Hoch-intensiver fokussierter Ultraschall (HIFU)
Hinweis: Hintergrund mithilfe generativer KI bearbeitet; Personendarstellung unverändert.
Präzise Tumortherapie ohne Schnitt: High-tech Ultraschall am UKB
Schonend, zielgerichtet und ohne Strahlung – Hoch-intensiver Fokussierter Ultraschall (HIFU)
unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Milka Marinova
Der Hoch-Intensive Fokussierte Ultraschall (USgHIFU) repräsentiert die modernste Form der nicht-invasiven Tumortherapie. Als Pionierzentrum unter der wissenschaftlichen und klinischen Leitung von Prof. Dr. Dr. Milka Marinova ist das Universitätsklinikum Bonn (UKB) die führende Adresse für diese innovative Methode in Deutschland und Europa.
Ganz ohne chirurgischen Schnitt, ohne Narben und völlig frei von Strahlenbelastung ermöglicht USgHIFU die punktgenaue Zerstörung von krankhaftem Gewebe im Körperinneren – bei maximaler Schonung des umliegenden Gewebes.
Die Technologie: Warum US-gesteuerter HIFU?
Das Prinzip: Zerstörung von Tumorzellen durch gebündelte Energie
Ähnlich wie bei einem Brennglas, das Sonnenlicht in einem Punkt sammelt, bündelt das HIFU-System hoch-intensive Ultraschallwellen von außen durch die intakte Haut hindurch genau im Zielgewebe. Im Fokuspunkt entstehen kurzzeitig Temperaturen von 80 °C bis 90 °C sowie mechanische Effekte (Kavitation). Das betroffene Tumorgewebe stirbt thermisch ab (Koagulationsnekrose), während die Haut und das umliegende gesunde Gewebe unversehrt bleiben.
Die entscheidenden Vorteile der USgHIFU-Behandlung
Der US-gesteuerte hoch-intensive fokussierte Ultraschall (USgHIFU) bietet fundamentale Vorteile:
- Nicht-invasiv & schonend: Die Behandlung erfolgt komplett ohne Operation und ohne Hautschnitt. Dadurch besteht ein nur sehr geringes Risiko für Komplikationen wie Infektionen oder Blutungen.
- Präzise Echtzeit-Überwachung: Organe wie Leber oder Bauchspeicheldrüse bewegen sich mit der Atmung. Durch hochauflösenden Ultraschall in Echtzeit können Atembewegungen direkt ausgeglichen, der Tumor exakt therapiert und das umliegende gesunde Gewebe optimal geschont werden.
- Keine Tumorzellverschleppung: Da keine Nadeln oder Instrumente in den Tumor eingebracht werden müssen, entfällt das Risiko einer Stichkanalmetastasierung bzw. Zellverschleppung.
- Keine Strahlenbelastung: Das Verfahren arbeitet rein mit mechanischen Schallwellen ohne ionisierende Strahlung.
- Maximale Hautschonung: Eine kontinuierliche Wasserkühlung der Bauchwand schützt das Gewebe und verhindert Überhitzungen oder Verbrennungen zuverlässig.
- Wiederholbarkeit: Ohne Strahlenbelastung kann die Therapie – bei gegebener Indikation – problemlos wiederholt, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind, oder flexibel mit anderen Verfahren (z. B. Chemotherapie) kombiniert werden.
- Schnelle Erholung & Flexibilität: Patienten profitieren von kurzen Erholungszeiten. Je nach Krankheitsbild und Befund kann die Behandlung auch ambulant durchgeführt werden.
Indikationen & Behandlungsschwerpunkte
Die HIFU-Therapie wird am UKB seit 2014 sowohl bei gutartigen als auch bei bösartigen soliden Tumoren erfolgreich eingesetzt – oft in Fällen, in denen eine Operation nicht möglich ist oder eine schonende Alternative gesucht wird.
