als zusätzliche Behandlungsmethode in besonderen Indikationen zur Verfügung. Für Biofeedback wird in Deutschland aufgrund unzureichender wissenschaftlicher Evaluierung von den Krankenkassen noch keine Kosten übernommen.

 

Kognitives Training/Kognitive Remediation

Psychische Erkrankungen gehen oft mit Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit einher. Diese können auch die Funktionsfähigkeit im Alltag beeinträchtigen. Kognitive Störungen, z.B. Gedächtnisstörungen, langsame Reaktionen, verminderte Daueraufmerksamkeit können durch übende Verfahren gebessert werden. Sehr bewährt hat sich ein Training geistiger Funktionen am Computer, das man nach anfänglicher Anleitung in eigenem Tempo durchführen kann und das sich in der Schwierigkeit an das Leistungsvermögen anpasst. Neben objektiven Leistungsverbesserungen sind auch die kleinen Erfolgserlebnisse beim Training motivierend und helfen bei einer realistischen Einschätzung des eigenen Leistungsvermögens.

 

Stressbewältigung durch Achtsamkeit

Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen stehen unter großer seelischer Belastung. In der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn findet Stressbewältigung durch Achtsamkeit regelmäßig in Gruppen statt. Hier wird vermittelt, wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen, besser seine Bedürfnisse zu erkennen sowie körperliche Symptome als hilfreiche Signale wahrzunehmen, um mit schwierigen Gefühlen wie Wut und Angst konstruktiv umzugehen.

Es handelt sich um eine leicht zu lernende, nebenwirkungsfreie und wirksame Behandlungsmethode, die dabei hilft zur Ruhe zu kommen, körperliche und seelische Balance zu erlangen, Stress und Belastungen zu minimieren, Konzentration und Präsenz zu steigern sowie neue Perspektiven und individuelle Lösungen zu entwickeln.

Zusammenfassend wird über eine intensive Achtsamkeits-Schulung eine positivere Lebenseinstellung und die Entwicklung neuer Perspektiven angeregt.

 

Genussgruppe

Mit allen Sinnen genießen

In angenehmer und vertrauensvoller Atmosphäre werden die Teilnehmenden für den Genuss der alltäglichen schönen Momente sensibilisiert.

Die einführende Sitzung beginnt mit der Erläuterung der Genussregeln:

  1. Genuss braucht Zeit....
  2. Genuss muss erlaubt sein....
  3. Genuss geht nicht nebenbei....
  4. Weniger ist mehr.....
  5. Genuss aussuchen, der gut tut....
  6. Ohne Erfahrung kein Genuss.....
  7. Genuss ist alltäglich

In den folgenden Sitzungen steht jeweils eine der fünf Sinneswahrnehmungen im Vordergrund. In praktischen Übungen, die natürlich mit Genuss verbunden sind, lernen Sie Schritt für Schritt, (wieder) mit allen Sinnen zu genießen!

 

 Kochtherapie

In der Kochtherapie geht es um den (Wieder)Erwerb von Alltagskompetenzen, Aktivierung und Freude am gemeinsamen Kochen.