Menu

Stationäre Behandlung

Wenn Sie ein Beratungsgespräch in unserer Ambulanz wünschen, können Sie im Sekretariat der Poliklinik einen Termin unter der Telefonnummer +49 228 287-15732 vereinbaren.

Station "Bonhoeffer"

Die Station Bonhoeffer ist unsere geschützte psychiatrische Intensivstation. Hier werden Menschen in schwersten psychischen Krisen notfallmäßig und vollumfänglich aufgefangen. In medizinisch besonders akuten Fällen kann sogar eine Behandlung in einem unserer Intensivbetten erfolgen.

Das erfahrene Team der Station Bonhoeffer behandelt das gesamte Spektrum psychischer Störungen. Das beschützende Setting ist häufig insbesondere bei den folgenden Erkrankungsgruppen vorübergehend indiziert:

Psychosen
Bipolare Störungen
Depressive Erkrankungen
Psychische Störungen durch sogenannte hirnorganische Veränderungen
Geistige Behinderungen
Stoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen (insbesondere Alkohol)
Impulskontrollstörungen
Persönlichkeitsstörungen
Ein besonderer Schwerpunkt der Station liegt in der Behandlung von Erstmanifestationen von schizophrenen Erkrankungen. Ebenso behandelt das Team Menschen mit sogenannten therapierefraktären Psychosen, also Patient*innen bei denen verschiedene Behandlungsansätze in der Vorgeschichte nicht das erwünschte Behandlungsergebnis erbringen konnten.

Aufgrund der hohen Anzahl spezialisierter Fachkräfte, können auf der Station Bonhoeffer auch Menschen mit psychischen Erkrankungen behandelt werden, bei denen aufgrund körperlicher Erkrankungen oder Verletzungen eine Mitbehandlung oder operative Versorgungen durch andere Fachdisziplinen des Universitätsklinikums Bonn während der psychiatrischen Behandlung erfolgen muss.

Es werden auf der Station alle Möglichkeiten der modernen, wissenschaftlich basierten psychiatrisch-interdisziplinären Diagnostik und Therapie vorgehalten. Dieses sind insbesondere die intensivierte störungsspezifische (Kurz-)psychotherapie mit einzel- und gruppentherapeutischen Angeboten, die Pharmakotherapie, ein fachspezifisches Bezugspflegesystem, Co-Therapien wie Ergo-, Kunst-, Musik- oder Bewegungstherapie sowie eine sozialarbeiterische Mitbetreuung. Ebenso bieten wir wenn indiziert auch ein breites Spektrum an Neurostimulationsverfahren wie eine Elektrokonvulsionstherapie an, welche in Zusammenarbeit mit einem Team der Abteilung für Anästhesiologie durchgeführt werden.

Alle Angebote werden individuell auf die Patient*innen abgestimmt, mit ihnen besprochen und durchgeführt.

Generelle Behandlungsziele sind neben der Behandlung der oben dargelegten psychiatrischen Störungsbilder eine rasche Stabilisierung unserer Patient*innen und die gemeinsame Planung der folgenden ambulanten oder teil- bzw. offen-stationären Anschlussbehandlung.

Kontakt

Dr. Henrik Rohner

Tel.: +49 228 287-15680
Verantwortlicher Arzt: Dr. Henrik Rohner, Stellvertr. Klinikdirektor

Im Rahmen der Medizininformatikinitiative (MII) und der Mental Health Biobank Bonn (MHBB) bitten wir alle Patientinnen und Patienten, die an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie behandelt werden, um die datenschutzkonforme Spende pseudonymisierter Routineversorgungsdaten und Biomaterialien. Besonders wichtig ist hierbei die Einbeziehung von Patientinnen und Patienten aus dem akut- und intensivstationären Setting unserer Station Bonhoeffer. Gerade für diese besonders schwer betroffenen Menschen bestehen bislang große Datenlücken, obwohl der Bedarf an einer optimierten, evidenzbasierten klinischen Versorgung hier am größten ist. Aufbauend auf MII und MHBB werden im Rahmen der Clinical Deep Phenotyping (CDP)-Studie zudem einzelne besonders schwer betroffene Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen aus dem Schizophreniespektrum, bipolarer Störung oder ADHS besonders eingehend klinisch evaluiert. Dazu gehören neben standardisierten EEG- und MRT-Untersuchungen auch spezialisierte Retinauntersuchungen sowie die Gewinnung von Zellmaterial für tiefergehende laboranalytische und molekulare Analysen.