Onkologische Schwerpunkte (Bösartige Tumoren & Metastasen)
- Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs): Hervorragende Ergebnisse zur lokalen Tumorkontrolle und effektiven Schmerzreduktion in fortgeschrittenen Erkrankungsstadien (Palliation/Symptomkontrolle)
- Lebertumoren&Lebermetastasen: Gezielte Ablation von primären Leberzellkarzinomen (HCC) sowie Metastasen (z. B. bei kolorektalem Karzinom), oft in Kombination mit systemischen Therapien
- Weitere Indikationen: Knochentumoren, seltene Weichteiltumoren wie Desmoide (aggressive Fibromatose)
Benigne Erkrankungen (Gutartige Tumoren)
- Gynäkologie: Uterusmyome und Adenomyose (schonende Organerhaltung ohne Gebärmutterentfernung)
- Weitere Organe: Gutartige Brusttumoren (z. B. Fibroadenome), Bauchwandendometriose
Der Weg durch die USgHIFU-Behandlung: Step-by-Step
1. Evaluation & Indikationsprüfung (im Vorfeld)
Vor jeder Behandlung prüfen wir sorgfältig, ob das USgHIFU-Verfahren für Sie geeignet ist. Dazu benötigen wir Ihre medizinischen Unterlagen:
- Arztbriefe & Befunde: Aktuelle Zusammenfassung Ihrer Krankengeschichte und bisherigen Therapien
- Aktuelle Bildgebung: Aufnahmen (CT, MRT oder PET/CT inkl. Befundbericht), die nicht älter als 8 Wochen sein dürfen.
Sichtung & Vor-Ort-Termin: Unser Expertenteam sichtet Ihre Unterlagen. Kommt ein USgHIFU-Eingriff für Sie grundsätzlich infrage, laden wir Sie zu einer gezielten Ultraschall-Untersuchung vor Ort am UKB ein. Dabei prüfen wir das individuelle „Schallfenster“ und die Zugänglichkeit des Tumors.
2. Vorbereitung & Voruntersuchung (Tag vor der Intervention)
Am Tag vor der Intervention führen wir vor Ort eine eingehende Ultraschall-Untersuchung durch, um das genaue „Schallfenster“ und die Zugänglichkeit des Zielorgans final zu überprüfen.
- Ernährung am Vortag: Um eine optimale Sicht auf das Zielorgan zu gewährleisten (Luft im Darm kann die Ultraschallwellen blockieren), verzichten Sie am Vortag ab mittags auf feste Nahrungsaufnahme.
- Darmvorbereitung: Je nach Zielorgan kann zudem eine leichte Darmvorbereitung erforderlich sein.
- Am Behandlungstag: Sie bleiben am Tag des Eingriffs komplett nüchtern.
3. Während der Behandlung
Während der Intervention liegen Sie bequem auf der spezialisierten Behandlungsliege, in die der Ultraschallwandler integriert ist. Je nach Größe und Lage des Befundes variieren die Körperposition (Bauchlage, Rückenlage oder Seitenlage) sowie die Behandlungsdauer (zwischen 1 und 4 Stunden). Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose oder sog. Schlummernarkose (Sedierung), je nach Indikation, um absolute Schmerzfreiheit und eine ruhige, gleichmäßige Atmung zu garantieren. Ein integriertes Wasserbad kühlt Ihre Haut während des gesamten Eingriffs kontinuierlich.
4. Nachsorge & Heilungsverlauf
Nach dem Eingriff bleiben Sie für etwa einen Tag zur Beobachtung auf unserer Station. Sollten Schmerzen auftreten, werden Sie umgehend und optimal medizinisch versorgt. Das thermisch ablatierte Gewebe muss nicht operativ entfernt werden: der Körper baut die abgestorbenen Tumorzellen über die folgenden Wochen und Monate ganz natürlich über das eigene Immunsystem ab. Bitte senden Sie uns die bei Ihnen vor Ort durchgeführte Bildgebung zu, damit wir den Behandlungserfolg beurteilen können.
Interdisziplinäre Einbettung im CIO Bonn
Am UKB ist die USgHIFU-Therapie fest in die Strukturen des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO Bonn) eingebunden. Sofern eine indikatonsstellende Besprechung nicht bereits extern erfolgt ist, wird die Patientenvorstellung im interdisziplinären Tumorboard gemeinsam mit Experten der beteiligten Fachdisziplinen besprochen und evaluiert.
Kriterien für die Indikationsstellung
Eine Behandlung mittels USgHIFU kommt insbesondere infrage bei:
- Lokalisierten soliden Tumoren oder Metastasen mit adäquatem „Schallfenster“ (keine störende Überlagerung durch Magen-/Darmluft oder Knochen).
