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Unsere Forschung

Hier erhalten Sie Informationen zu unseren aktuellen Forschungsprojekten mit Schwerpunkt Rheumatologie und klinische Immunologie der Medizinischen Klinik und Poliklinik III.

Ausflug Forschung Rheumatologie

Prospektive Gelenkultraschall Untersuchung der rheumatoiden Arthritis und der Psoriasis Arthritis in der Schwangerschaft (PURAPAS)

Im Rahmen der Schwangerschaft können rheumatologische Erkrankungen den Gesundheitsverlauf der Patientinnen stark beeinflussen. Dabei umfasst die Standarddiagnostik der Krankheitsaktivität der Rheumatoiden Arthritis oder Psoriasisarthritis in der Schwangerschaft die Messung modifizierter Scores. Die Verwendung dieser bleibt jedoch problematisch, da die Anzahl der druckschmerzhaften Gelenke durch unspezifische muskuloskelettale Schmerzen im Rahmen der Schwangerschaft und die Anzahl der geschwollenen Gelenke durch ein peripheres Ödeme beeinträchtigt werden kann.

In der aktuellen Literatur ist nur ein einzelner Fallbericht beschrieben, in dem der Verlauf der RA bei einer schwangeren Patientin mit Hilfe des muskuloskelettalen Ultraschalls (MSK-US) untersucht wird (1).

Daher ist das Ziel dieser Studie, prospektiv das Verhalten der RA und der PsA im Verlauf der Schwangerschaft mehrerer Patientinnen zu untersuchen und die resultierenden Ergebnisse mit den bekannten Scores zu korrelieren.

1) Baffour FI, McKenzie GA, Bekele DI, Glazebrook KN. Sonography of active rheumatoid arthritis during pregnancy: a case report and literature review. Radiol Case Rep. 2018 Dec;13(6)1233-7

Prospektive Untersuchung der Früherkennung von Psoriasis Arthritis bei Psoriasis durch Dermatolog*innen unter Anwendung eines neuen Handheld-Ultraschall Systems

Prosone Studie Rheumatologie

PsoSone-Studie

Die Psoriasis Arthritis betrifft bis zu einem Drittel aller Psoriasis Patient*innen (Gottlieb et al. in Journal of Dermatological Treatment, Mai 2019). Diese progredient verlaufende inflammatorisch-destruierende Gelenkerkrankung kann zu einer Einschränkung der Funktionalität und Lebensqualität der Patient*innen führen. Den Dermatolog*innen ist dabei eine zentrale Rolle bei der Früherkennung der Psoriasis Arthritis zuzuschreiben, worauf viele Publikationen der letzten Jahre hinweisen. Sie sehen regelmäßig das Patient*innenkollektiv und müssen derzeit auf recht unspezifische Instrumente zugreifen, deren Spezifität unserer Erfahrung aktuell nach bei 30 – 50 % liegt. Dadurch entstehen lange Wartezeiten in den rheumatologischen Fachzentren, die unter Umständen zu weiterer Verschlechterung der Erkrankung führen können.

An diesem Punkt setzt unsere prospektive Studie an. Der gezielte Einsatz des muskuloskelettalen Ultraschalls durch Dermatolog*innen soll als Instrument zur Früherkennung der Psoriasis Arthritis untersucht werden.

Zu diesen Zweck haben wir zunächst einen speziell für Dermatolog*innen angepassten muskuloskelettalen Ultraschallkurs entwickelt (Grobelski et al. 2021 Manuskript unter Begutachtung). Die Hauptmerkmale einer floriden Arthritis im Ultraschall sind: Gelenkerguss und hyperperfusion der Synovialis. Die Erkennung dieser zwei Merkmale in unterschiedlichen Gelenken bildete den Kern des Kurses. Zusätzlich wurde jeder Teilnehmer mit einem innovativen Ultraschall Gerät (Butterfly IQ) ausgestattet.

