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Vaskuläre Neurochirurgie & Schädelbasis-Tumorchirurgie

Zerebrovaskuläre Erkrankungen

Gefäßerkrankungen des Gehirn- und Nervensystems sowie Erkrankungen der Schädelbasis sind zentrale Schwerpunkte der klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit unserer Klinik für Neurochirurgie. Hierbei liegt unser Hauptaugenmerk auf dem Patienten sowie den Themen der Radikalität und Sicherheit sowie der Weiterentwicklung und Forschung.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die im Folgenden für Sie zusammengestellten Informationen zu den Krankheitsbildern Ihnen einen allgemeinen Überblick verschaffen sollen. Leiden Sie oder Ihre Angehörigen an einer Gefäßerkrankung des Gehirn- und Nervensystems oder an einem Schädelbasistumor (z. B. Meningeom, Akustikusneurinom oder Hypophysentumor), so steht Ihnen unser universitäres Spezialisten-Team im Rahmen unserer wöchentlich stattfindenden Gefäß- und Schädelbasissprechstunde dienstags von 9 – 15 Uhr für Fragen, Beratungen oder weiteren Informationen gerne zur Verfügung. Terminvereinbarung unter 0228-287 16508.

Aneurysmen

Aneurysmen sind Wandaussackungen, welche in allen Gefäßen des Körpers vorkommen können. Durch bspw. natürliche Verwirbelungen des Blutes innerhalb der Aussackungen, kann es zu einer Größenzunahme und damit einer Gefäßwandausdünnung des Aneurysmas kommen (Beispiel: Durch das Aufblasen eines Luftballons verblasst dessen ursprünglich satte Farbe zunehmend – als Zeichen der Wandverdünnung).

Sogenannte inzidentelle, also zufallsbefundlich diagnostizierte Aneurysmen kommen bei etwa 2 % der Bevölkerung vor. Nach Diagnose eines inzidentellen Aneurysmas stellt die Entscheidung bezüglich des weiteren Vorgehens für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar.

Wie bei jeder ärztlichen Behandlung muss zuvor eine sorgfältige, individuelle Nutzen-/Risikoabschätzung erfolgen, denn auch die Behandlung inzidenteller Aneurysmen birgt Risiken. Um eine umfassende und seriöse Beratung anbieten zu können, erfolgt nach ausführlicher Beratung mit dem Patienten selbst eine interdisziplinäre Abstimmung zwischen den an der weiteren Vorgehensweise beteiligten Fachdisziplinen. Hierbei bemühen sich Experten aus den Fachrichtungen der Neurochirurgie, Neuroradiologie und Neurologie eine individuell abgestimmte und bestmögliche Therapieoption zu finden.

Prinzipiell ergeben sich drei mögliche Vorgehensweisen:

  1. beobachtendes, konservatives VorgehenHierbei erfolgt die regelmäßige Kontrolle mittels entsprechender Bildgebung (MRT, Angiographie) in zuvor definierten Zeiträumen in unserer ambulanten Gefäßsprechstunde. Dadurch ist eine enge Anbindung des Patienten gewährleistet und es kann auf entsprechende Veränderungen des Aneurysmas oder auch im Verlauf entstehende Fragen adäquat reagiert werden.
  2. endovaskuläre Behandlung des Aneurysmas mittels Coiling
    Beim Coiling erfolgt, ähnlich wie beim Herzkatheter, das Einbringen eines Katheters durch die Beinarterie in Richtung des behandlungsbedürftigen Aneurysmas. Das Aneurysma wird dann von innen mit Coil-Schlingen aufgefüllt und somit eine Aneurysmafüllung mit Blut verhindert. Eine regelmäßige Verlaufskontrolle bezüglich der Lage der Coils schließt sich dieser Behandlung an, um eine Lageveränderung oder Kompaktierung selbiger frühzeitig zu bemerken.
  3. mikroneurochirurgische Behandlung des Aneurysma mittels Clipping
    Beim neurochirurgischen Clipping des Aneurysmas erfolgt mittels Titan-Clips die Ausschaltung von der Blutzirkulation. Während des Eingriffes kann der Erfolg der Ausschaltung mittels intraoperativer ICG – Angiographie direkt kontrolliert werden. Hierbei wird ein fluoreszierendes Mittel appliziert, welches die Hirngefäße unter Zuhilfenahme spezieller Operationsmikroskope während der Operation sichtbar macht. Dieses Verfahren erhöht die Sicherheit und Effizienz des neurochirurgischen Clippings.

            Videothumbnail Fluoreszenzgestütztes Aneurysma Clipping

Subarachnoidalblutung

Die Ruptur eines Aneurysmas führt in der Regel zu einer Subarachnoidalblutung (SAB). Eine Ruptur geschieht meist aus völliger Gesundheit heraus und betrifft im wesentlichen Menschen im mittleren Lebensalter. Daher nimmt die Subarachnoidalblutung auch im öffentlichen Bewusstsein und der Presse eine besondere Stellung ein. Das unmittelbare und typische Symptom einer solchen Blutung wird als explosionsartiger „Vernichtungskopfschmerzen“ beschrieben. Die SAB tritt in den meisten westlichen Ländern mit einer Häufigkeit von 8 pro 100 000 Einwohner und Jahr auf. Trotz erheblicher medizinischer Fortschritte der letzten Jahre versterben 30 bis 50 % dieser Patienten und bei weiteren 10 bis 20 % bleibt eine erhebliche Behinderung zurück.