- Inoperablen Patienten oder zur Ergänzung multimodaler Konzepte (z. B. in Kombination mit Chemotherapie oder Immuntherapie).
- Ausgeprägten tumorbedingten Schmerzen (z. B. bei lokal fortgeschrittenem Pankreaskarzinom zur Reduktion des Schmerzmittelbedarfs).
- Ausreichender Narkose- bzw. Sedierungsfähigkeit.
Wissenschaft & klinische Studien
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Milka Marinova werden die klinischen Anwendungsmöglichkeiten von USgHIFU am UKB kontinuierlich untersucht und weiterentwickelt.
Schwerpunkte unserer Forschung sind:
- Pankreaskarzinom & Lebensqualität: Schmerzreduktion und signifikante Verbesserung der Lebensqualität beim fortgeschrittenen Pankreaskarzinom.
- Tumorkontrolle & Ablation: Lokale Ablation und langfristige Tumorkontrolle.
- Multimodale Therapiekonzepte: Integration von HIFU in Kombination mit Chemo- und Immuntherapien sowie die Untersuchung von Therapiesequenzen im neoadjuvanten Setting.
- Gutartige & seltene Erkrankungen: Behandlung von seltenen Tumorerkrankungen – wie beispielsweise Desmoid-Tumoren (aggressive Fibromatose), bei denen USgHIFU eine effektive, nicht-invasive Option bieten kann.
- Therapieerfolg & Bildgebung: Einsatz moderner bildgebender Verfahren zur unmittelbaren Beurteilung des Behandlungserfolgs.
- Immunologische Effekte: Erforschung der inflammatorischen und immunologischen Auswirkungen der thermischen Tumorablation.
- Behandlungsoptimierung: Präzise Optimierung der Patientenauswahl und individuellen Behandlungsplanung.
- Klinische Evidenz: Durchführung prospektiver und randomisierter klinischer Studien.
Unser Ziel ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit von USgHIFU wissenschaftlich fundiert zu evaluieren und das Verfahren gezielt für diejenigen Patienten weiterzuentwickeln, die von dieser nicht-invasiven Therapieform profitieren können.
Zweitmeinung & HIFU-Spezialsprechstunde
Sie möchten abklären lassen, ob ein USgHIFU-Eingriff für Sie oder Ihre Patienten infrage kommt? Wir bieten Ihnen eine strukturierte Zweitmeinung und eine individuelle Beratung in unserer Spezialsprechstunde an.
Anmeldung & Unterlagen-Einreichung:
Für die Prüfung der Indikation und Vorbereitung der Fallbesprechung bitten wir Sie, uns folgende Unterlagen zukommen zu lassen:
- Aktuelle medizinische Bilddaten:
- CT-, MRT- oder PET/CT-Aufnahmen im DICOM-Format (vorzugsweise als CD/DVD oder gesicherter Daten-Upload) inkl. der zugehörigen schriftlichen Befundberichte (Bildgebung sollte nicht älter als 3 Monate sein).
- Krankheitsverlauf & Vorbefunde:
- Angaben zur Erkrankungshistorie.
- Histopathologische Befunde (Biopsie- bzw. Gewebeberichte, sofern vorhanden).
- Übersicht bisheriger sowie aktuell geplanter Therapien
- Ausgefüllter Anmeldebogen:
- Der spezifische Anmeldebogen für benigne (gutartige) oder maligne (bösartige) Erkrankungen.
- Leitung: Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Milka Marinova
- Koordination/Planung: Frau Victoria Stahl
- E-Mail: Enable JavaScript to view protected content., Enable JavaScript to view protected content.
- Telefon: +49 (0) 228 287-52145 Sprechzeiten: Mo-Fr, 08:00-16:00 Uhr
- Fax: +49 (0) 228 287-16615
Kontakt:
Ärztliche und wissenschaftliche Leitung
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Milka Marinova
Fachärztin für Nuklearmedizin/Fachärztin für Radiologie
Koordination: Frau Victoria Stahl
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
Universitätsklinikum Bonn
Venusberg-Campus 1
53127 Bonn





