Aktuell werden Psoriasis-Patiente*innen mit Arthralgien durch Dermatolog*innen differenziert anhand der bisherigen Instrumente und den neu erlernten muskuloskelettalen Ultraschall untersucht und in die PsoSone-Studie eingeschlossen. Alle Patient*innen werden anschließend in der Rheumatologie gesichtet und entsprechend der Diagnose therapiert.

Darüber hinaus untersuchen wir die Gültigkeit der CASPAR Kriterien, die seit 15 Jahren der Goldstandard zur Diagnose der Psoriasis Arthritis darstellen, sowie den Einsatz von Handheld-Ultraschall Systemen wie dem Butterfly IQ System im Hinblick auf die Qualität der muskuloskelettalen Ultraschall Diagnostik.

Gelenkerguss Ultraschall

Gelenkerguss

Hyperperfusion Ultraschall

Hyperperfusion

Prospektive Analyse von Blutflussrestriktionstraining bei Patient*innen mit rheumatoider Arthritis und Psoriasis-Arthritis (im Vergleich zu konventionellem Krafttraining)“

Es ist bekannt, dass Sport sich günstig auf den Verlauf rheumatischer Erkrankungen auswirkt (November 2014; Nature Reviews Rheumatology; Fabiana B. Benatti & Bente K. Pedersen), was vor allem über Myokine geschieht.

Für Betroffene gestaltet sich für dies jedoch schwierig, wenn ihr muskuloskeletaler Apparat bei jeder Bewegung schmerzt. Das Resultat ist leider oftmals eher eine Schonhaltung als eine erhöhte sportliche Aktivität. Besonders gut sind Sportarten, welche mit einer Hypertrophie einhergehen, wie z.B. das klassische Krafttraining. Die aufgebaute Muskelmasse kann das Gelenk entlasten und so für Erleichterung sorgen.

Neben den physischen Prozessen sind auch die positiven Effekte auf die Psyche gut belegt, wie z.B. ein geringeres Depressionsrisiko (2015; Sports Medicine; Jet J. C. S. Veldhuijzen van Zanten et al.).

Allerdings gestaltet sich das Krafttraining aufgrund seiner hohen Gelenkbelastung für die Betroffenen häufig problematisch. Eine in Japan für die Rehabilitation entwickelte Trainingsform das „Blood-Flow-Restriction-Training (BFR Training)“ verspricht eine vergleichbare Hypertrophie bei deutlich geringer Gelenkbelastung (2017; British Journal of Sports Medicine; Luke Hughes et al.) was für die Betroffenen natürlich optimal wäre.

Wir haben uns dazu entschlossen, in Kooperation mit dem Hochschulsport der Uni Bonn eine prospektive Analyse des BFR-Trainings im Vergleich zum konventionellen Krafttraining bei Patient*innen mit rheumatoider Arthritis oder Psoriasis Arthritis durchzuführen. Die Trainingsdauer beträgt 12 Wochen und geschieht unter Aufsicht.

Um die Veränderungen der Körperzusammensetzung zu quantifizieren, bedienen wir uns der Bioimpedanzanalyse, dem per Ultraschall bestimmten Muskelquerschnitt sowie diverser Fragebögen, die natürlich auch die psychischen Veränderungen erfassen können.

Ziel unserer Studie ist es zu zeigen, dass das BFR-Training eine gute Alternative zum konventionellen Krafttraining darstellt und ähnliche Effekte bei besserer Verträglichkeit bzw. Akzeptanz erzielt werden können.

Darüber hinaus hoffen wir natürlich, dass die Teilnehmer*innen dies auch für sich verinnerlichen und mit reduzierter Symptomatik sowie erhöhter Lebensqualität die Studie abschließen.

Ultraschall-gestützte Untersuchung von definiertem mechanischem Stress auf mittelgroße und große Gelenke gesunder Proband*innen

Gegenstand dieser klinisch-prospektiven Studie ist die Untersuchung von Gelenken, Muskel-bzw. Sehnenansätzen sowie Bursen und Sehnen von jungen, gesunden Erwachsenen mittels Ultraschall sowie die Entwicklung der genannten Strukturen nach sportlicher Aktivität.

