Information gemäß § 6 (4) des Gesundheitsdatennutzungsgesetzes (GDNG) zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten am Universitätsklinikum Bonn
Präanalytische in-vitro Störfaktoren am UKB von 09/2017 bis 01/2025
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 15.11.2025 – 31.12.2026
PDAC.ai – KI-basierte Prädiktion nodaler Metastasierung und Risikostratifizierung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 01.08.2023 – 31.12.2027
Mit Hilfe dieser Daten „lernt“ die KI, Muster zu erkennen, die zum Beispiel auf eine bereits vorhandene Ausbreitung des Tumors in die Lymphknoten hinweisen oder Hinweise auf einen aggressiven Verlauf der Erkrankung geben. Ziel ist es, durch diese Mustererkennung die Genauigkeit der Diagnose zu verbessern, das Risiko einer Metastasierung besser einschätzen zu können und eine individuell angepasste Therapieentscheidung zu ermöglichen.
Die Ergebnisse aus PDAC.ai sollen langfristig dazu beitragen, unnötige Chemotherapien zu vermeiden, Hochrisikopatient:innen frühzeitig zu identifizieren und insgesamt eine personalisierte, datengestützte Versorgung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs zu etablieren.
TDLN-PDAC – Untersuchung der Tumorumgebung in tumor-drainierenden Lymphknoten beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 01.01.2022 – 31.12.2028
In diesem Projekt untersuchen wir die Tumorumgebung (TME, tumor microenvironment) in diesen Lymphknoten besonders genau – das heißt: Welche Immunzellen sind dort aktiv? Welche Gene sind an- oder abgeschaltet? Und wie verändert der Tumor das lokale Abwehrsystem?
Dazu werden verschiedene Datenarten kombiniert und ausgewertet:
Wir analysieren mikroskopische Gewebeaufnahmen, erstellen genetische und molekulare Profile (z. B. RNA-Expression und Mutationsmuster), und untersuchen mithilfe modernster Technologien wie der räumlichen Transkriptomik (spatial transcriptomics), welche Zelltypen wo im Lymphknoten auftreten und wie sie miteinander kommunizieren. Zusätzlich werden Daten aus Einzelzellanalysen (single-cell RNA-sequencing) und Multiplex-Färbungen genutzt, um ein besonders detailliertes Bild der Immunantwort zu erhalten.
Alle Patientendaten werden dabei selbstverständlich pseudonymisiert verarbeitet, sodass kein Rückschluss auf einzelne Personen möglich ist.
Die Ergebnisse sollen helfen, besser zu verstehen, warum manche Patientinnen und Patienten Metastasen entwickeln und andere nicht, und ob bestimmte Immunzell-Muster in den Lymphknoten frühzeitig Hinweise auf das Risiko eines Rückfalls geben können.
Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, neue biologische Marker zu finden, mit denen sich Risikopatient:innen gezielter behandeln lassen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem Projekt werden in Fachzeitschriften veröffentlicht und sollen auch in größere Forschungsnetzwerke einfließen, die sich mit der personalisierten Krebstherapie beschäftigen.
PrepAIred – Ein interdisziplinäres Konsortium zur KI-gestützten Präzisionsmedizin beim Pankreaskarzinom
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 01.11.2025 – 31.12.2029
Das ist gerade beim Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) von besonderer Bedeutung, da diese aggressive Tumorart bislang nur sehr eingeschränkt auf herkömmliche Therapien anspricht. Viele bekannte Zielmoleküle (sogenannte "Targets") sind entweder schwer zugänglich oder verändern sich im Verlauf der Erkrankung.
Hier setzt das GPCA-Modul von PrepAIred an:
Mittels modernster KI-gestützter Strukturbiologie (z. B. durch den Einsatz von AlphaFold2, RFdiffusion und weiteren Modellen) werden große Mengen an genetischen, molekularen und zellulären Daten aus Tumorgewebe analysiert. Ziel ist es, neuartige Oberflächenstrukturen auf Tumorzellen zu identifizieren, die sich besonders gut für eine zielgerichtete Therapie eignen – z. B. weil sie spezifisch auf Krebszellen vorkommen oder weil sie immunologisch besonders aktiv sind.