Zusätzlich wird auf unserer Station Bonhoeffer Neurostimulation in der Akutpsychiatrie Neurostimulation in der Akutpsychiatrie untersucht. Dabei handelt es sich um die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation neurostimulativer Verfahren (insbesondere der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) und der Elektrokonvulsionstherapie(EKT)) bei schwersten affektiven und psychotischen Krisen, therapierefraktären Verläufen und komplexen Komorbiditäten im intensivstationären Setting.

Ebenso wird auf der Station Bonhoeffer, unter anderem in enger Kooperation mit unserer interdisziplinären Notfallstation NINA (Notfallstation für Neurologie, Psychiatrie und Neurochirurgie), versorgungsforschungsbasiert untersucht. Dabei werden beispielsweise Behandlungsverläufe, Sicherheitsmaßnahmen, Medikationsstrategien und Entlassungsoutcomes bei hochakuten psychiatrischen Notfällen systematisch erfasst und analysiert. Ergänzend wirken im internationalen Kontext wir an der Entwicklung und Erprobung innovativer medikamentöser Therapien mit und tragen so aktiv zur Etablierung neuer, evidenzbasierter Behandlungsformen in der psychiatrischen Akut  und Intensivversorgung bei. Ziel dieses Ansatzes ist es, die Schnittstelle zwischen notfallpsychiatrischer Akutversorgung und der anschließenden intensivstationären Weiterbehandlung auf der Station Bonhoeffer evidenzbasiert zu optimieren und damit langfristig Standards für die psychiatrische Akut  und Intensivversorgung am Universitätsklinikum Bonn weiterzuentwickeln.

Abgeschlossene Studienteilnahmen:

Correll CU, Rohner H, Dimalta S, Göldner RS, Assion H J, Langner Timm S, Núñez Sande C, Rodriguez Jimenez R, Bioque M, Gahr M, Messer T, Falkai P, Heres S, Landry C, Schöttle D, Bernardo M, Caballero M, González Pinto A, Molina R, De Giorgi S, Maina G, Vita A, Vieira Coelho MA, Gago J, Madeira N, Dratcu L, Farooq S, Fernández Egea E, Pappa S, Anta Carabias L, Sánchez García S, Martínez González J. Risperidone ISM® effectiveness and tolerability in acute schizophrenia patients hospitalised due to a relapse: results from an international, prospective, non interventional evaluation (RESHAPE study). World J Biol Psychiatry. 2026;27(4):361–378.

Verantwortliche Ärzt*innen:

Prof. Alexandra Philipsen

Prof. Dr. Alexandra Philipsen, Klinikdirektorin

Dr. Henrik Rohner

Dr. Henrik Rohner, Stellvertr. Klinikdirektor

Eva Christina Schulte

Prof. Dr. Dr. Eva Schulte, Sektionsleiterin Psychiatrische Genomik, Oberärztin

Station "Freud"

Die Station Freud ist unsere geschützte Station mit suchtmedizinischem Schwerpunkt zur Durchführung qualifizierter Entgiftungsbehandlungen. Das Angebot richtet sich im Besonderen an Menschen, die unter einem Missbrauch oder einer Abhängigkeit von Opiaten wie Heroin und/oder von anderen illegalen Suchtstoffen wie Methamphetamin, Amphetamin, Kokain sowie Cannabis und/oder von Medikamenten wie Benzodiazepinen oder Pregabalin leiden.

Ziel der Behandlung ist es, den körperlichen und psychischen Zustand der Betroffenen während des stationären Aufenthalts zu verbessern und Entzugsbeschwerden durch eine individuell angepasste symptomatische Behandlung zu lindern. Darüber hinaus wird gemeinsam mit den Patient*innen ein über die stationäre Entgiftungsbehandlung hinausgehendes Weiterbehandlungskonzept entwickelt.

Wenn Patient*innen an einer Opiatabhängigkeit leiden, kann eine substitutionsgestützte Behandlung mit zum Beispiel Levomethadon oder Buprenorphin indiziert sein, die anschließend im ambulanten Rahmen fortgeführt werden kann.

Zu den eingesetzten Therapieverfahren gehören neben der symptombezogenen Begleitmedikation und der ärztlichen und pflegerischen Betreuung eine verhaltenstherapeutisch orientierte Motivationsgruppe sowie eine intensive Mitbetreuung durch unseren Sozialdienst. Weitere Bestandteile der Behandlung sind Co-Therapien wie Bewegungstherapie, Ergotherapie, körperbezogene Therapien und Entspannungsverfahren.

