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Geburtskliniken

Wenn man die Qualität einer Geburtsklinik beurteilen möchte, stößt man häufig auf bestimmte Kennzahlen. Drei davon können für die Wahl der Geburtsklinik wichtig sein: die Kaiserschnittrate, die Häufigkeit schwerer Dammrisse und die Häufigkeit einer Übersäuerung des Nabelschnurblutes. Außerdem spielt das sogenannte risikoadjustierte Ergebnis in der Beurteilung eine entscheidende Rolle.

In der Karte könnt Ihr nach Geburtskliniken in Eurer Nähe suchen. Die Daten stammen aus dem Jahr 2024 und stellen die derzeit aktuellsten verfügbaren Informationen dar.

 

Was bedeutet „risikoadjustiert“?

Nicht jede Klinik betreut die gleichen Patientinnen. Manche Kliniken versorgen besonders viele Frauen mit Risikoschwangerschaften, Frühgeburten oder Mehrlingsschwangerschaften. Dort ist die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen von vornherein höher.

Ein risikoadjustiertes Ergebnis berücksichtigt diese Unterschiede. Das bedeutet, das die Ergebnisse einer Klinik nicht einfach eins-zu-eins verglichen werden, sondern das berücksichtigt wird, wie viele komplizierte oder besonders riskante Fälle dort behandelt wurden.

So wird zum Beispiel berechnet:

  • Wie viele Kaiserschnitte wären aufgrund der Risikofaktoren zu erwarten gewesen?
  • Wie hoch wäre statistisch das Risiko für schwere Dammrisse oder eine Übersäuerung gewesen?

Erst danach wird geschaut, ob die Klinik besser oder schlechter abgeschnitten hat als erwartet. Dies ermöglicht eine bessere Vergleichbarkeit der Geburtskliniken.

Wenn ein Wert unter 1 liegt, bedeutet das, dass ein Ereignis – zum Beispiel Kaiserschnitte – seltener aufgetreten ist, als man es basierend auf den Umständen (z. B. Risikofaktoren der Patientinnen) hätte erwarten können, was somit tendenziell positiver ausgelegt werden kann.

Liegt der Wert über 1, ist das Ereignis häufiger eingetreten, als man es erwartet hätte, was somit tendenziell negativer ausgelegt werden kann.

Ein Wert von 0 heißt, dass das Ereignis in diesem Fall überhaupt nicht (oder sehr selten, weniger als 3 Mal) eingetreten ist, egal wie wahrscheinlich es gewesen wäre.

Zeilen mit einem * bedeuten, dass der Indikator aufgrund zu kleiner Fallzahlen nicht berechnet werden konnte. 

Die Kaiserschnittrate gibt an, wie viel Prozent der Neugeborenen per Kaiserschnitt und somit durch einen operativen Eingriff auf die Welt gekommen sind.

Ein Kaiserschnitt kann lebensrettend sein, wenn Komplikationen auftreten. Allerdings ist er auch mit Risiken für Mutter und Kind verbunden. Eine sehr hohe Kaiserschnittrate kann darauf hinweisen, dass häufig operiert wird. Möglicherweise auch in Situationen, in denen eine natürliche Geburt möglich gewesen wäre. Eine sehr niedrige Rate ist jedoch auch nicht automatisch gut, denn sie könnte bedeuten, dass notwendige Kaiserschnitte zu selten durchgeführt werden oder weniger Wunschkaiserschnitte stattfinden.

Ausschlaggebend ist nicht die rohe Kaiserschnittrate. Es gilt in der Beurteilung vor allem die risikoadjustierte Kaiserschnittrate zu betrachten.

Die Angaben basieren auf dem Qualitätsindikator: 52249: Kaiserschnittgeburt (Quelle: https://iqtig.org/qs-verfahren/qs-pm/).

Der Damm ist das Gewebe zwischen Vagina und Anus. Bei einer vaginalen Geburt kann es zu einem Dammriss kommen. Schwere Dammrisse (Grad 3 oder 4) betreffen auch den Schließmuskel des Anus und sind für die betroffene Frau mit stärkeren Beschwerden und längerer Heilung sowie teils langfristigen Folgen wie Inkontinenz verbunden.

