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Prof. Dr. Dr. Lukas Kunz im Kurzinterview


Wer sind Sie und wo kommen Sie her?

Mein Name ist Lukas Kunz, ich bin in Bonn aufgewachsen und habe in den letzten Jahren in Freiburg und New York gelebt. Vor Kurzem bin ich nach Bonn zurückgekehrt, um eine eigene Forschungsgruppe an der Bonner Epileptologie aufzubauen.


Was ist Ihr Forschungsgebiet?

In meiner Forschung beschäftige ich mich mit räumlicher Navigation und räumlichem Gedächtnis. Beides benötigen wir, um uns in unserer Umgebung zu orientieren, wichtige Orte zu finden und uns an vergangene Erlebnisse zu erinnern. Ich interessiere mich insbesondere für die neuronalen Mechanismen, die die biologische Grundlage von Navigation und Gedächtnis bilden. Dazu führe ich Studien durch, bei denen die Hirnaktivität von Probanden gemessen wird, während sie an Navigations- und Gedächtnisaufgaben teilnehmen. Meine Forschung hat außerdem zum Ziel, ein mechanistisches Verständnis dafür zu entwickeln, warum verschiedene Erkrankungen wie Epilepsie und Alzheimer zu Beeinträchtigungen von Navigations- und Gedächtnisleistungen führen. Auf diese Weise möchte ich langfristig dazu beitragen, dass Therapien zur Behandlung von Gedächtnisbeeinträchtigungen entwickelt werden können.


Wie verlief Ihr Weg in der Wissenschaft bis hierhin?

Meinen ersten Kontakt mit neurowissenschaftlicher Forschung hatte ich während meines Zivildienstes an der Uniklinik in Bonn. Dort beschäftigte ich mich am Institut für Zelluläre Neurowissenschaften mit krankhaften Veränderungen von Nervenzellen in Epilepsie-Mausmodellen. Während meines Medizinstudiums promovierte ich dann an der Bonner Epileptologie. Mein Forschungsinteresse galt der Frage, ob bei Erwachsenen, die ein erhöhtes genetisches Risiko für Alzheimer-Demenz aufweisen, die Hirnmechanismen zur räumlichen Navigation beeinträchtigt sind. Tatsächlich konnte ich feststellen, dass Probanden mit erhöhtem Alzheimer-Risiko eine verminderte Aktivität von Nervenzellen des entorhinalen Kortex aufweisen, die für die räumliche Navigation wichtig sind. Nach meinem Studium arbeitete ich als Wissenschaftler an der Uniklinik in Freiburg und an der Columbia University in New York, um Erkenntnisse zur neuronalen Basis von Navigation und Gedächtnis zu gewinnen. Nun bin ich als Professor für kognitive und translationale Neurowissenschaften zurück in Bonn. Hier wird meine Forschungsgruppe unter anderem vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.


Warum interessieren Sie sich besonders für die Hirnfunktionen, die für Navigation und räumliche Gedächtnisbildung zuständig sind?

Räumliche Navigation und räumliches Gedächtnis spielen eine zentrale Rolle in unserem Leben. Ohne diese Fähigkeiten könnten wir uns kaum in unserer Umgebung zurechtfinden und würden uns nur schwer an vergangene Ereignisse erinnern können. Es fasziniert mich daher, herauszufinden, welche Mechanismen im menschlichen Gehirn der räumlichen Navigation und dem räumlichen Gedächtnis zugrunde liegen. In den letzten Jahrzehnten wurden viele interessante Erkenntnisse darüber gewonnen, wie einzelne Nervenzellen im Gehirn von Nagetieren während räumlicher Navigation aktiv sind. Beispielsweise sind sogenannte „Gitterzellen“ in einem regelmäßigen Muster an vielen verschiedenen Orten im Raum aktiv. Die Funktion dieser Zellen besteht vermutlich darin, zurückgelegte Distanzen abschätzen zu können. In meiner Forschung baue ich auf diesen Erkenntnissen aus der Tierforschung auf und untersuche, ob ähnliche Nervenzellen auch im menschlichen Gehirn existieren und wie sie das menschliche Gedächtnis unterstützen. Dies ist wichtig, da wir dadurch ein genaueres Verständnis menschlicher Kognition entwickeln können. Langfristig interessiere ich mich dann für die Frage, wie Erkrankungen des menschlichen Gehirns diese Mechanismen beeinträchtigen und wie Interventionen entwickelt werden können, um Gedächtnisbeeinträchtigungen zu verringern.


Worauf freuen Sie sich mit Blick auf Ihre bevorstehende Zeit an unserer Klinik besonders?

Die Bonner Epileptologie ist für ihre exzellente Hirnforschung bekannt und hat zahlreiche Arbeitsgruppen, die sich mit spannenden Forschungsthemen beschäftigen. Ich freue mich auf den Austausch mit den Wissenschaftler*innen der verschiedenen Arbeitsgruppen und die gemeinsame Entwicklung neuer Ideen, die unser Verständnis des menschlichen Gehirns voranbringen können. Darüber hinaus freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit den Ärzt*innen, Neuropsycholog*innen, medizinisch-technischen Assistent*innen und den Patient*innen der Klinik, ohne die unsere Forschung nicht möglich wäre.


Verraten Sie uns, was Sie privat gerne machen?

In meiner Freizeit treibe ich gerne Sport (Badminton, Joggen) und gehe gern zu Konzerten oder ins Theater.

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