Sobald solche potenziellen Zielstrukturen gefunden sind, nutzt das Team spezielle KI-Algorithmen zur in silico-Entwicklung sogenannter "Minibinder" – das sind kleine, maßgeschneiderte Proteine oder Peptide, die exakt an diese Strukturen binden und so entweder die Tumorzelle markieren oder direkt beeinflussen können.
Langfristiges Ziel des Projekts ist es, eine neue Klasse zielgerichteter Wirkstoffe zu entwickeln, die auf Basis echter Tumor-Biologie und KI-gestützter Moleküldesigns entstehen – ein wichtiger Schritt in Richtung personalisiert wirksamer Therapien bei Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse werden in Fachzeitschriften veröffentlicht und sollen mittelfristig in präklinische Validierungsstudien und kooperative Weiterentwicklungen mit klinischen Partnern einfließen.
MRD-VIS – Molekulare Erkennung minimaler Resterkrankung bei viszeralen Tumoren
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 01.01.2024 – 31.12.2027
Dabei handelt es sich um kleinste verbliebene Tumorzellen oder -fragmente, die nach einer Operation oder Therapie zunächst nicht mehr sichtbar sind – weder in bildgebenden Verfahren noch in herkömmlichen Bluttests. Trotzdem können sie später zu einem Rückfall der Erkrankung (Rezidiv) führen.
Ziel von MRD-VIS ist es, solche minimalen Tumorreste frühzeitig und zuverlässig nachzuweisen, um die Behandlung gezielt anpassen und Rückfälle vermeiden zu können. Der Fokus liegt dabei auf sogenannten viszeralen Tumoren, also bösartigen Erkrankungen innerer Organe wie Bauchspeicheldrüse, Magen, Darm, Leber oder Speiseröhre.
Um diese „unsichtbaren“ Tumorzellen aufzuspüren, nutzt das Forschungsteam hochmoderne molekulare und digitale Methoden. Dazu gehören unter anderem:
Blutproben (Liquid Biopsies), aus denen zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) isoliert wird
Genetische Analysen, z. B. durch Sequenzierung typischer Tumormutationen
Methylierungsbasierte Marker, die helfen, selbst kleinste Tumorsignaturen zu erkennen
Vergleich mit Gewebeproben, um die Herkunft der im Blut gefundenen Tumorfragmente genau zu bestimmen
Künstliche Intelligenz, um Muster in den Daten zu erkennen und Risikoabschätzungen zu ermöglichen
Alle Patientendaten werden selbstverständlich datenschutzkonform pseudonymisiert, sodass keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen möglich sind.
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus MRD-VIS sollen nicht nur helfen, die Überwachung und Nachsorge zu verbessern, sondern auch neue Entscheidungshilfen für personalisierte Therapien liefern. Die Ergebnisse werden in Fachzeitschriften veröffentlicht und mit klinischen Partnern weiterentwickelt, um sie langfristig in die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit viszeralen Tumoren zu überführen.