Die muskuloskelettale Sonografie ist ein in der rheumatologischen Diagnostik etabliertes Mittel zur Detektion von Gelenk- und Weichteilerkrankungen. Pathologische Befunde in der Ultraschall-Untersuchung konnten nicht nur bei erkrankten Patient*innen, sondern auch bei gesunden Proband*innen nachgewiesen werden (Padovano et al.: Prevalence of ultrasound synovial inflammatory findings in healthy subjects. Ann Rheum Dis. 2016; 75(10):1819–23).

Das Ziel dieser Studie ist es, die Häufigkeit von Gelenkerguss, Enthesitis, Bursitis und Tenosynovitis bei jungen, gesunden Proband*innen zu untersuchen und die Entwicklung der Prävalenz nach definierter sportlicher Belastung zu erfassen. Um mögliche Einflussfaktoren auf die Prävalenz wie allgemeine sportliche Aktivität oder Trainingszustand zu identifizieren, wird außerdem eine bioelektrische Impedanzanalyse zur Erfassung der Körperzusammensetzung durchgeführt. Die definierte sportliche Belastung der Muskeln und Gelenke erfolgt durch ein Krafttraining, welches durch den Hochschulsport der Universität Bonn entwickelt und beaufsichtigt wird. Die Ultraschalluntersuchung wird vor dem Training, sowie 24h und 48h danach durchgeführt, um die Entwicklung der Prävalenz von Gelenkerguss, Enthesitis, Bursitis und Tenosynovitis zu untersuchen.

Die Ergebnisse sollen in der rheumatologischen Praxis eine Orientierung bieten, inwiefern Resultate der Ultraschalluntersuchung bei jungen, gesunden Patient*innen, abhängig von deren Körperzusammensetzung und sportlichen Verhalten, als physiologisch eingeschätzt werden können.

Entwicklung und Validierung von 3D-gedruckten Gefäßmodellen zur Detektion der Riesenzellarteriitis

Die Riesenzellarteriitis (RZA) ist die häufigste Form der systemischen Vaskulitiden (Gefäßentzündungen) bei Patient*innen über dem 50. Lebensjahr. Bei dieser Erkrankung ist der Ultraschall in den letzten Jahren in Europa zum Goldstandard der Diagnostik geworden und die typischen Läsionen konnten definiert werden. Allerdings gibt es bei nationalen oder internationalen Studien und Fortbildungen nur selten RZA Patient*innen, welche eine typische Sonomorphologie der Riesenzellarteriitis aufweisen.

Ziel dieses Projekts ist die Erstellung und Validierung von 3D-gedruckten Gefäßmodellen. Mit dem 3D-Druckverfahren können diese Modelle kostengünstig und standardisiert hergestellt werden.

Zur Validierung werden die Modelle durch europäische Experten der OMERACT Large Vessel Vasculitis Ultrasound Group untersucht. Zudem ist eine Lehrstudie mit Studierenden geplant.

Diese Modelle könnten in der Folge vor allem für postgraduale Schulungszwecke, aber auch bereits für Medizinstudierende sowie für internationale Vergleichsstudien zu den etablierten sonographischen Definitionen der RZA Verwendung finden.

Untersuchung von zwei dsDNA Antikörper Bestimmungstests bei Patient*innen mit systemischem Lupus Erythematodes (SLE) und Kontrollpatienten ohne SLE

Doppelstrang DNA-Antikörper (dsDNA-Ak) werden im Rahmen der Diagnostik und Therapie eines systemischen Lupus Erythematodes im Blut des Patient*innen bestimmt, um die entzündliche Aktivität der Erkrankung zu beurteilen. Ein erhöhter Titer von dsDNA-Ak ist mit einer gesteigerten Aktivität der Erkankung assoziiert.