Die Häufigkeit schwerer Dammrisse zeigt, wie oft solche Verletzungen bei vaginalen Geburten auftreten. Eine niedrige Rate spricht in der Regel für eine gute Geburtsbegleitung, geeignete Geburtspositionen und achtsames Vorgehen. Allerdings spielen auch Faktoren wie die Größe des Kindes oder eine notwendige Saugglockengeburt eine Rolle. Ein Dammriss wird in vier Kategorien eingeteilt:

  • Grad I: Kleine, oberflächliche Einrisse der Haut am hinteren Vaginaleingang oder am Damm.
  • Grad II: Der Riss geht tiefer in das Gewebe des Damms, betrifft aber nicht den Schließmuskel des Afters.
  • Grad III: Der Riss reicht bis zum Schließmuskel des Afters (Sphinkter) und verletzt diesen, die Darmschleimhaut bleibt jedoch intakt.
  • Grad IV: Die schwerste Form: Der Riss betrifft sowohl den Schließmuskel als auch die Schleimhaut des Enddarms.

Für den Qualitätsindikator werden nur Dammrisse Grad IV ausgewertet und dargestellt. 

Die Angaben basieren auf dem Qualitätsindikator: 181800: Qualitätsindex zum Dammriss Grad IV (Quelle: https://iqtig.org/qs-verfahren/qs-pm/).

Der Index beschreibt, wie selten es bei reif geborenen Kindern (37. bis 42. Schwangerschaftswoche) zu einem besonders ungünstigen Start nach der Geburt kommt. Dafür werden vier relevante Messwerte kombiniert:

  • Tod eines Kindes,
  • ein Apgar-Score* nach 5 Minuten unter 5,
  • ein Nabelarterien-pH unter 7,0 (Hinweis auf starke Übersäuerung) sowie
  • ein auffälliger Blutgasparameter (Base Excess unter -16; Hinweis auf eine klinisch bedeutsame metabolische Azidose).

Zusammen ergeben diese Werte ein Bild davon, ob es dem Neugeborenen direkt nach der Geburt gut geht oder ob es bei der Geburt starken Beeinträchtigungen kam. Der Indikator ist für jeden Messwert einzeln risikoadjustiert. Je niedriger die Kennzahl, desto seltener traten in einer Klinik relevante negative Ereignisse im Zusammenhang mit der Geburt bei Neugeborenen auf.

*Der Apgar-Score setzt sich aus fünf Kriterien zusammen: Atmung, Puls, Grundtonus, Aussehen, Reflexe. Je Kriterium können 0 bis 2 Punkte vergeben werden. Der Score wurde 1952 von der Anästhesistin und Chirurgin Dr. Virginia Apgar entwickelt, um eine schnelle, objektive Einschätzung über Kinder unmittelbar nach der Geburt zu erhalten.

Die Angaben basieren auf dem Qualitätsindikator: 51803: Qualitätsindex zum kritischen Outcome bei Reifgeborenen (Quelle: https://iqtig.org/qs-verfahren/qs-pm/).

In Deutschland werden Geburtskliniken nach ihrem medizinischen Leistungsangebot in Versorgungslevel eingeteilt. So können Eltern besser einschätzen, welche Klinik zu ihrer Schwangerschaft passt.

Level 4 – Grundversorgung
Für gesunde Schwangere mit unkomplizierter Schwangerschaft. Bei größeren Komplikationen erfolgt eine Verlegung.

Level 3 – Perinataler Schwerpunkt
Betreuung von normalen Geburten und ausgewählten Risikoschwangerschaften, z. B. bei drohender Frühgeburt ab etwa der 32. Woche. Eine pädiatrische Abteilung zur Versorgung des Neugeborenen ist vorhanden.

Level 2 – Perinatalzentrum
Spezialisiert auf Frühgeborene ab etwa der 29. Woche und Risikoschwangerschaften. Mit Neugeborenen-Intensivstation.

Level 1 – Perinatalzentrum (Maximalversorgung)
Für sehr frühe Frühgeburten (ab ca. 24.–25. Woche) und schwere Komplikationen. Höchste medizinische Ausstattung für Mutter und Kind.

Die Angaben zur Einteilung sind dem jeweiligen Qualitätsbericht entnommen.

 

Quellenangabe:

Die Auswertungen basieren auf den Qualitätsberichten der Krankenhäuser gemäß § 137 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 SGB V des Berichtsjahres 2024. Der Gemeinsame Bundesausschuss (im Folgenden: G-BA) stellt die Qualitätsberichte der Krankenhäuser nach § 137 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 SGB V in maschinenverwertbarer Form (im Folgenden: Qualitätsberichte) den Nutzern und Nutzerinnen zur Verfügung.
Die Qualitätsberichte der Krankenhäuser werden vorliegend nur teilweise bzw. auszugsweise genutzt. Eine vollständige unveränderte Darstellung der Qualitätsberichte der Krankenhäuser erhalten Sie unter www.g-ba.de.

 
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