Zentrum für Rettungs- und Notfallmedizin

Öffentlich-rechtliche Gemeinschaftseinrichtung Universitätsklinikum Bonn / Bundesstadt Bonn

 

OA Dr. med. Ulrich Heister

Ärztlicher Leiter

 


Tel.: Klinik +49 (0)228-287 33499
Tel.: Feuerwache +49 (0)228-717-713
 

 

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Träger des öffentlichen Rettungsdienstes

Die Bundesstadt Bonn, vertreten durch das Amt Feuerwehr und Rettungsdienst, ist Träger des öffentlichen Rettungsdienstes in Bonn und hat damit die flächendeckende Versorgung der knapp 330.000 Bonner Einwohner mit den Leistungen des Krankentransportes, der Notfallrettung und des Notarztdienstes sicherzustellen. In über 90 % der über Notruf 112 gemeldeten Notfälle ist das ersteintreffende Fahrzeug innerhalb von acht Minuten im gesamten Stadtgebiet vor Ort - und das an 365 Tagen rund-um-die-Uhr.

Unter Lenkung und Leitung der Feuer- und Rettungsleitstelle in der Hauptfeuerwache am Lievelingsweg 112 (Bonn-Tannenbusch) sind täglich bis zu 20 Rettungswagen, 28 Krankenwagen und 4 Notarzteinsatzfahrzeuge im Einsatz. Die Annahme und Disposition der Notfalleinsätze erfolgt durch Beamte der Berufsfeuerwehr, die neben der Gruppenführerausbildung im feuerwehrtechnischen Dienst auch eine Berufsausbildung zum Rettungsassistenten/Notfallsanitäter absolviert haben.

Aktuell werden in Bonn jährlich rund 78.000 Einsätze im Rettungsdienst absolviert, davon

  • 35.000 Notfalleinsätze (RTW)
  • 32.000 Krankentransporte (KTW)
  • 10.500 Notarzteinsätze (NEF)

 

Zentrum für Rettungs- und Notfallmedizin

Das Universitätsklinikum Bonn und die Bundesstadt Bonn haben 2010 gemeinsam das regionale Zentrum für Rettungs- und Notfallmedizin gegründet. Diese öffentlich-rechtliche Institution soll die notfallmedizinische Versorgung durch Verzahnung der Präklinik mit einer Klinik der Maximalversorgung weiter optimieren. Die organisatorische Ansiedelung erfolgt unmittelbar an den Klinischen Vorstand des UKB sowie an das zuständige Dezernat bei der Stadt Bonn. Fachlich erfolgt die operative Anbindung an die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin (KAI) sowie an das Amt 37 - Feuerwehr und Rettungsdienst. Leiter des Zentrums ist Herr Dr. med. Ulrich Heister, Facharzt für Anästhesiologie/ Notfallmedizin, der als Oberarzt der Klinik zugleich der langjährige bestellte Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes (ÄLRD) bei der Stadt Bonn ist.

In dieser eigenständigen Organisationseinheit werden alle Belange des Rettungswesens und der präklinischen Notfallmedizin zusammengeführt. Zu den Aufgabenschwerpunkten gehören die ärztliche Leitung des Notarzt- und Rettungsdienstes, das Sekundär- und Intensivtransportwesen, die strukturierte Ausbildung der Weiterbildungsassistenten/-innen im Bereich Notfallmedizin, die notfallmedizinischen Lehre, die Initiierung und Koordinierung präklinischer Studien sowie das medizinische Controlling und die Qualitätssicherung. Darüber hinaus wird die Aus- und Fortbildung des Rettungsfachpersonals einschließlich der jährlichen Zertifizierung (Standardarbeitsanweisungen im Rettungsdienst) ärztlich sichergestellt.

Die Ärztekammer Nordrhein hat Herrn Dr. Heister die Befugnis zur Weiterbildung für Notfallmedizin (Zusatz-Weiterbildung) mit einem Umfang von sechs Monaten erteilt.

Die personelle Ausstattung des Zentrums besteht neben dem Ärztlichen Leiter aus zwei festbesetzten Facharztstellen sowie acht Assistenzarztstellen, die in einem Rotationsprinzip durch Weiterbildungsassistenten/-innen der Klinik für jeweils 12 Monate besetzt werden. Während dieser Zeit erfolgt der Einsatz ausschließlich in der Notfallmedizin in verschiedenen Funktionen auf den Feuer- und Rettungswachen

 

Notfallrettung

Die personelle Besetzung der Rettungswagen (RTW), die auf sieben im Stadtgebiet Bonn verteilten Feuer- und Rettungswachen sowie Rettungswagenstützpunkten stationiert sind, erfolgt durch Notfallsanitäter, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter der Berufsfeuerwehr Bonn sowie der gemeinnützigen Bonner Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Malteser Hilfsdienst (MHD) und der Fa. Falck Notfallrettung und Krankentransport GmbH.