Wir möchten zwei verschiedene Verfahren der Bestimmung dieser Antikörper untersuchen, um den besten Test zu ermitteln:

  • Test 1: ELIA™ dsDNA, Gerät: Phadia 250, beides Thermo Fisher Scientific und
  • Test 2: Anti-ds-DNS-NcX-ELISA (IgG), Gerät: Analyzer I, beides EUROIMMUN

Ziel ist es, das Testverfahren, welches sich am besten für die klinische Praxis eignet, zu identifizieren, sodass die Diagnose bzw. der Verlauf der Aktivität einer Erkrankung mit systemischem Lupus erythematodes spezifiziert werden kann und somit eine Erleichterung für die klinische Praxis etabliert und standardisiert wird.

Entwicklung und Durchführung eines digitalen tele-medizinischen Abdomen-, Thorax- und Schilddrüse-Ultraschallkurses für Medizinstudierende

In der Vergangenheit haben Ärzt*innen Ultraschall (US) Fähigkeiten oftmals erst während der Facharztausbildung erworben. In den letzten Jahrzehnten wurde Ultraschall jedoch bereits im Medizinstudium zunehmend eingeführt. Die aktuelle COVID-19-Pandemie führte zum Wegfall des traditionellen Präsenzunterrichts, der in der US-Ausbildung lange als entscheidend galt. Alternative Lehransätze sowie der Ausbau digitaler Lernmöglichkeiten wurden notwendig, um eine adäquate Ausbildung der Medizinstudent*innen zu gewährleisten.

Das Ziel unserer Studie ist es, das Lernergebnis eines neu konzipierten digitalen telegeführten US-Kurses des Abdomens, des Thorax und der Schilddrüse mit der Implementierung eines modernen portablen US-Gerätes zu untersuchen, was ein Flipped-Classroom-Setting ermöglicht.

Die Student*innen wurden unterrichtet, indem simultan die Kamera und der Handybildschirm des Tutors geteilt wurden, mit dem das Ultraschallgerät verbunden war. So konnte die Position der Sonde nachvollzogen werden und die Student*innen konnten anschließend selbst eine freiwillige Versuchsperson schallen und Bilder von prädefinierten Organabschnitten aufnehmen. Eine digitale Objective Structured Assessment of Ultrasound Skills (OSAUS) wurde als Abschlussprüfung von jeder/jedem Teilnehmer*in durchgeführt, nachdem alle sieben US-Kursmodule nach acht Wochen absolviert wurden. Zusätzlich wurden alle Bilder, die während des Kurses und der Prüfung aufgenommen wurden, mit der Brightness Mode Quality Ultrasound Imaging Examination Technique (B-QUIET) bewertet, wobei B-QUIET als Ansatz zur Standardisierung der US-Bildinterpretation entwickelt wurde. Die Bilder des Kurses wurden dann mit den Bildern der abschließenden OSAUS-Prüfung verglichen, um festzustellen, ob sich die Bildqualität der Studierenden verbesserte, verringerte oder konstant blieb. Zudem wurden die Ergebnisse der Bilder mit dem Abschneiden der Studierenden in der OSAUS Prüfung verglichen.

Digitaler Ultraschallkurs

A: Das Kamerabild des Tutors zeigt die Position der Ultraschall-Sonde

B: Gleichzeitig wird der Bildschirm des Tutors geteilt, um den Studenten das Live-Ultraschallbild zu präsentieren

C: Studierende, die gleichzeitig zuhause die Ultraschalluntersuchung durchführen

Gefäßsonographische Untersuchungen bei Patien*innen mit Riesenzellarteriitis und Polymyalgia rheumatica

Forschungsprojekte:

I.: Bestimmung der Prävalenz von Riesenzellarteriitis bei Patient*innen mit Polymyalgia rheumatica

In dieser prospektiven gefäßsonographischen Studie soll eine Kohorte von Patient*innen mit der Erstdiagnose einer Polymyalgia rheumatica auf das gleichzeitige Vorliegen einer Riesenzellarteriitis untersucht werden. Hierzu erhalten die Patient*innen eine umfangreiche gelenk- und gefäßsonographische Untersuchung. Mithilfe dieser Verfahren soll die Prävalenz der Riesenzellarteriitis bei Patient*innen mit Polymyalgia rheumatica identifiziert werden. Zusätzlich geben die gefäßsonographischen Befunde Aufschluss über ein eventuell vorliegendes, individuelles vaskulitisches Befallsmuster bei Patient*innen mit Polymyalgia rheumatica. Dieses Forschungsthema ist hochaktuell, da die genaue Prävalenz der Riesenzellarteriitis bei Patient*innen mit Polymyalgia rheumatica bis dato noch nicht untersucht wurde.