Ursache für diese hohe Morbidität und Mortalität ist zu etwa einem Drittel das initiale Blutungsereignis. Eine weitere häufige Ursache eines ungünstigen Krankheitsausganges sind im kurzfristigen Verlauf entstehende Durchblutungsschäden des Gehirns, die durch einen zerebralen Vasospasmus verursacht werden. Um die lebenswichtige Therapie des Gefäßspasmus zu optimieren, werden umfangreiche und intensive klinische wie auch experimentelle Forschungsbemühungen durchgeführt. Unterschiedliche medikamentöse Prophylaxemethoden befinden sich dabei in klinischer und experimenteller Erprobung. Da es im Verlauf einer Subarachnoidalblutung aus unterschiedlichen Gründen auch zu erhöhtem Hirndruck kommen kann, werden auch weiterreichende chirurgische Methoden der Hirndrucksenkung intensiv erforscht. 

Als Angiome oder arteriovenöse Malformationen (AVM) bezeichnet man Gefäßmissbildungen, bei denen sich eine Kurzschlußverbindung zwischen dem arteriellen und venösen Blutsystem gebildet hat. Sie können sowohl im Gehirn wie auch im Bereich des Rückenmarkes vorkommen. Durch den naturgemäß höheren Druck des arteriellen Systems kommt es zu einer pathologischen Erweiterung der abführenden Venen. Der Kurzschluss zwischen arteriellem und venösem System ergibt eine krankhafte Gefäßmissbildung, welche aufgrund ihrer Instabilität zu einer Hirnblutung führen kann.

In den meisten Fällen führt eine Blutung oder andere unspezifische Symptome (Kopfschmerzen, Epilepsie, Querschnittssymptomatik) zur Diagnose einer AVM. Im Rahmen der Behandlung der AVM bedarf es ebenso einer differenzierten, individuellen und fächerübergreifenden Risikoabschätzung, welche im Rahmen unseres universitären Zentrums gewährleistet ist. Mögliche Behandlungsmethoden sind die mikroneurochirurgische Operation, die neuroradiologische Embolisation, die Behandlung mittels Bestrahlung oder – wenn sinnvoll – eine Kombination oben genannter Verfahren.

Kavernome sind häufig zufallsbefundliche Gefäßfehlbildungen im Bereich des Gehirns oder Rückenmarkes und können auch durch eine Hirnblutung, Krampfanfälle oder neurologische Ausfälle auffallen. Nach erfolgter Blutung steigt das Risiko einer erneuten Blutung in den ersten Jahren nach der initialen Kavernomblutung deutlich an.

Bei unauffälligem Verlauf oder nur einem geringen klinischen Beschwerdebild wird häufig eine konservative Therapie mit regelmäßigen Kontrollen durchgeführt. Sollte eine Behandlung notwendig sein, so stellt die mikroneurochirurgische Entfernung der Kavernome z. Z. die Standard-Therapie dar. Da es sich meist um tiefliegende Läsionen handelt, kommt im Rahmen einer Kavernomoperation meist das gesamte Spektrum der hochmodernen neurochirurgischen Navigations- und Operationstechnik zum Einsatz. Die neurochirurgische Entfernung stellt eine endgültige / kurative Therapie dar.

Einen besonderen Bereich der Tumor-Neurochirurgie stellen Schädelbasistumore dar. Diese liegen in einem engen Bezug zu Hirnnerven und / oder Gefäßen und werden interdisziplinär (u.a. Neuroonkologie, Neuroradiologie, HNO, Strahlentherapie) mit größtmöglichem Überwachungsaufwand zur Erlangung von Sicherheit (Funktionserhalt) behandelt. Zu den Erkrankungen zählen unter anderem Meningeome, Akustikusneurinome und Hypophysenadenome

Fortschritte in der Behandlung von Erkrankungen lassen sich nur durch Forschung und Weiterentwicklungen ermöglichen. Hierfür besteht unser Anspruch das gesamte Spektrum der Neurochirurgie wissenschaftlich abzudecken. Im Bereich der vaskulären Neurochirurgie und Schädelbasischirurgie führen wir experimentelle, translationale und klinisch multizentrische Studien durch, und werden hierfür durch die Fakultät aber auch durch Fördermaßnahmen wie z.B. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt.

PICASS Logo

Primary decompressive craniectomy in aneurysmal subarachnoid hemorrhage

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Fight INflammation to Improve outcome after aneurysmal Subarachnoid HEmorrhage

Prof. Dr. med. Erdem Güresir

Prof. Dr. med. Erdem Güresir 

Motaz Hamed

Dr. med. Motaz Hamed

Alexis Hadjiathanasiou

Dr. med. Alexis Hadjiathanasiou

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Gefäß- und Schädelbasissprechstunde

Dienstags von 09:00 bis 15:00 Uhr

Terminvereinbarung:

Tel.: +49 228 287-16508 (gesetzlich versichert) 
Tel.: +49 228 287-19561 (privat versichert)

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