Ein weiterer Schwerpunkt der Station ist die Behandlung von Menschen mit einer sogenannten „Doppeldiagnose“. Abhängigkeitserkrankungen gehen häufig zeitgleich mit weiteren psychischen Störungen wie Psychosen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Störungen der Impulskontrolle oder einer Aufmerksamkeitsdefizits-/Hyperaktivitätsstörung einher. Hier bietet das Team der Station alle Möglichkeiten der modernen, wissenschaftlich basierten psychiatrisch-interdisziplinären Diagnostik und Therapie.

Da suchtkranke Menschen häufig unter körperlichen Beschwerden, Erkrankungen oder Begleiterscheinungen leiden, arbeiten wir eng mit anderen Fachdisziplinen des Universitätsklinikums Bonn zusammen, um notwendige Untersuchungen und Behandlungen zu optimieren beziehungsweise einzuleiten.

Zur rückfallprophylaktischen Behandlung kann in einigen Fällen nach einer erfolgreichen Opiatentgiftungsbehandlung die Einstellung auf einen Opioid-Antagonisten wie Naltrexon erfolgen. Bei einer Alkoholabhängigkeit kann in bestimmten Fällen eine Behandlung mit Disulfiram erwogen werden.

Für Menschen mit schwerster Opiat-Abhängigkeit leitet die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie gemeinsam und in enger Zusammenarbeit mit der Bundesstadt Bonn sowie den Hilfswerken Diakonie und Caritas ein ambulantes Zentrum zur diamorphingestützten Substitutionsbehandlung, mit dem eine enge Kooperation besteht. Auch hier werden die betroffenen Patient*innen eingehend beraten (https://www.suchthilfe-bonn.de/einrichtungen/diamorphinambulanz.html https://www.suchthilfe-bonn.de/einrichtungen/diamorphinambulanz.html).

Patient*innen mit Abhängigkeitserkrankungen haben überdurchschnittlich häufig zum Teil schwer traumatische Erlebnisse in ihrer Vorgeschichte durchlitten. Aus diesem Grund bieten wir auf unserer Station Freud parallel zur Entgiftungsbehandlung eine entsprechende Diagnostik psychischer Traumafolgestörungen wie der Posttraumatischen Belastungsstörung an, um gegebenenfalls eine stationäre traumapsychotherapeutische Behandlung in unserer Klinik zu planen. Wir behalten uns vor, die Indikation zu einer solchen weiterführenden Traumatherapie im Rahmen der suchtmedizinischen Primärbehandlung selbst zu stellen..

Die Wartezeit für eine stationäre Traumapsychotherapie, die auf der Station Jaspers durchgeführt wird, beträgt im Durchschnitt momentan sechs bis acht Monate.

Die Anmeldung für eine suchtspezifische Behandlung auf unserer Station erfolgt telefonisch unter der Telefonnummer 0228-287-15682. Zur Aufnahme auf die Warteliste ist ein aktueller Versicherungsnachweis, den Sie sich von Ihrer Krankenkasse zuschicken lassen können, erforderlich. Eine Anmeldung kann unter der Telefonnummer auch durch Angehörige, Betreuerinnen oder Vorbehandlerinnen für Sie angefragt werden.

Kontakt

Dr. Henrik Rohner

Tel.: +49 228 287-15680
Verantwortlicher Arzt: Dr. Henrik Rohner, Stellvertr. Klinikdirektor

Alle suchtspezifischen Forschungsaktivitäten der Station Freud werden von unserer Arbeitsgruppe Klinische Suchtmedizin unter der Leitung von Herrn Dr. Henrik Rohner koordiniert und federführend durchgeführt. Die Projekte verbinden klinische Versorgungsdaten mit wissenschaftlichen Methoden und sind national, international sowie interdisziplinär und transprofessionell ausgerichtet. Übergeordnetes Ziel ist es, psychische und somatische Komorbiditäten von Substanzkonsumstörungen besser zu verstehen, die diagnostische und therapeutische Versorgung zu verbessern und langfristig evidenzbasierte, individualisierte Behandlungsansätze in der Suchtmedizin zu etablieren.

