Notfallteam & Zielsetzung
Das Medizinische Notfallteam (MET) besteht aus einem Anästhesist*in und einer Intensivpflegekraft.
Die diensthabenden Anästhesist*innen des MET haben meistens bereits ihren Einsatz im Notarztdienst der Stadt Bonn absolviert und verfügen über die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin.
Die MET-Pflegekräfte besitzen langjährige intensivmedizinische Erfahrung und/oder Zusatzqualifikationen im notfallmedizinischen Bereich (Rettungsassistent/sanitäter, Fachkrankenpflege). Alle Pflegekräfte werden stationsintern regelmäßig konform zu den Guidelines des European Resuscitation Council (Europäischer Rat für Wiederbelebung) durch einen ERC-Instruktor in ALS-Maßnahmen (Erweiterte Lebensrettende Maßnahmen) geschult.
Ausrüstung und Einsatztaktik
Mit seiner Ausrüstung ist das Medizinische Notfallteam in der Lage an jeder Stelle des Universitätsklinikums Venusberg einen akuten Herz-Kreislaufstillstand sowie alle anderen notfallmedizinsch relevanten Krankheitsbilder primär zu versorgen.
Das MET arbeitet eng mit der Fahrbereitschaft des UKB und dem Rettungsdienst der Stadt Bonn zusammen. So wird es auch dann alarmiert, wenn wegen eines medizinischen Notfalles auf dem Klinikgelände Venusberg über 112 ein Notruf bei der Rettungsleitstelle der Berufsfeuerwehr eingeht. Rückt das Notfallteam mit dem Einsatzfahrzeug aus, wird parallel immer ein Rettungswagen mit alarmiert.
Wir nehmen teil und sind Mitglied
Zielsetzung
Es ist mittlerweile unstrittig, dass die frühzeitige Erkennung und effektive Behandlung kritisch kranker Patienten*innen einen eventuell drohenden Kreislaufstillstand verhindern und somit die ungeplante Aufnahme von Patienten*innen auf die Intensivstation vermeiden kann. Die klinischen Zeichen für eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes eines Patienten sind unabhängig von der Grunderkrankung in vielen Fällen sehr ähnlich. Sie äußern sich in einer zunehmenden Verschlechterung der Atem- und Kreislauffunktion und in der Verschlechterung des neurologischen Erscheinungsbildes des Patienten. Diese Indikatoren für eine beginnende vitale Instabilität zeigen sich häufig bereits Stunden vor dem Eintreten des akuten und lebensbedrohlichen Notfalls.
Ziel ist es also, diese Patienten*innen in der Klinik möglichst frühzeitig zu erkennen und durch ein spezialisiertes Team präventiv zu versorgen.
Das Medizinische Notfallteam (MET) verfolgt den Ansatz der „präventiven Intensivmedizin“ und wird bereits frühzeitig bei einer auftretenden Verschlechterung des Allgemeinzustandes des Patienten anhand bestimmter Alarmierungskriterien (s.u.) zur Hilfe gerufen.
Die Aufgaben des MET bestehen nach der Alarmierung in der Stabilisierung und der Entscheidung über die weiterführende Versorgung des Patienten. Dafür kann es notwendig sein, den Patienten*in von einer Normalstation auf die Intensivstation zu übernehmen, oder auf eine Wachstation zu verlegen.
Die häufigsten Maßnahmen des MET bestehen dabei in der Initiierung einer Flüssigkeits- und Sauerstofftherapie und dem engmaschigen vitalen Monitoring des Patienten sowie dessen Begleitung auf eine Intensiv- oder Wachstation. Wird das MET zu einem Patienten*in mit Kreislaufstillstand gerufen, so führen Arzt*in und Intensivpflegekraft nach Eintreffen am Notfallort die erweiterten lebensrettenden Reanimationsmaßnahmen (Advanced Life Support - ALS) durch. Die Verfügbarkeit des MET entbindet Krankenpflegepersonal und Mediziner*innen auf den Normalstation nicht davon, beim Kreislaufstillstand nach Alarmierung über 2222, unverzüglich die lebensrettenden Sofortmaßnahmen, wie Herz-Druckmassage und Beatmung mit Sauerstoff einzuleiten.
Diese Alarmierungs- und Ablaufschemata gelten nicht nur für die Normalstationen, sondern auch für alle Diagnostik- und Funktionsbereiche sowie alle Institute, alle Gebäude und freie Flächen innerhalb des Klinikgeländes "Venusberg".
Einsatzzahlen
Das Innerklinische Notfallteam rückt aktuell ca. XXX mal pro Jahr zu Einsätzen aus. Anteilig wird in ca. 95% der Fälle eine Behandlung durch das Team vor Ort begonnen. In ca. 70% der Fälle wird ein Transport des Patienten durchgeführt. Ca. 60% der Patienten werden zur weiteren Behandlung in einen Überwachungs- oder Intensivtherapiebereich verlegt.