Retrospektive Auswertung der Effektivität und Sicherheit sowie technischer Parameter der Meningea media Embolisation mit MagicGlue
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 17.11.2025 – 31.05.2026
DELPHIN: Detektion und Behandlung bio-psycho-sozialer Bedarfe von langzeitüberlebenden Patienten nach Krebs durch Hausärzte: Ein skalierbares Programm
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 01.05.2024 – 30.04.2028
Association of fluid management during robotic-assisted radical laparoscopic prostatectomy with early surgical clinical outcomes: a risk factor for lymphoceles
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 01.04.2024 – 01.11.2025
Entwicklung von Vision-Language-Modellen zur Detektion epileptogener Läsionen
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 01.12.2025 – 01.04.2027
Visusentwicklung nach Silikonölentfernung nach Netzhautablösung
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 18.11.2025 – 01.06.2026
CONCERTO – Multizentrische Validierungsstudie einer KI-basierten EKG-Plattform zur frühen Diagnose der kardialen Amyloidose
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 05.01.2026 – 30.10.2026
Hierfür werden bereits vorhandene EKGs aus der Routineversorgung genutzt. Diese EKGs werden in anonymisierter Form (ohne Namen oder andere persönliche Angaben) als PDF-Dateien in eine geschützte Datenbank hochgeladen. Zusätzlich werden einige grundlegende medizinische Informationen wie Alter, Geschlecht und Diagnosen in ein elektronisches Formular eingetragen.
Es werden keine neuen Untersuchungen durchgeführt und keine zusätzlichen Arztbesuche notwendig.
Die Daten dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Auswertung. Die Ergebnisse sollen zeigen, wie gut die KI Veränderungen im EKG erkennt, die auf eine Herzamyloidose hinweisen können. Ziel ist es, die Diagnostik dieser Erkrankung künftig zu verbessern.
Nach Abschluss der Studie werden die Ergebnisse in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht und auf Kongressen vorgestellt. Alle Auswertungen erfolgen streng vertraulich und im Einklang mit den Datenschutzvorgaben des Universitätsklinikums Bonn und der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).
Pharmakoresistenzmechanismen bei Epilepsiepatienten
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 27.10.2022 – 01.02.2026
Der Einfluss von Vericiguat auf den linksventrikulären Strain bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion, eine retrospektive, explorative Analyse
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 01.02.2024 – 31.03.2026
Pilot-Validierung des CardTox-Scores bei Melanom-Patient:innen unter Immuncheckpointinhibitor-Therapie
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 02.11.2025 – 28.02.2027
Intracerebral Hemorrhage and Carotid-Cavernous Fistulas: a rare connection
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 09.12.2025 – 30.12.2025
Ziel ist die Veröffentlichung des Fallberichts in einem wissenschaftlichen Journal.
BRAin metastases treated with INSTAnt application of intraoperative RadioTherapy – a multicenter observational study The BRAINSTART Registry
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 03.12.2024 – 30.06.2026
Wir schauen uns die vorhandenen Patientenunterlagen aus den Kliniken an, die an der Studie teilnehmen. Dabei werden folgende Informationen gesammelt (alle Angaben stammen bereits aus Ihrer regulären Behandlung):
Allgemeine Angaben:
Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht, Rauch‑/Alkoholkonsum
Krankheits‑ und Befunddaten:
Art des Tumors, Diagnose, bekannte Begleiterkrankungen, Leistungs‑ und Allgemeinzustand
Behandlungsdetails:
Welche Operation und welche intraoperative Strahlentherapie (IORT) oder nachfolgende externe Strahlentherapie (EBRT) Sie erhalten haben
Dosis und Dauer der Strahlung, operative Techniken
Verlauf und Nebenwirkungen:
Welche Nebenwirkungen während und nach der Behandlung aufgetreten sind (nach dem standardisierten Bewertungssystem CTCAE V5.0)
Labor‑ und Bilddaten:
Blutwerte, bildgebende Verfahren (MRT, CT) und deren Befunde
Ergebnisse:
Überlebensdauer nach der Behandlung, lokale Tumorkontrolle, Auftreten neuer Hirnmetastasen usw.
Wie wir die Daten nutzen
Pseudonymisierung / Anonymisierung:
Lokal werden die Daten mit einem Code versehen (Pseudonym).
Vor dem Transfer in die zentrale Auswertung werden sämtliche Personenbezüge vollständig entfernt (Anonymisierung). So ist kein Rückschluss mehr auf einzelne Patienten möglich.
Statistische Auswertung:
Vergleich der Ergebnisse von Patienten, die intraoperativ bestrahlt wurden (IORT), mit einer Kontrollgruppe, die nach der Operation eine konventionelle Strahlentherapie (EBRT) erhalten hat.