Psychische und somatische Komorbiditäten von Substanzkonsumstörungen

Ein zentraler Forschungsschwerpunkt liegt auf dem häufigen gemeinsamen Auftreten von Substanzkonsumstörungen und weiteren psychischen oder körperlichen Erkrankungen. Untersucht werden insbesondere:

  • Aufmerksamkeitsdefizits-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS),
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), komplexe Traumafolgestörungen und dissoziative Phänomene,
  • Psychosen und psychotische Symptome,
  • Persönlichkeitsstörungen (insbesondere Borderline-Persönlichkeitsstörung),
  • HIV-Infektionen und weitere somatische Begleiterkrankungen.

Die Arbeitsgruppe ist in internationale Netzwerke integriert unter anderem mit Herrn Prof. Dr. Christian Schütz (Professor of Psychiatry, University of British Columbia; Division Head Substance Use and Concurrent Disorders, Kanada), um klinische und neuropsychologische Marker für eine präzisere Diagnostik und Behandlung schwerst Abhängigkeitserkrankter zu identifizieren.

Abgeschlossene Projekte und Publikationen

  • Rohner H, Gaspar N, Philipsen A, Schulze M. Prevalence of Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) among Substance Use Disorder (SUD) Populations: Meta-Analysis. Int J Environ Res Public Health. 2023.
  • Rohner H, Gaspar N, Rosen H, Ebert T, Kilarski LL, Schrader F, Al Istwani M, Lenz AJ, Dilg C, Welskop A, Goldmann T, Schmidt U, Philipsen A. ADHD Prevalence among Outpatients with Severe Opioid Use Disorder on Daily Intravenous Diamorphine and/or Oral Opioid Maintenance Treatment. Int J Environ Res Public Health. 2023.
  • Gaspar N, Kilarski LL, Rosen H, Huppertz M, Philipsen A, Rohner H. Attention Deficit Hyperactivity Disorder: A Risk Factor for Premature Discontinuation of Inpatient Opioid Withdrawal Treatment. J Clin Med. 2024.

Laufende und geplante Projekte im Schwerpunkt Komorbiditäten

  • ADHS/HIV: ADHS-Prävalenz in einer HIV-Ambulanzkohorte (verantwortlich: Herr Dr. Kilian Knauth) Untersuchung der Häufigkeit von ADHS bei Patient*innen in der HIV-Ambulanz des Universitätsklinikums.
  • Trauma/SUD:Severe psychiatric comorbidity in opioid use disorder with complex trauma: a pilot feasibility study from clinical practice“ (verantwortlich: Frau Sheena Werlich) Untersuchung schwerer psychiatrischer Komorbiditäten bei Menschen mit Opioidkonsumstörungen und komplexer Traumatisierung.
  • Psychosen/SUD: Metaanalyse „Psychoses in SUD“ (verantwortlich: Herr Maximilian Huppertz) Systematische Aufarbeitung der Prävalenz und klinischer Merkmale psychotischer Symptome bei Menschen mit Substanzkonsumstörungen.
  • Trauma/PTBS/BPD: Metaanalyse „Trauma/PTSD/BPD in SUD“ (verantwortlich: Frau Dr. Dr. Laura Kilarski) Untersuchung des Zusammenhangs von Traumafolgestörungen, PTBS und Borderline-Persönlichkeitsstörung bei Substanzkonsumstörungen.
  • Generation Z und Substanzkonsum: „Phänotypisierung einer klinischen Kohorte von Gen Z Usern in der Rehabilitationsbehandlung“ Beschreibung spezifischer Merkmale jüngerer Menschen mit Substanzkonsumstörungen in der Rehabilitation in Kooperation mit der Salus Klinik Hürth.

Retrospektive Datenanalyse qualifizierter Entzugsbehandlungen der Station Freud von 2018–2023 (verantwortlich: Herr Dr. Nikolas Gaspar)

Im Rahmen eines umfassenden retrospektiven Forschungsprojekts werden Behandlungsdaten von Patient*innen ausgewertet, die zwischen 2018 und 2023 auf der Station Freud eine qualifizierte Entgiftungsbehandlung erhalten haben. Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die den Verlauf und den Erfolg stationärer Entzugsbehandlungen beeinflussen.

