Zwei Bonner Radioonkologen werden für innovative Forschung ausgezeichnet
Auf dem diesjährigen 32. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) wurden gleich zwei Ärzte der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Bonn ausgezeichnet: PD Dr. Julian Layer erhielt den Innovationspreis der DEGRO und PD Dr. Cas Dejonckheere bekam einen der beiden Studienpreise der Arbeitsgemeinschaft für Radiologische Onkologie (ARO) der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG).
Glioblastome sind besonders aggressive Hirntumore, die mit einer sehr schlechten Prognose einhergehen. Die Standardtherapie – bestehend aus einer Kombination von Operation, Bestrahlung und Chemotherapie – verspricht keine Heilung. Mit Hochdruck wird daher nach ergänzenden Behandlungsmöglichkeiten gesucht. Im Rahmen der GLORIA-Studie untersuchte PD Dr. Julian Layer gemeinsam mit einem interdisziplinären und standortübergreifenden Forschungsteam eine neue gegen die Gefäßwiederherstellung, die einem Rezidiv des Glioblastoms nach einer Strahlentherapie vorausgeht, gerichtete Therapieform. Die DEGRO zeichnet den erfolgsversprechenden translationalen Ansatz und dessen klinische Anwendung als Vorbild für den Fortschritt in der Radioonkologie aus (Link zur jüngsten Veröffentlichung: DOI: 10.1038/s41467-026-71362-7).
Ausgezeichnet wurde auch die Bonner Forschung im Bereich der Supportivtherapie. Die Strahlendermatitis ist die häufigste Nebenwirkung der Brustbestrahlung und geht oft mit subjektiven Symptomen wie Juckreiz oder Schmerzen einher. Trotz der hohen Prävalenz stehen nur wenige wirksame präventive und therapeutische Optionen zur Verfügung. Nach vielversprechenden vorhergehenden Studienergebnissen zur Verträglichkeit und Wirkung von topischem nicht-invasivem physikalischem Plasma (NIPP), einer aus der Umgebungsluft erzeugten flüchtigen Mischung, auf die Vorbeugung von akuter Strahlendermatitis, initiierte Erstautor PD Dr. Cas Dejonckheere als Teil eines Forschungsteams eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-3-Studie zu diesem Thema. Ziel ist es den Einfluss von NIPP auf die Strahlendermatitis eindeutig zu ermitteln. Sollte sich der Einsatz von NIPP als nützlich erweisen, könnte dies sowohl die physischen als auch die psychischen Belastungen verringern, die durch Strahlendermatitis bei zahlreichen Brustkrebspatientinnen und darüber hinaus verursacht werden.
Wir gratulieren PD Dr. Julian Layer und PD Dr. Cas Dejonckheere herzlich zu der jeweiligen Auszeichnung!

(c) Thomas Ecke (DEGRO)
















