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Operationen an den Augenmuskeln (Schieloperationen)

Was versteht man unter Schielen?

Die Augen werden durch je 6 Muskeln bewegt, die sämtlich an der äußeren Hülle des Augapfels, der Lederhaut, ansetzen. Ist das Gleichgewicht beider Augen gestört, besteht eine Schielstellung; die Sehachsen der Augen weichen voneinander ab. Je nach Richtung dieser Abweichung spricht man von einem Innenschielen, Außenschielen oder Höhenschielen. In einigen Fällen läßt sich die Schielstellung der Augen mit einer Brille korrigieren; wenn dies nicht der Fall ist, kann eine Operation an den Augenmuskeln (Schieloperation) notwendig sein.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Bei einer Schieloperation werden die zu operierenden Augenmuskeln freigelegt und entsprechend dem bestehenden Schielen versetzt oder verkürzt. Je nach Ausmaß und Art des Schielens werden ein oder beide Augen operiert. Die Operation erfolgt in der Regel in Vollnarkose. Das Ziel der Schieloperation ist eine weitgehende Beseitigung der Schielstellung. Nicht selten kann auch eine spätere - zweite - Augenmuskeloperation notwendig sein.

Die Augenmuskeloperation gilt als ein komplikationsarmer Eingriff. Dennoch können in Einzelfällen Komplikationen auftreten:

  • Über-/Unterkorrektur: das operierte Auge weicht nach der Operation noch in die gleiche Richtung ab, wenngleich der Schielwinkel geringer ist als vor der Operation (Unterkorrektur); das operierte Auge weicht nach der Operation in die Gegenrichtung ab (Überkorrektur). Je nach Ausmaß der Abweichung kann der Restschielwinkel mit speziellen Gläsern (Prismen) ausgeglichen werden, in manchen Fällen empfiehlt sich eine erneute Operation.
  • Doppelbildwahrnehmung: dies ist eine seltene Komplikation in etwa 1 von 1.000 Fällen. Unter Umständen ist ein erneuter operativer Eingriff notwendig.
  • Verletzungen des Augapfels: Sehr selten kann es aufgrund einer dünnen Lederhaut beim Annähen eines Augenmuskels zu einer Verletzung der Lederhaut kommen (Perforation). Im Rahmen der Schieloperation werden dann entsprechende chirurgische Maßnahmen ergriffen, um die Verletzung zu behandeln.
Welche Nachbehandlung ist nach der Operation notwendig?

Nach der Schieloperation müssen Augentropfen und -salben angewendet werden; das operierte Auge ist meist gerötet und kann verstärkt tränen; dies kann Tage bis Wochen anhalten und bildet sich von allein zurück. In der postoperativen Zeit sind regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt notwendig; auch die Zusammenarbeit beider Augen (orthoptischer Status) wird durch Ihren Augenarzt und/oder die Orthoptistin untersucht. In den ersten Tagen nach der Operation sollten Sie schweres Heben oder Pressen sowie Lesen vermeiden. Duschen/Haare waschen ist erlaubt, solange kein Wasser ins operierte Auge gelangt. Schwimmien dürfen Sie wieder etwa 2 Wochen nach der Operation. 

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Ärztlicher Notdienst 116 117

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