Geplant sind mehrere Einzelpublikationen sowie eine zusammenfassende Arbeit. Konkrete Teilprojekte sind:

  • „Umrechnung von der Menge illegalen Heroinkonsums auf Levemethadon“
  • „Risikofaktoren für den Abbruch einer Opioid-Entzugsbehandlung“
  • „Umrechnung der Alkoholkonsumenge auf stationär zu verabreichende Benzodiazepine“
  • „Prävalenz von Pregabalin-Konsum bei Menschen mit einer Opiatabhängigkeit“
  • „Prävalenz von Kokain- und Amphetamin-Konsum bei Menschen mit einer Opiatabhängigkeit im zeitlichen Verlauf“
  • „Einfluss der Corona-Pandemie auf die stationäre Opiat-Entzugsbehandlung“

Die Auswertungen erfolgen ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken anhand bereits vorhandener, anonymisierter Behandlungsdaten. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Behandlung und Versorgung von Menschen mit Substanzkonsumstörungen weiter zu verbessern.

Chemsex und sexualisierter Substanzkonsum (verantwortlich: Frau Dr. Ekaterina Kuskova)

Ein weiteres aktuelles Forschungsfeld ist der sexualisierte Substanzkonsum, insbesondere im Kontext von Chemsex. Darunter wird der gezielte Konsum psychoaktiver Substanzen vor oder während sexueller Kontakte verstanden, um Lust, Intimität oder Ausdauer zu steigern.

Die Projekte werden in enger Kooperation mit der AIDS-Hilfe Köln sowie weiteren ambulanten Angeboten der HIV- und Suchthilfe durchgeführt.

Konkrete Projekte sind:

  • „Substanzkonsum und sexualisierter Substanzkonsum bei Menschen mit ADHS: Eine anonyme Online-Umfrage“ Untersuchung der Häufigkeit und Formen sexualisierten Substanzkonsums bei Erwachsenen mit ADHS sowie des Zusammenhangs mit Impulsivität und emotionaler Dysregulation.
  • „Prävalenz von ADHS unter Chemsex-Usern“ Erhebung der ADHS-Häufigkeit bei Menschen mit Chemsex-Erfahrungen in Kooperation mit der AIDS-Hilfe Köln.
  • „Phänotypisierung einer klinischen Kohorte von ChemSex-Usern in der Rehabehandlung“ Beschreibung klinischer Merkmale und unterschiedlicher Phänotypen von Chemsex-Usern in der Rehabilitation in Kooperation mit der Salus Klinik Hürth.

Diamorphingestützte Behandlung (verantwortlich: Frau Dr. Ekaterina Kuskova, Herr Dr. Nikolas Gaspar)

Ein weiterer klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt der Station Freud ist die Behandlung und Erforschung von Patientinnen mit schwerster Opioidkonsumstörung, die sich in einer diamorphingestützten Substitutionsbehandlung befinden. Ein Teil dieser Patient*innen wird auf der Station Freud stationär behandelt, etwa im Rahmen qualifizierter Entgiftungsbehandlungen, bei komplizierten Verläufen oder bei zusätzlichen psychiatrischen Komorbiditäten.

Die Projekte finden über die nationale Arbeitsgruppe zur diamorphingestützten Behandlung, deren Stellvertretender Sprecher Herr Dr. Rohner ist,  in Kooperation mit vielen weiteren Heroinambulanzen in Deutschland und der Schweiz statt und stehen innerhalb von Bonn in enger Kooperation mit der ambulanten Suchthilfe (Bundesstadt Bonn, Diakonie, Caritas).

Konkrete Projekte sind zum Beispiel:

  • „Deep Phenotyping einer Kohorte diamorphinsubstituierter Patient*innen“ Umfassende klinische Charakterisierung einer Kohorte diamorphinbehandelter Patient*innen mittels strukturierter diagnostischer Instrumente (SCID-5-CV für psychiatrische Achse-I-Diagnosen und SCID-5-PD für Persönlichkeitsstörungen). Ziel ist es, ein detailliertes klinisches Profil dieser besonders schwer betroffenen Patientengruppe zu erstellen.
  • „Wunsch nach Behandlung mit oralem Diamorphin in Deutschland; Wunsch der Behandler*innen und/oder der Patient*innen?“ Befragung von Behandler*innen und Patient*innen, die sich in einer Entgiftungsbehandlung auf der Station Freud finden, sowie in mehreren Diamorphinambulanzen Deutschlands und der Schweiz.

Neurostimulative Behandlungsverfahren: rTMS in der Suchtmedizin (verantwortlich: Frau Dr. Ekaterina Kuskova)

In der Wissenschaft finden sich immer mehr Hinweise darauf, dass innovative Hirnstimulationsverfahren auch in der Suchtmedizin ihren Platz haben. So gibt es eine gute Evidenz zum Einsatz von der repetivien transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) zur Reduktion des Cravings – insbesondere bei Konsum illegaler Substanzen. Auf der Station Freud wird dazu im Rahmen einer Pilotstudie erstmalig die rTMS auch im  akuten Entgiftungssetting Einsatz finden.