Die Besetzung der Notarzteinsatzfahrzeuge  erfolgt durch Fahrer der Berufsfeuerwehr, die ebenfalls als Notfallsanitäter/Rettungsassistenten ausgebildet sind, sowie durch Notärzte/-innen der beiden eingebundenen Krankenhäuser UKB und Johanniter GmbH - Waldkrankenhaus. Alle eingesetzten Rettungswagen sind nach modernen Gesichtspunkten konzipiert und ausgerüstet. Seit 1991 wird unter der wissenschaftlichen Begleitung des UKB eine flächendeckende Frühdefibrillation mit Halbautomaten (AED) durch das Rettungsfachpersonal durchgeführt, so dass inzwischen in über 1.000 Fällen Patienten/-innen bereits vor Eintreffen des Notarztes defibrilliert und z.T. mit eigenem Kreislauf stabilisiert werden konnten.

Standorte  
Bonn-Innenstadt: Feuer- und Rettungswache 1, Lievelingsweg 112, 53119 Bonn
Bonn-Beuel: Feuer- und Rettungswache 2, Maarstr. 8-10, 53227 Bonn
Bonn-Bad Godesberg: Feuer- und Rettungswache 3, Friesdorfer Str. 160, 53175 Bonn
Bonn-Hardtberg: Rettungswache 4, Auf dem Kirchbüchel 4, 53127 Bonn
Bonn-Venusberg: Rettungswache UKB, Universitätsklinikum Bonn, INZ
Bonn-Gronau: Rettungswache Johanniter, Johanniter Krankenhaus
Bonn-Bad Godesberg: Rettungswache Süd, Koblenzer Str. 148, 53177 Bonn

 

Notarztdienst

Die Notarzteinsatzfahrzeuge im Bezirk Bonn-Nord (NEF-Nord und Tages-NEF) sind auf der Feuer- und Rettungswache 1 stationiert und werden ausschließlich durch Ärzte/-innen der KAI besetzt. Das Notarzteinsatzfahrzeug im Bezirk Bonn-Süd (NEF-Süd) ist in Bad Godesberg auf der Feuer- und Rettungswache 3 untergebracht und rückt mit Ärzten/-innen des Waldkrankenhauses aus. Unter Leitung der Anästhesieabteilung (Chefarzt: Dr. H. Busse) und des verantwortlichen Oberarztes Dr. Andreas Viehöfer, zugleich stellvertretender ÄLRD im Bonner Rettungsdienst, beteiligen sich auch noch andere Fachabteilungen am Dienst.

Zusätzlich zu diesen regulär besetzten Fahrzeugen wird an Werktagen ein weiteres NEF vorgehalten, das ggf. mit dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst sowie Beamten der Feuerwehr bei Bedarf kurzfristig zur Abdeckung von Einsatzspitzen oder bei größeren Schadenlagen ausrücken kann. Ebenso werden bei geplanten Großveranstaltungen (Karneval, Bonn-Marathon, Rhein in Flammen, Pützchens Markt, etc.) weitere NEF besetzt.

Darüber hinaus wird der Notarztstandort Bornheim im Rhein-Sieg-Kreis jeden zweiten Kalendertag mit Ärzten/-innen der KAI besetzt. Die ärztliche Leitung dieses Standortes obliegt ebenfalls dem Leiter des Zentrums für Rettungs- und Notfallmedizin.

 

Sekundär- und Intensivverlegungen

Zur Ergänzung des Primärnotarztdienstes existiert ein organisierter Verlege-Notarztdienst für Interhospitaltransporte. Dieser Dienst wird auch durch die KAI mit drei festen Funktionen sichergestellt. Werktäglich stehen tagsüber zwei Verlege-Notärzte auf der Feuerwache 1 zu Verfügung, die neben geplanten Verlegungen auch für minutendringliche Akut-Verlegungen sowie Primäreinsätze bei Engpässen im Notarztdienst eingesetzt werden.

Mit einer Vorlaufzeit von max. 30 min. stellt die Klinik 24/7 einen weiteren Verlege-Notarzt ab, welcher bei zusätzlichem Bedarf anfallende Sekundär- und Intensivtransporte im UKB und für den öffentlichen Rettungsdienst ärztlich begleitet.

