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Mütterliche Vorerkrankungen

Zu den Erkrankungen, die einer besonderen Betreuung bedürfen gehören:

Durch enge Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen der Kardiologie ist eine eventuell erforderliche Blutdruck-Überwachung oder Medikamenten-Einstellung einfach möglich.

Hierzu gehört die Schulung der Blutzucker-Selbstmessung und Diätberatung; bei vorbestehendem insulinpflichtigem Diabetes ist die Mitbetreuung (Link) aufgrund eventuell bestehender Veränderungen im Blutgefäß-System besonders wichtig.

Falls in der Vorgeschichte Thrombosen oder wiederholte Fehlgeburten auftraten, findet während der Schwangerschaft meist eine Behandlung mit gerinnungshemmenden Mitteln statt. Hier ist eine Mitbetreuung sinnvoll und aufgrund der engen Kooperation mit unseren Spezialisten der Gerinnungsphysiologie einfach.

Das Herz-Kreislauf-System wird durch eine Schwangerschaft stark belastet. Daher muss bei Frauen mit angeborenen oder erworbenen Herzerkrankungen, mit Herzrhythmus-Störungen oder nach Operation am Herzen die Herzfunktion engmaschig überwacht werden. In unserer regelmäßig stattfindenden interdisziplinären Konferenz besprechen wir gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der KardiologieKinderkardiologieHerzchirurgie und Anästhesie das beste Vorgehen im jeweiligen Fall.

Krebsvorsorge-Abstriche sind in der Schwangerschaft schwieriger zu beurteilen. In unserer Dysplasie-Sprechstunde können Zusatz-Untersuchungen durchgeführt werden, die Aufschluss über das weitere Vorgehen geben.

Die meisten Infektionskrankheiten haben keine Auswirkung auf das Ungeborene. Für einige Infektionen sind jedoch eine Medikamenten-Einnahme in der Schwangerschaft und eventuell ein besonderes Vorgehen bei oder nach der Geburt erforderlich. Diese Betreuung führen wir in enger Kooperation mit unseren Kollegen durch (z.B. UrologieImmunologie); unsere Abteilung für Neonatologie kümmert sich um die gegebenenfalls erforderliche Behandlung des Neugeborenen.

Psychische Erkrankungen, wie z.B. Angststörungen, sind weit verbreitet, Depressionen im Wochenbett treten bei bis zu 10% aller Frauen auf. Durch eine begleitende Betreuung kann meist eine Stabilisierung erreicht werden. Dies ist durch die Abteilung für gynäkologische Psychosomatik an unserem Hause kompetent und unkompliziert möglich. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychiatrie.

Autoimmunerkrankungen bessern sich meist in der Schwangerschaft, jedoch ist für manche auch eine Verschlechterung typisch. Hier ist eine fachübergreifende Betreuung mit den Kolleginnen und Kollegen der jeweiligen Fachrichtungen erforderlich (z.B. GastroenterologieNephrologie und Dermatologie), mit denen wir eng kooperieren.

Neurologische Erkrankungen, die auch junge Frauen häufig betreffen, wie multiple Sklerose oder Epilepsie, sind keine Kontraindikation für eine Schwangerschaft, eine Mitbetreuung ist jedoch erforderlich. Wir arbeiten in diesem Bereich sehr eng mit unseren Kollegen und Kolleginnen aus der Neurologie und Epileptologie zusammen.

Weitere vorbestehende oder in der Schwangerschaft auftretende Krankheiten oder Zustände, bei denen eine Mitbetreuung empfehlenswert ist:

Vor-Operationen können völlig bedeutungslos für eine Schwangerschaft sein. Betreffen diese aber den Bauchraum oder die Gebärmutter (z.B. vorangegangener Kaiserschnitt) oder sind mehrfache Eingriffe, insbesondere im Bauchraum durchgeführt worden, so ist eine Vorstellung sinnvoll; eventuell müssen für die Geburt besondere Maßnahmen getroffen werden. Diese besprechen wir gemeinsam mit unseren chirurgischen Kolleginnen und Kollegen.
Falls in der Vorgeschichte Besonderheiten während einer Operation, wie z.B. Narkoseprobleme, auftraten, findet eine Mitbetreuung durch unsere Kolleginnen und Kollegen der Anästhesie statt, die über besondere Erfahrung in Narkoseverfahren für Schwangere verfügen. Die in diesen Fällen erforderliche enge Zusammenarbeit ist bei uns tägliche Praxis.

Selbstverständlich spielen auch Komplikationen bei vorangegangenen Geburten eine Rolle, vor allem wenn es sich um Störungen der Plazentaphase oder nach Geburt gehandelt hat.


Zunehmend wagen Frauen mit lange bestehender schwerer Erkrankung eine Schwangerschaft. Dies ist dank guter Überwachungs- und Behandlungsmöglichkeiten auch immer sicherer. Grundsätzlich gilt die Empfehlung, bei bestehender Allgemeinerkrankung vor Schwangerschaftseintritt einen stabilen Krankheitsverlauf für 6 - 12 Monate zu erreichen.

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