  • „Pilotstudie zur Erforschung des Craving-reduzierenden Effekts von rTMS bei qualifizierten Entzugsbehandlungen“ Das Projekt soll erste Hinweise liefern, ob rTMS während einer stationären Entgiftungsbehandlung das Craving reduzieren und somit die Behandlungsabbruchquote senken kann und welche Patient*innengruppen besonders profitieren könnten.

Verantwortliche Ärzt*innen:

Prof. Alexandra Philipsen

Prof. Dr. Alexandra Philipsen, Klinikdirektorin

Dr. Henrik Rohner

Dr. Henrik Rohner, Stellvertr. Klinikdirektor

Ekaterina Kuskova

Dr. Ekaterina Kuskova, Assistenzärztin

Portrait Gaspar Nikolas

Dr. Nikolas Gaspar, Assistenzarzt

Station "Jaspers"

Behandlungsschwerpunkte der Station Jaspers

Auf der Station Jaspers werden Patientinnen und Patienten mit einem breiten Spektrum psychischer Erkrankungen stationär psychiatrisch und psychotherapeutisch behandelt. Zu den Behandlungsschwerpunkten zählen affektive Störungen, insbesondere depressive Episoden und bipolare Erkrankungen, Traumafolgestörungen, Angststörungen und Zwangsstörungen, Entwicklungsstörungen im Erwachsenenalter (ADHS und Autismus) und Persönlichkeitsstörungen. Die Behandlung erfolgt auf der Grundlage eines individuell abgestimmten, multimodalen Therapiekonzeptes und umfasst unter anderem psychotherapeutische und psychopharmakologische Verfahren und cotherapeutische Angebote. Dabei werden die jeweiligen Beschwerden, Begleiterkrankungen und psychosozialen Belastungsfaktoren ebenso berücksichtigt wie die individuellen Behandlungsziele der Patientinnen und Patienten.

Einen besonderen Schwerpunkt der Station bilden die Diagnostik und Behandlung psychiatrischer Komorbiditäten bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Bei ADHS im Erwachsenenalter treten häufig Komorbiditatena auf, deren differenzierte diagnostische Einordnung und integrierte Behandlung für den Therapieerfolg von besonderer Bedeutung sind. Hierfür steht ein multimodales Behandlungskonzept zur Verfügung, in dem psychopharmakologische und psychotherapeutische Ansätze entsprechend der individuellen klinischen Situation miteinander kombiniert werden.

Ergänzend zu den etablierten medikamentösen und psychotherapeutischen Verfahren können bei entsprechender Indikation auch neurostimulatorische Behandlungsverfahren eingesetzt werden. Hierzu gehören die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) sowie die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS). Beide Verfahren stellen insbesondere bei ausgewählten Patientinnen und Patienten mit affektiven Erkrankungen wichtige Behandlungsoptionen dar. Darüber hinaus besteht in Zusammenarbeit mit der Sektion Medizinische Psychologie unter der Leitung von Prof. Dr. rer. nat. Nils Kroemer für ausgewählte Patientinnen und Patienten die Möglichkeit einer transkutanen Vagusnervstimulation (tVNS). Die verschiedenen diagnostischen und therapeutischen Verfahren werden im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplans eingesetzt, der sich an der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz, den jeweiligen Behandlungsleitlinien sowie den individuellen Erfordernissen der Patientinnen und Patienten orientiert. Ziel der stationären Behandlung ist eine möglichst umfassende diagnostische Abklärung und Einordnung und eine darauf aufbauende, individuell abgestimmte Therapie, die neben der Reduktion der akuten Symptomatik auch eine längerfristige Stabilisierung und die weitere ambulante Behandlung berücksichtigt.

Wir legen Wert auf eine umfassende Versorgung, die bereits während der stationären Behandlung die Anschlusskonzepte wie zum Beispiel die teilstationäre oder eine ambulante Behandlung plant und vorbereitet.