II.: prospektive gefäßsonographische Verlaufsstudie bei Patient*innen mit Riesenzellarteriitis

Es ist bekannt, dass sich bei der Riesenzellarteriitis typische Veränderungen der Gefäßwand von Arterien im Kopf- und Halsbereich nachweisen lassen (Intima-Media-Komplex, Halo-Zeichen). Bisher ist das Verhalten dieser vaskulitischen Veränderungen im zeitlichen Verlauf noch nicht erforscht. In dieser prospektiven Verlaufsstudie bei Patient*innen mit der Erstdiagnose einer Riesenzellarteriitis werden die Probanden jeweils im Abstand von drei Monaten gefäßsonographisch untersucht und die Intima-Media-Komplexe der jeweiligen Gefäße gemessen. Der Verlauf von Dicke und Morphologie der Intima-Media-Komplexe wird über einen Zeitraum von 12 Monaten untersucht und ausgewertet.

III.: Sonographische Messung der Flussgeschwindigkeiten der Arteria centralis retinae bei Patient*innen mit Riesenzellarteriitis

Häufige Manifestationen der Riesenzellarteriitis sind ophthalmologische Symptome, wie z.B. Doppelbilder, temporärer oder dauerhafter Visusverlust. Diese Symptome treten aufgrund einer vaskulitisch bedingten Minderdurchblutung des Nervus opticus auf, welcher durch die Arteria centralis retinae versorgt wird. Im Rahmen dieser prospektiven sonographischen Studie sollen bei Patient*innen mit der Erstdiagnose einer Riesenzellarteriitis sonographisch die Flussgeschwindigkeiten der Arteria centralis retinae bestimmt und mit den Werten gesunder Kontrollprobanden verglichen werden. Dieses Projekt wird in Kooperation mit der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn durchgeführt.

Rheumatologische Nebenwirkungen einer Checkpoint-Inhibitor-Therapie: Prävalenz, Therapie und Zusammenhang mit der Tumoransprechrate

In dieser Studie untersuchen wir rheumatologische Nebenwirkungen unter Immun-Checkpoint-Inhibitor-Therapie (ICI). Diese neue Antikörpertherapie wird bei verschiedenen onkologischen Erkrankungen eingesetzt, unter anderem beim malignen Melanom. Durch die ICI-Therapie wird das Immunsystem aktiviert und kann Tumorzellen besser erkennen. Verschiedene Publikationen zeigen, dass es durch die Hochregulierung des Immunsystems zu vermehrten autoimmun-vermittelten Nebenwirkungen kommt. Rheumatologische Nebenwirkungen treten ebenfalls auf, wurden bisher aber noch nicht hinreichend untersucht.

In unserer retrospektiven Studie werden etwa 430 Patient*innen, die mit Ipilimumab und / oder Nivolumab oder Pembrolizumab am Universitätsklinikum Bonn behandelt werden, untersucht. Die meisten dieser Patient*innen sind von einem malignen Melanom, einem Lungenkarzinom, einem Kopf- und Halstumor oder von einem Urothelkarzinom betroffen.

Ziel unserer Studie ist es, neben der Prävalenz auch die verschiedenen Arten dieser Nebenwirkungen sowie die jeweilige Therapie zu untersuchen. Besonderes Interesse gilt Patient*innen, die bereits an einer rheumatologischen Vorerkrankung leiden. Bei diesen Patient*innen liegt unser Fokus auf Anzahl und Schweregrad möglicher Reaktivierungen der rheumatologischen Erkrankungen und möglichen Konsequenzen für die ICI-Therapiesteuerung.

