Tierversuche und Alternativen
Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) gehört zu den Erstunterzeichnern der bundesweiten „Initiative Transparente Tierversuche“, die 2021 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Informationsinitiative „Tierversuche verstehen“ ins Leben gerufen wurde. Ziel der Initiative ist es, die Öffentlichkeit offen und verständlich über tierexperimentelle Forschung zu informieren und den gesellschaftlichen Dialog darüber zu fördern. Die Unterzeichner haben sich dazu auf vier gemeinsame Ziele verständigt: transparent informieren, den öffentlichen Dialog mitgestalten, Erfahrungen austauschen und eigene Aktivitäten bekannt machen.
Tierversuche sind für viele Fragestellungen in der biomedizinischen Forschung bislang unverzichtbar. Insbesondere in der Grundlagenforschung lassen sich viele wissenschaftliche Fragestellungen derzeit nur mithilfe von Tierversuchen beantworten. Sie haben maßgeblich zur Entwicklung lebensrettender medizinischer Therapien und Verfahren beigetragen – von Impfstoffen, Antibiotika und Insulin über Medikamente gegen Krebs bis hin zu künstlichen Herzklappen. Auch heute spielen sie bei der Erforschung und Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle.
Ein vollständiger Verzicht auf Tierversuche ist nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand noch nicht möglich. Der Grund dafür liegt in den komplexen Vorgängen innerhalb eines lebenden Organismus: Das Zusammenspiel von Organen, Zellen sowie Kreislauf, Nerven- und Immunsystem lässt sich durch Alternativ- und Ersatzmethoden bislang in der Regel nicht vollständig abbilden.
Deshalb werden auch am Universitätsklinikum Bonn Tierversuche im Rahmen der biomedizinischen Forschung durchgeführt. Alle an der tierexperimentellen Forschung Beteiligten sind sich dabei ihrer besonderen Verantwortung für das Wohlergehen der Versuchstiere bewusst.
Wo immer es möglich ist, werden nach dem 3R-Prinzip (Replace, Reduce, Refine) Alternativverfahren eingesetzt und weiter erforscht. Ziel dieses Prinzips ist es, Tierversuche möglichst durch alternative Methoden zu ersetzen (Replace), die Zahl der eingesetzten Versuchstiere auf das notwendige Minimum zu reduzieren (Reduce) und die Belastung der Tiere so gering wie möglich zu halten (Refine).
Weiterführende Informationen zur tierexperimentellen Forschung, zum Schutz und Wohlergehen der Versuchstiere sowie zu Alternativen zu Tierversuchen finden Sie auf der Webseite der Universität Bonn, mit der das Universitätsklinikum Bonn über die gemeinsame Universitätsmedizin eng verbunden ist.