Kontakt

Dr. Markus Kölle

Tel.: +49 228 287-15684
Verantwortlicher Arzt: Dr. Markus Kölle, Oberarzt

Neben der klinischen Versorgung stellt die wissenschaftliche Arbeit einen wichtigen Bestandteil der Arbeit auf der Station Jaspers dar. Die Station ist in verschiedene klinische und experimentelle Forschungsprojekte der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie eingebunden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Durchführung klinisch-pharmakologischer Studien, in denen die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit neuer medikamentöser Behandlungsansätze untersucht werden. Ziel dieser Studien ist es, bestehende pharmakologische Behandlungsmöglichkeiten weiterzuentwickeln und neue Therapieoptionen für Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen zu prüfen. Für entsprechende klinische Studien werden auf der Station Jaspers geeignete Patientinnen und Patienten rekrutiert und im Studienverlauf wissenschaftlich begleitet.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung psychotherapeutischer Behandlungsverfahren. Hierzu werden Patientinnen und Patienten für Psychotherapiestudien unserer Klinik rekrutiert, in denen etablierte und neue therapeutische Ansätze wissenschaftlich untersucht und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit überprüft werden.

Besondere Bedeutung besitzt darüber hinaus die Forschung zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter. Wissenschaftliche Projekte unserer Klinik beschäftigen sich unter anderem mit neuropsychologischen und neurobiologischen Grundlagen der ADHS sowie mit Faktoren, die den Verlauf der Erkrankung und das Ansprechen auf unterschiedliche Behandlungsformen beeinflussen können. Ein weiterer Forschungsbereich umfasst die Untersuchung verschiedener Interventionsmöglichkeiten bei ADHS im Erwachsenenalter. Dabei können sowohl pharmakologische und psychotherapeutische als auch weitere innovative Behandlungsansätze Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen sein. Durch die enge Verbindung von klinischer Versorgung und wissenschaftlicher Forschung sollen neue Erkenntnisse möglichst unmittelbar für die Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie nutzbar gemacht werden. Patientinnen und Patienten können nach Prüfung der jeweiligen Ein- und Ausschlusskriterien über aktuell durchgeführte Studien und eine mögliche Teilnahme informiert werden. Die Teilnahme an wissenschaftlichen Untersuchungen ist grundsätzlich freiwillig und erfolgt nach umfassender Information und Aufklärung.

Eine weitere wichtige Grundlage für die klinische Forschung bildet die strukturierte Nutzung von Versorgungsdaten und Biomaterialien. Im Rahmen der Medizininformatik-Initiative (MII) und der Mental Health Biobank Bonn (MHBB) bitten wir daher alle Patientinnen und Patienten, die an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie behandelt werden, um die datenschutzkonforme Spende pseudonymisierter Routineversorgungsdaten und Biomaterialien. Die auf diese Weise für die Forschung zur Verfügung gestellten Daten und Materialien sollen dazu beitragen, die Entstehung und den Verlauf psychischer Erkrankungen besser zu verstehen, Zusammenhänge zwischen biologischen, klinischen und weiteren Einflussfaktoren zu untersuchen und langfristig neue Möglichkeiten für Diagnostik, Prävention und individualisierte Behandlung zu entwickeln.

 

Station Arendt I und Arendt II

Die offen geführten Stationen Arendt 1 und Arendt 2 mit durchschnittlich je 20 Behandlungsplätzen befinden sich in dem im März 2018 bezogenen neuen Gebäude NPP (Kliniken für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie).

Grundsätzlich können auf den Stationen das gesamte Spektrum psychischer Störungen behandelt werden, wenn keine Intensivbehandlung erforderlich ist. Ein Schwerpunkt der offenen Stationen sind depressive Erkrankungen,  Angst- und Zwangserkrankungen sowie somatoforme Erkrankungen, die therapeutisch eine besonders intensive  psychotherapeutische Behandlung bedürfen.  Wahlleistungspatienten werden vorzugsweise auf der Station Arendt 1 aufgenommen, allen Wahlleistungspatient*innen steht ein besonderer Service ("Service plus") mit erweiterten Angebot von Nahrungsmitteln und Getränken, Tageszeitung und freiem Internetangebot zur Verfügung. Zahlreiche Einzelzimmer sind vorhanden.  Eine enge Zusammenarbeit spezialisierter psychologischer Psychotherapeut*innen und Ärzt*innen und ein umfassendes Angebot psychotherapeutischer Behandlungsangebote (inkl. CBASP, Schematherapie, EMDR) aber auch somatischer Therapieangebote (Elektrokonvulsionstherapie, rTMS) sind Grundlage einer evidenzbasierten und individualisierten Behandlungsplanung und Therapie.