Weiterhin wollen wir den Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Nebenwirkungen, insbesondere rheumatologischer Art, und dem Ansprechen auf die Tumortherapie untersuchen. Eine Korrelation zwischen Therapieansprechen und dem Auftreten von Nebenwirkungen wird in der aktuellen Literatur diskutiert. In diesem Kontext spielt auch die richtige Therapie der Nebenwirkung eine wichtige Rolle, um einen unnötigen Abbruch einer potenziell gut wirksamen antitumorösen Therapie vermeiden zu können.

Wir hoffen, durch diese Arbeit zu einem besseren Verständnis von rheumatologischen Nebenwirkungen einer ICI-Therapie beitragen zu können. Durch Schaffung von Evidenz könnte unsere Studie vielen behandelnden Ärzt*innen dabei helfen, auf der einen Seite schwerwiegende Nebenwirkungen rasch zu erkennen und auf der anderen Seite keine unnötigen Therapieabbrüche vorzunehmen.

Studie zur Evaluation der Effektivität von Methotrexat als Remissionserhaltungstherapie nach Remissionseinleitung durch Tocilizumab und Glucocorticoiden bei Patient*innen mit Riesenzellarteritis

In unserer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie soll herausgefunden werden, ob Methotrexat (MTX) zur Erhaltung der Remission bei an Riesenzellarteritis Erkrankten nach Remissionseinleitung durch Tocilizumab und Glucocorticoiden im Vergleich zum Placebo einen Vorteil bietet.

Die Riesenzellateritis ist die häufigste bei Erwachsenen über 50 Jahren vorkommende systemische Vaskulitis und befällt oft die mittelgroßen und großen Gefäße besonders im Kopf- und Halsbereich. Klinisch präsentiert sich die Erkrankung mit neuauftretenden bitemporalen Kopfschmerzen, Claudicatio masseterica, Schläfenempfindlichkeit und systemischen Symptomen wie Fieber und Gewichtsverlust. Bei einem Befall der A. centralis retinae kann es zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung (durch anteriore ischämische Optikusneuropathie) kommen.

Bei Erstdiagnose wird die Riesenzellarteritis mit Glucocorticoiden therapiert, wobei eine Dosisreduzierung im Verlauf bei Remission anzustreben ist. Zur Reduzierung der Rückfälle und zur Glucocorticoideinsparung steht derzeit der IL6-Inhibitor Tocilizumab zur Verfügung. Es ist hingegen aus einer Studie bekannt, dass nach Absetzen von Tocilizumab 55 % der Behandelten einen Rückfall erlitten haben (2016 von Adler et al. publiziert). Außerdem sind die Nebenwirkungen der Tocilizumabbehandlung zu beachten. Daher ist es notwendig, nach anderen Vorgehensweisen, die zum Remissionserhalt führen, zu suchen.

Die in unsere Studie eingeschlossenen Patient*innen erhalten über 12 Monate hinweg den Folsäureantagonisten MTX subcutan. In regelmäßigen Abständen wird die Aktivität der Erkrankung durch verschiedene klinische Parameter, z.B. laborchemische Parameter, sonographisch ermittelte Intima-Media-Dicken der betroffenen Gefäße und spezifische Gesundheitsfragebögen beurteilt.
Anschließend folgt ein achtzehnmonatiges Follow-Up.

Die Ergebnisse der Studie könnten die Behandlung der Riesenzellarteritis durch niedrigere Rückfallraten verbessern und sind ebenfalls aus monetären Gesichtspunkten (Behandlung mit MTX ist um ein vielfaches günstiger als die Behandlung mit Tocilizumab) äußerst spannend.

Differentialdiagnose-Tools bei Patient*innen ohne Diagnose und Verdacht auf eine seltene Erkrankung

Die Diagnose einer seltenen Erkrankung stellt im Alltag klinisch tätiger Ärzt*innen häufig eine Herausforderung dar. Der Weg zur Diagnose ist lang, meist dauert es mehrere Jahre, bis die korrekte Diagnose gestellt werden kann. Die Suche nach einer Diagnose verursacht dabei nicht nur hohe Kosten für das Gesundheitssystem, sondern stellt auch für unsere Patient*innen eine enorme Belastung dar.