ECMO-Transporte werden ausschließlich durch spezialisierte Intensivteams der KAI durchgeführt, Inkubatortransporte erfolgen in Begleitung von Kinderärzten/-innen.

Da es sich z.T. um schwer kranke Intensivpatienten handelt, wurden seitens des städt. Rettungsdienstes spezielle med.-technische Geräte (Zoll X-Serie®, Oxylog 3000®Plus) angeschafft, die ein optimiertes Monitoring mit mehreren invasiven Drücken und moderne assistierte Beatmungsformen mit Intensivstandard ermöglichen.

 

Großschadenlagen und Erweiterter Rettungsdienst

Zur Bewältigung von Großschadenlagen und dem Massenanfall von Verletzten (MANV) hat der Träger des Rettungsdienstes zahlreiche Vorkehrungen getroffen.

Der Leitende Notarzt (LNA) koordiniert zusammen mit dem ÄLRD die medizinisch-organisatorischen Maßnahmen und ist Teil der Einsatzleitung. Aus einer Gruppe von sechs Fachärzten/-innen beider Notarztstandorte mit entsprechender Ausbildung wird täglich ein Rufdienst vorgehalten. Ein Organisatorischer Leiter Rettungsdienst (OrgL) ergänzt die Tätigkeiten als Abschnittsleiter Rettungsdienst und wird vom ASB, DRK und MHD gestellt, ebenso wie unterstützende Kräfte aus dem Rettungsdienst als Schnelleinsatzgruppen (SEG Rett).

Materiell hält die Stadt Bonn über den Regelrettungsdienst hinaus Medikamente, Infusionen und Verbandmaterial für mind. 50 schwerverletzte Patienten ständig vor. Bei noch höheren Patientenzahlen werden die umliegenden Rettungsdienstbereiche (Rhein-Sieg-Kreis, Rhein-Erft-Kreis, Kreis Euskirchen, Stadt Köln) im Rahmen eines festen Kooperationskonzeptes um Unterstützung gebeten.

 

Fort- und Weiterbildung

Alle zwei Monate finden Fortbildungsveranstaltungen und Fallkonferenzen für die im Notarztdienst eingebundenen Ärzte/-innen statt sowie zweimal jährlich in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Nordrhein der 80-stündige Kursus zur Erlangung der „Zusatzbezeichnung Notfallmedizin“ unter der Leitung von Dr. A. Bartsch und Dr. U. Heister.

 

Forschung und Studien

Neben der täglichen Patientenversorgung werden regelmäßig Untersuchungen und Studien in der präklinischen Notfallmedizin, teilweise im Rahmen von Dissertationen, durchgeführt. Aus den Forschungsschwerpunkten der kardiopulmonalen Reanimation (Prof. Fischer, Dr. Breil, Dr. Schewe, Dr. Heister) gingen zahlreiche international anerkannte Publikationen, Übersichtsarbeiten sowie Fallberichte hervor:
•    Rettungsdienstsysteme im internationalen Vergleich (EED-Studie)
•    Inzidenz und Therapie bei Erstmanifestation von cerebralen Krampfanfällen
•    Hypothermie nach CPR (multizentrische HACA-Studie)
•    Small-volume-resuscitation / Einsatz von Hyper-HAES bei der CPR
•    CPR-Unterstützung durch mechanische Kompressionssysteme (Zoll Autopulse®)
•    Transport unter CPR mit mechanischen Kompressionssystemen

 

Lehre und Angebote für Studenten/-innen

Über das Zentrum für Rettungs- und Notfallmedizin wird ein Praxistag für interessierte Studentinnen und Studenten im Notarztdienst der Stadt Bonn angeboten. Im Rahmen der Berufsfelderkundung sollen die angehenden Mediziner/-innen die Möglichkeit bekommen, Einblicke in verschiedene Bereiche der Notfallmedizin zu erhalten. Es geht bei diesen Praxistagen um die Gewinnung von Eindrücken im Einsatzdienst, in der Notfallmedizin und im Arbeitsalltag des Rettungsdienstes.
Interessierte Studenten/-innen können die Praxistage über das SkillsLab der Universität Bonn buchen und erhalten von dort eine Bestätigungsmail. Diese geht mit namentlicher Nennung des Studenten in Kopie an die jeweiligen Oberärzte der beiden Notarztstandorte, so dass bekannt ist, wer kommt und welche Tage belegt sind. In Abstimmung mit den Semesterplänen wird dieses bis auf weiteres immer mittwochs sein.

Informationsblatt „Praxistag für Studenten/-innen im Notarztdienst der Bundesstadt Bonn
Vordruck „Haftungsausschlusserklärung/Datenschutz/Schweigepflicht“