Molekular verstehen, präzise behandeln
Forschung in der Nuklearmedizin, die Diagnostik und Therapie individuell verbindet
An der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Bonn verbinden wir wissenschaftliche Innovation eng mit der klinischen Versorgung. Die molekulare Bildgebung macht krankheitsspezifische Prozesse im Körper sichtbar; theranostische Verfahren nutzen dieselben biologischen Zielstrukturen anschließend für eine gezielte Behandlung. So entstehen präzisionsmedizinische Konzepte, die Diagnostik, Therapieauswahl und Verlaufskontrolle miteinander verbinden.
Unsere Forschung reicht von der Entwicklung neuer Radiotracer und Radiopharmaka über präklinische Modelle bis hin zu klinischen Studien. Ziel ist es, vielversprechende wissenschaftliche Erkenntnisse sicher, qualitätsgesichert und möglichst früh zum konkreten Nutzen für Patienten in die klinische Versorgung zu überführen.
Unsere Forschungsschwerpunkte
Unsere Forschung folgt einem konsequent translationalen Ansatz: von der Identifizierung biologischer Zielstrukturen über die Entwicklung geeigneter Radiopharmaka und deren präklinische Prüfung bis hin zur klinischen Anwendung. Dabei arbeiten Mediziner, Naturwissenschaftler sowie Radiochemiker eng mit zahlreichen klinischen Fachdisziplinen zusammen.
Theranostik und zielgerichtete Radionuklidtherapie
Theranostik verbindet Diagnostik und Therapie über eine gemeinsame molekulare Zielstruktur. Mithilfe eines diagnostischen Radiotracers wird zunächst untersucht, ob und in welchem Ausmaß diese Zielstruktur im erkrankten Gewebe vorhanden ist. Anschließend kann dieselbe Zielstruktur für eine gezielte Radionuklidtherapie genutzt werden.
Im Fokus unserer Forschung stehen unter anderem:
- PSMA-gerichtete Diagnostik und Therapie beim Prostatakarzinom
- theranostische Konzepte bei neuroendokrinen Tumoren
- therapeutische RAádiopharmaka mit Lutetium-177
- neue Therapieansätze mit α-Strahlern
- individuelle Dosimetrie und Optimierung der verabreichten Aktivität
- Biomarker zur Vorhersage und Beurteilung des Therapieansprechens
- Entwicklung sinnvoller Therapiesequenzen und Kombinationen mit weiteren onkologischen Behandlungsverfahren
Ziel ist eine Behandlung, die sich stärker an den molekularen Eigenschaften der individuellen Erkrankung orientiert und die therapeutische Wirkung möglichst gezielt im erkrankten Gewebe entfaltet.
Molekulare Bildgebung und Biomarker
Molekulare Bildgebung zeigt nicht nur, wo sich eine Veränderung befindet, sondern macht auch sichtbar, welche biologischen Prozesse dort ablaufen. Mithilfe von PET/CT- und SPECT/CT-Verfahren lassen sich beispielsweise Stoffwechselaktivität, Rezeptorexpression, Organfunktion und krankheitsspezifische Proteinablagerungen untersuchen.
In enger Zusammenarbeit mit der Radiochemie und Radiopharmazie entwickeln und evaluieren wir neuartige Radiotracer. Hierzu werden unter anderem Peptide und sogenannte Nanobodies mit diagnostischen oder therapeutischen Radionukliden markiert. Besonders vielversprechende Verbindungen werden schrittweise von Zell- und Gewebemodellen über präklinische Untersuchungen bis zur klinischen Anwendung weiterentwickelt.
Auf diese Weise können diagnostische Informationen gewonnen werden, die über die rein anatomische Darstellung hinausgehen und präzisere, individualisierte Therapieentscheidungen ermöglichen.
Multidisziplinäre Onkologie
Moderne Krebsmedizin ist immer interdisziplinär. Deshalb verbinden wir nuklearmedizinische Bildgebung und Therapie mit den Erkenntnissen aus Onkologie, Hämatologie, Urologie, Gastroenterologie, Chirurgie, Pathologie, Radiologie und Strahlentherapie. Im Centrum für Integrierte Onkologie Bonn werden komplexe Erkrankungsfälle in interdisziplinären Tumorkonferenzen besprochen und diagnostische sowie therapeutische Möglichkeiten gemeinsam bewertet.
Was bedeutet unsere Forschung für Sie?
Forschung ist kein von der Versorgung getrennter Bereich. Sie soll dazu beitragen, Erkrankungen früher zu erkennen, Behandlungen gezielter auszuwählen und deren Wirkung zuverlässiger zu beurteilen.
- Präzisere Diagnostik: Molekulare Bildgebung kann krankheitsrelevante Eigenschaften sichtbar machen, die in rein anatomischen Untersuchungen nicht oder erst später erkennbar sind.
- Individuellere Therapieentscheidungen: Theranostische Verfahren helfen einzuschätzen, ob eine bestimmte Zielstruktur vorhanden ist und eine darauf ausgerichtete Behandlung infrage kommt.
- Zugang zu innovativen Verfahren: Geeignete Patienten können im Rahmen klinischer Studien Zugang zu neuen diagnostischen oder therapeutischen Konzepten erhalten.
- Sicherheit und persönliche Begleitung: Studien werden nach festgelegten wissenschaftlichen, ethischen und regulatorischen Standards durchgeführt. Unser Studienteam begleitet die Teilnehmenden eng und steht für Fragen und Anliegen zur Verfügung.
Ob eine innovative Behandlung oder die Teilnahme an einer Studie für Sie geeignet ist, wird stets individuell und interdisziplinär geprüft. Eine Studienteilnahme ist freiwillig und erfolgt erst nach einer ausführlichen ärztlichen Aufklärung.
Forschung entsteht im Team
Perspektiven für Nachwuchsforschende
Wir bieten Studierenden, Doktoranden, Nachwuchswissenschaftlern und Ärzten die Möglichkeit, an klinisch relevanten und interdisziplinären Forschungsprojekten mitzuwirken. Die eigenständige Entwicklung neuer Fragestellungen wird dabei gezielt unterstützt und gefördert – von der ersten Projektidee bis zur Präsentation und Publikation der Ergebnisse – werden unterstützt und gefördert.
Schaltflächen:
- Auswahl aktueller klinischer Studien
- NET-Register: Registerstudie zu Patienten mit neuroendokrinen Tumoren
- NET-Register: Registerstudie zu Patienten mit neuroendokrinen Tumoren
- Kontakt zum Studienteam
Bitte zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Unser klinisches Studieteam steht bei Fragen gerne für Sie zur Verfügung
- Tel: +49 (0) 228 287 - 15810
Tel: +49 (0) 228 287 - 16171
Fax: +49 (0) 228 287 – 11403, - 19057 - E-Mail: Enable JavaScript to view protected content.

Ärztliche Leitung
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Milka Marinova
Fachärztin Nuklearmedizin, Fachärztin Radiologie,
Arbeitsgemeinschaften:
Funktionelle Neurobildgebung
Prof. Dr. H. Boecker
Dr. F. Gärtner
Präklinische Forschung
Prof. Dr. M. Essler
Dr. F. Gärtner
Klinische Therapieforschung
Prof. Dr. M. Essler
Dr. F. Gärtner
Prof. Dr. Dr. Milka Marinova



















