Nicht-Invasives Physikalisches Plasma (NIPP)
Nicht-Invasives Physikalisches Plasma (NIPP) kann als hochenergetisiertes Gas beschrieben werden und entspricht dem 4. Aggregatzustand der Materie (Grundlagen NIPP). In der Medizin eingesetztes NIPP erreicht Temperaturen nur geringfügig über der Körpertemperatur und führt daher zu keinerlei thermischen Schäden am Gewebe. Die Zusammensetzung aus angeregten, radikalischen und ionischen Teilchen sowie freien Elektronen führt zu einer weiteren Energieübertragung auf die umliegenden Teilchen der Luft, wodurch reaktive Sauerstoffspezies (ROS) entstehen. Diese sind die hauptsächlich biomedizinisch aktiven Spezies im NIPP und treten auch natürlicherweise in physiologisch aktiven Geweben auf. ROS sind als körpereigene Substanzen somit auch Signalmoleküle mit spezifischen zellbiologischen Wirkungen, die für spezifische Therapien genutzt werden können.
Zu den medizinisch interessanten Wirkungen von NIPP gehören einerseits die Hemmung von Zellwachstum und -beweglichkeit sowie die Induktion des programmierten Zelltodes. Durch diese devitalisierenden Eigenschaften ist eine NIPP Anwendungen in der Therapie von benignen Neoplasien und in der Onkologie (NIPP in der Onkologie) vielversprechend.
Auf der anderen Seite - in Abhängigkeit vom NIPP Gerät und den Anwendungsparametern - können durch eine NIPP Behandlung auch antimikrobielle, immunstimulierende und regenerative Effekte ausgelöst werden. Diese werden zur Zeit schon in der Zahnheilkunde und bei der Wundheilung erfolgreich eingesetzt.
Aktuelle Projekte untersuchen Einsatzmöglichkeiten von NIPP in der gynäkologischen neoplastischen Therapie, in der Zahnmedizin und bei der Behandlung von Tumorzellen.