Differentialdiagnose Software, wie die in unserer Studie untersuchte Software „Isabel Pro“ können auf diverse klinische Daten gestützt Differentialdiagnose generieren. Bisher wurde in mehreren retrospektiven, zum Beispiel auf Case Reports basierenden Studien gezeigt, dass Isabel Pro in einem hohen Prozentsatz (bis zu >90%) die korrekte Diagnose stellen kann.

In Kooperation mit dem Zentrum für seltene Erkrankungen am Universitätsklinikum Bonn (ZSEB) untersuchen wir in einer prospektiven Studie, ob der Einsatz der Differentialdiagnose Software „Isabel Pro“ einen Mehrwert für die Behandlung von Patient*innen ohne Diagnose und dem Verdacht auf eine seltene Erkrankung darstellt. Hierzu analysieren wir die Fälle von voraussichtlich 100 Patient*innen ohne Diagnose, die sich an das ZSEB gewendet haben, und vergleichen die durch Isabel Pro generierten Differentialdiagnosen mit den Empfehlungen der etablierten, interdisziplinären Fallkonferenz am ZSEB.

Auftreten des Autoantikörpers gegen Dense-Fine-Speckled 70 (DFS70) bei Patienten mit Kollagenose

Kollagenosen sind eine Gruppe von rheumatischen Autoimmunerkrankungen zu denen der Systemische Lupus erythematodes, das Sjögren-Syndrom, die Systemische Sklerodermie, die Mischkollagenose, die Polymyositis und Dermatomyositis sowie die undifferenzierte Kollagenose zählen.

Diese Erkrankungen sind zu Beginn oft sehr unspezifisch und präsentieren sich mit einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome, was eine Diagnosestellung häufig erschwert.

Antinukleäre Antikörper (ANA) wiederum sind serologische Marker für das Vorliegen autoimmuner Systemerkrankungen, insbesondere von Kollagenosen.

Bei einigen Patienten lässt sich in der Immunfluoreszenz ein ANA-Muster nachweisen, das einem Anti-Dense-Fine-Speckled-70-Antikörper (DFS70-AK) entspricht. Dieser wird bei Patienten mit Kollagenosen seltener nachgewiesen und wird daher zum Teil als Ausschlusskriterium für eine Kollagenose verwendet.

Ziel unserer Studie ist es herauszufinden inwieweit Kollagenosen bei einem Anti-DFS70 Nachweis ausgeschlossen werden können und ob es Unterschiede zwischen Patienten mit Kollagenose ohne Anti-DFS70-Nachweis und solchen mit Kollagenose und Anti-DFS70-Nachweis gibt.

Hierfür analysieren wir die Daten von 460 Patienten, die am Universitätsklinikum Bonn auf das Vorhandensein des DFS70-AK getestet wurden. Dies ist die erste Studie ihrer Art bei der die Patienten im Hinblick auf klinische Symptome und Zeichen, Art der Kollagenose, Erfüllen krankheitsspezifischer Klassifikationskriterien, auf das Auftreten von anti-DFS70 sowie auf das Vorkommen anderer krankheitsspezifischer Autoantikörper untersucht werden.

Wir erhoffen uns durch unser Projekt eine genauere Aussage über die Relevanz des Anti-DFS70-AK im Zusammenhang mit Kollagenosen treffen zu können.

Information gemäß § 6 Medizinprodukte-Betreiberverordnung "Beauftragter für Medizinproduktesicherheit"

Sehr geehrte Damen und Herren,

gemäß § 6 Medizinprodukte-Betreiberverordnung steht Ihnen das Universitätsklinikum Bonn im Zusammenhang mit Meldungen über Risiken von Medizinprodukten, Informationen zu Rückrufen oder Warn- und Sicherheitshinweisen sowie bei der Umsetzung von notwendigen korrektiven Maßnahmen unter folgender E-Mailadresse zur Verfügung: Enable JavaScript to view protected content.

Diese E-Mailadresse richtet sich vorzugsweise an Kontaktpersonen von Behörden, Herstellern und Vertreibern von Medizinprodukten.

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