Berechnung von Überlebensraten, lokaler Kontrolldauer, Nebenwirkungsquoten und weiteren Kennzahlen.
Wissenschaftliche Erkenntnisse:
Die ausgewerteten Daten dienen dazu, die Wirksamkeit und Sicherheit der IORT besser zu verstehen und zu prüfen, ob sie im Vergleich zur herkömmlichen Behandlung Vorteile bietet.
Was mit den Ergebnissen geschieht
Interne Auswertung:
Die Studienleiter und das Statistik‑Team prüfen die Ergebnisse, besprechen sie im Forschungsgremium und entscheiden über weiterführende Analysen.
Publikation:
Die wichtigsten Erkenntnisse werden in Fachzeitschriften veröffentlicht und auf internationalen Kongressen vorgestellt – so können Ärztinnen und Ärzte weltweit von unseren Erfahrungen profitieren.
Optimierung der Versorgung:
Die gewonnenen Daten fließen in Leitlinien und Behandlungsempfehlungen ein, um künftig die Therapie von Hirnmetastasen weiter zu verbessern (z. B. kürzere Krankenhausaufenthalte, schnellerer Anschluss von systemischen Therapien).
Registrierungs‑Datenbank:
Alle anonymisierten Datensätze verbleiben in einer gesicherten Register‑Datenbank. Sie können später für weitere Forschungsfragen (z. B. Langzeit‑Nachbeobachtungen) wieder ausgewertet werden, jedoch stets anonym und DSGVO‑konform.
Kurz gesagt: Wir nutzen bereits vorhandene, routineärztliche Daten, entfernen alle persönlichen Merkmale und werten sie statistisch aus, um zu prüfen, wie gut die intraoperative Strahlentherapie bei Hirnmetastasen wirkt. Die Ergebnisse dienen der Wissenschaft, fließen in Leitlinien ein und werden transparent auf unserer Klinik‑Website veröffentlicht – stets zum Schutz Ihrer Privatsphäre.
Diagnostic and Prognostic Relevance of Routine Immunological Parameters in Patients on V-V ECMO: A Retrospective, Single-Center Analysis (ImmunECMO).
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 01.01.2013 – 30.11.2024
1. Warum wird die Studie durchgeführt?
- Hintergrund: Etwa 10 % aller Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt werden, leiden an einem akuten Lungenversagen (ARDS). Trotz moderner Verfahren zur Lungenunterstützung sterben bei schweren Fällen mehr als 40 % der Betroffenen.
- Was ist bislang bekannt?
- Es gibt Unterformen (Subphänotypen), die sich durch Entzündungs‑ und Schock‑Marker unterscheiden.
- Für andere Krankheiten (z. B. Asthma) kennt man bereits klar definierte biologische Untergruppen (Endotypen), die gezielt behandelt werden können – bei ARDS fehlt das noch.
- Ziel der neuen Studie: Zu prüfen, ob bestimmte Komponenten des Immunsystems (Antikörper (Immunglobuline) und verschiedene Immun‑Zelltypen) dabei helfen können, solche biologischen Untergruppen bei Patienten zu erkennen, die aufgrund eines Lungenversagens eine extrakorporale Membran‑Oxygenierung (ECMO; "Kunstlunge") benötigen.
2. Was wird konkret untersucht?
Fragen, die wir beantworten wollen:
- Immunglobuline (Antikörper): Wir untersuchen, ob ein Zusammenhang zwischen den Antikörper‑Spiegeln eines Patienten mit der Ursache des Lungenversagens besteht. Darüber hinaus untersuchen wir, ob anhand der Antikörper‑Spiegel der weitere Verlauf der Erkrankung abgeschätzt werden kann (z. B. Wahrscheinlichkeit des Überlebens, längerer Krankenhausaufenthalt). Verbessern Antikörper‑Messungen die Aussagekraft existierender Vorhersagemodelle (z. B. RESP‑Score)? Zudem möchten wir überprüfen, ob eine intravenöse Gabe von Immunglobulinen (Antikörpern) sinnvoll ist.