Auf der Station Arendt 2 ergänzen wir unser Behandlungsangebot mit einer Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT), weitere Informationen finden Sie in unseren Flyer: DBT Flyer
Bei Interesse bitten wir Sie vor Kontaktaufnahme auch den Fragebogen auszufüllen: DBT Fragebogen

Eine vertrauensvolle Beziehung zu unseren Patient*innen ist uns sehr wichtig, weshalb wir durch unser qualifiziertes Pflegefachpersonal ein Bezugspflegesystem etabliert haben.

Die Stationen und auch die Patientenzimmer sind hell und großzügig bemessen. Moderne Kommunikationstechnik ermöglicht jeder Patientin bzw. jedem Patienten einen eigenen Fernseher und Internetzugang, jedes Zimmer verfügt zudem über einen eigenen Kühlschrank. Bequeme Relaxsessel in einem eigenen Ruheraum und ein Aromapflege-Angebot unterstützen Entspannungsverfahren und ergänzen ein vielfältiges soziotherapeutisches Behandlungsangebot.

Kontakt

Station Arendt I

Dr. Petra Broich

Tel.: +49 228 287-31800
Verantwortliche Ärztin: Dr. Petra Broich, Geschäftsführende Oberärztin

Station Arendt II

Dr. Dr. David Vogel

Tel.: +49 228 287-31900
Verantwortlicher Arzt: Dr. Dr. David H.V. Vogel, Oberarzt

Interdisziplinäre Notaufnahmestation NINA

Im Rahmen enger Kooperation mit den medizinischen Fachabteilungen des Neurozentrums am Universitätsklinikum Bonn ist eine gemeinsame Notfallstation für Patient*innen mit schweren psychischen Erkrankungen, Entzugssymptomen und/oder körperlichen Beschwerden entstanden.

Die Patient*innen der Station NINA werden dabei von der jeweils zuständigen Klinik des Universitätsklinikums betreut, wie der Psychiatrie, Gerontopsychiatrie, Neurologie, Epileptologie oder Neurochirurgie.

Für die Koordinierung ist hierbei das ärztliche Team der Sektion für Akut- und Notfallmedizin verantwortlich. Dass am Universitätsklinikum Bonn auf dieser interdisziplinären Station auch Patient*innen mit psychiatrischen Erkrankungen betreut werden können, ist einzigartig.  

Da es sich bei der Station NINA um eine Notfallstation handelt, ist es unser Ziel, die Behandlungsdauer kurz zu halten und bei einer Notwendigkeit zur Fortführung der stationären Therapie, die Patient*innen auf unsere psychiatrisch-psychotherapeutischen Stationen zu verlegen. Geplante Aufnahmen erfolgen hier nicht.

Kontakt

Dr. Henrik Rohner
Verantwortlicher Arzt: Dr. Henrik Rohner, Stellvertr. Klinikdirektor

 
Unsere Webseite verwendet Cookies.

Bei Cookies handelt es sich um Textdateien, die im Internetbrowser bzw. vom Internetbrowser auf dem Computersystem des Nutzers gespeichert werden. Ruft ein Nutzer eine Website auf, so kann ein Cookie auf dem Betriebssystem des Nutzers gespeichert werden. Dieser Cookie enthält eine charakteristische Zeichenfolge, die eine eindeutige Identifizierung des Browsers beim erneuten Aufrufen der Website ermöglicht. Wir setzen Cookies ein, um unsere Website nutzerfreundlicher zu gestalten. Einige Elemente unserer Internetseite erfordern es, dass der aufrufende Browser auch nach einem Seitenwechsel identifiziert werden kann.

Unsere Webseite verwendet Cookies.

Bei Cookies handelt es sich um Textdateien, die im Internetbrowser bzw. vom Internetbrowser auf dem Computersystem des Nutzers gespeichert werden. Ruft ein Nutzer eine Website auf, so kann ein Cookie auf dem Betriebssystem des Nutzers gespeichert werden. Dieser Cookie enthält eine charakteristische Zeichenfolge, die eine eindeutige Identifizierung des Browsers beim erneuten Aufrufen der Website ermöglicht. Wir setzen Cookies ein, um unsere Website nutzerfreundlicher zu gestalten. Einige Elemente unserer Internetseite erfordern es, dass der aufrufende Browser auch nach einem Seitenwechsel identifiziert werden kann.

Ihre Cookie-Einstellungen wurden gespeichert.