- Immun‑Zellsubgruppen: Welche Zahlen und Anteile von Blut-Zellen (z. B. Neutrophile, Lymphozyten, NK‑Zellen, B‑Zellen) zeigen sich bei den Patienten? Lassen sich damit Ursache, Verlauf und mögliche Komplikationen (z. B. Pilzinfektionen) besser einschätzen? |
Die Untersuchung erfolgt **retrospektiv**: Wir werten bereits vorhandene Routinedaten aus, die bei der normalen Behandlung in der Klinik erhoben wurden. Es werden keine zusätzlichen Untersuchungen oder Blutabnahmen durchgeführt.
3. Welche Ergebnisse (Endpunkte) werden erfasst?
- Überleben bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus (Todesrate)
- Wie lange ein Patient auf eine ECMO und eine maschinelle Beatmung angewiesen war
- Wie lange der Aufenthalt auf der Intensiv‑ bzw. Normalstation dauerte
- Ob die betroffenen Patient*innen erfolgreich von ECMO und Beatmung entwöhnt werden konnten
- Schwere der Erkrankung (anhand verschiedener Score‑Werte: SOFA, SAPS II, TISS‑10) zu verschiedenen Zeitpunkten
- Notwendigkeit einer Nieren‑Ersatz-Therapie
- Auftreten von Sekundärinfektionen (z. B. invasive Pilzkrankheiten)
4. Wer ist für die Daten verantwortlich?
| Dr. Jens M. Poth | Oberarzt, Anästhesiologie/Intensiv‑ und Notfallmedizin |
| PD Dr. Stefan F. Ehrentraut | Oberarzt, Anästhesiologie/Intensiv‑ und Notfallmedizin |
| Dr. Mathias W. Schmandt | Oberarzt, Anästhesiologie/Intensiv‑ und Notfallmedizin |
| Lilli Joussen | Doktorandin (wissenschaftliche Mitarbeit) |
Nur die genannten Personen haben Zugriff auf die Daten und führen die Auswertung durch.
5. Wie werden die Patientendaten verarbeitet und geschützt?
a) Datenerfassung – Es werden ausschließlich Daten genutzt, die im Rahmen der normalen Behandlung bereits dokumentiert wurden (z. B. Laborwerte, Beatmungstyp, Medikamente). Diese bereits vorhandenen Daten aus der Vergangenheit werden nun rückblickend ausgewertet.
b) Anonymisierung/Pseudonymisierung –
- Die Daten werden zunächst "pseudonymisiert", d. h., die persönlichen Daten (Name, Geburtsdaten, direkte Personenmerkmale) werden nicht in die Auswertung übernommen. Nur Mitarbeitende der Klinik haben Zugriff auf diese Daten, die nicht mit Dritten geteilt werden.
- Zeitangaben werden in abstrakte Zeitspannen umgewandelt (z. B. „11 Tage seit ECMO‑Start“), mit anderen Angaben wird vergleichbar verfahren.
- Der Prozess überführt die Daten in eine anonyme Form, bei der nur noch aggregierte Daten veröffentlicht werden. Aus diesen können einzelne Patient*innen nicht mehr zurückverfolgt werden.
c) Speicherung –
- Die Originaldaten bleiben in den internen Systemen der Klinik (PDMS, KAS/Orbis).
- Die ausgewerteten Tabellen werden auf einem geschützten Klinikslaufwerk oder in der internen Klinik‑Cloud mit 2-Faktor-Authentifizierung gespeichert.
- Nur die oben genannten Studienmitarbeiter haben Zugriff.
d) Dauer der Aufbewahrung – Alle Daten werden 10 Jahre lang archiviert, wie es die Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verlangen.
6. Rechtsgrundlage der Verarbeitung:
- § 75 BDSG – Nutzung von bereits vorhandenen Daten für Forschungszwecke.
- Art. 9 DSGVO – Verarbeitung besonders schutzwürdiger Daten (Gesundheitsdaten) nach gesetzlicher Erlaubnis.
- § 27 Abs. 1 BDSG‑neu – Datenverarbeitung für gemeinnützige Forschungsvorhaben.
7. Was bedeutet das für Sie als Patient?
- Keine zusätzlichen Eingriffe: Es werden keine zusätzlichen Blutproben oder Untersuchungen durchgeführt.
- Datenschutz: Ihre personenbezogenen Daten bleiben geschützt und werden nicht an Dritte weitergegeben.
- Ziel der Forschung: Wir wollen den Verlauf eines Lungenversagens besser verstehen, und welche Rolle die unterschiedlichen Komponenten des Immunsystems dabei spielen. Das könnte in Zukunft zu gezielteren Therapien und besseren Überlebenschancen führen.
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*Diese Zusammenfassung dient dazu, Ihnen in verständlicher Form zu zeigen, welche Daten wir nutzen, warum wir das tun und wie wir den Schutz Ihrer privaten Informationen sicherstellen.*
Künstliche-Intelligenz-gestützte Erkennung von akuten Pankreatitiden anhand von Computertomographie-Aufnahmen des Abdomens
Antragsart: Forschung
Zeitraum: 01.01.2010 – 30.06.2026
Wir nutzen vorhandene Behandlungsdaten aus dem Universitätsklinikum Bonn für ein Forschungsprojekt. Ziel ist es, die Erkennung einer akuten Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) zu verbessern. Dazu entwickeln und prüfen wir ein Computerprogramm (mittels KI: künstlicher Intelligenz), das auf CT-Aufnahmen des Bauchraums typische Zeichen einer akuten Pankreatitis erkennen kann. Das Verfahren soll Ärztinnen und Ärzte künftig unterstützen, Befunde schneller und zuverlässiger zu erstellen.
Welche Daten nutzen wir und wie werden sie verwendet?
Für die Forschung verwenden wir rückblickend (retrospektiv) bereits vorhandene Daten aus der Krankenversorgung, insbesondere:
• CT-Bilddaten (CT-Abdomen) aus dem Bildarchiv (PACS: eng. Picture Archiving and Communication System, deut. Bildaufbewahrungs und Kommunikationssystem),
• Radiologische Befundtexte aus dem Radiologie-Informationssystem (RIS),
• Ausgewählte klinische Informationen (z. B. Diagnosen/ICD-Kodierungen, Laborwerte, relevante Behandlungen/Prozeduren und ggf. Medikamente), soweit für die wissenschaftliche Auswertung erforderlich.
Diese Daten werden vor der wissenschaftlichen Auswertung pseudonymisiert, oder, soweit möglich, anonymisiert. Die Daten werden genutzt, um das KI-Verfahren zu entwickeln und zu testen und um zu prüfen, wie zuverlässig eine akute Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündungen) in CT-Aufnahmen erkannt werden kann.
Wie werden die Daten geschützt?
Die Auswertung erfolgt in einer geschützten IT-Umgebung mit beschränkten Zugriffsrechten. Ergebnisse werden nur in zusammengefasster Form dargestellt (z. B. Kennzahlen zur Genauigkeit des Verfahrens).
Was geschieht mit den Ergebnissen?
Die Ergebnisse werden wissenschaftlich ausgewertet und können in Fachzeitschriften veröffentlicht oder auf wissenschaftlichen Veranstaltungen vorgestellt werden. Dabei werden ausschließlich zusammengefasste Resultate berichtet, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sind. Perspektivisch kann das entwickelte Verfahren nach weiterer Prüfung dazu beitragen, Diagnostik und Arbeitsabläufe in der Radiologie zu verbessern.
















